Kein Schlaf, nirgends.

Wir hätten sie schreien lassen sollen. Damals. Dann hätten wir jetzt das Problem nicht. Sage nicht ich, sondern Freundin K, der eine Gaddafi-Uniform ganz gut stünde, wenn ich es mir recht überlege. Ein hausgemachtes Fiasko also. Freundin K gelingt es nicht, das selbstgerechte Glimmen in ihrem Blick zu verbergen, da kann sie mir noch so mitfühlend den Arm tätscheln. Familienbett, das ist halt was für die Leute, die überhaupt keine Grenzen ziehen können, die sich heimlich nach transzendentaler Verschmelzung mit der Brut sehnen. Ach, liebe Freundin K, letzteres hast Du gar nicht gesagt, das lege ich Dir jetzt in den Mund, weil ich so frustriert und ungeduldig bin, und beides bin ich natürlich, man ahnt es, weil ich nicht schlafen kann. 

Tatsache 1: Wir haben unsere Tochter nicht schreien lassen und auch sonst keine Maßnahmen ergriffen, die möglicherweise zu eigenständigem Schlafen führen. Tatsache 2: Sie schläft weder durch noch in ihrem eigenen Bett, das wir ihr kürzlich eingerichtet haben. Ich glaube daran, dass Tatsache 1 sich nicht kausal zu Tatsache 2 verhält. Das glaube ich wirklich, und es gibt wahrhaftig genügend Expert*innen, die mir das unterschreiben würden, aber dann kommt eine Freundin K um die Ecke und mein wattiges Gehirn sehnt sich so sehr nach einem Grund für mein Dilemma. So sehr, dass ich mir doch noch die Schuld gebe, einfach damit meine Schlaflosigkeit nicht sinnlos ist.

Neulich war ich zum ersten Mal seit Jahren allein zuhause, vier Tage lang, aber vor allem vier Nächte, in denen ich nichts und niemanden vermisst habe. Statt um zehn Uhr abends auf die Uhr zu schauen und hektisch abzuwägen, ob ich jetzt vernünftigerweise ins Bett gehe oder mir doch noch irgendeine schöne wache Kleinigkeit gönne, bin ich einfach aufgeblieben. Schreiben, Lesen, österreichische Serien glotzen, noch einen Apfel schälen, dann lieber Schokolade, dann einen Schnaps, dann noch einen. Plötzlich war es halb zwei, und ich selig. Stille fühlt sich anders an, wenn man weiß, dass sie einem gehört.

Freundin J, ihre Kinder sind etwa 6 und 9 Jahre alt, erzählt mir beim Kaffee, dass langsam die Anspannung nachlässt. Dass sie allmählich zu sich selbst zurückfindet. Dass sie Ruhephase erleben und genießen kann. Weil sie wieder schlafen darf. Das Gespräch erleichtert mich, denn meistens habe ich den Eindruck, dass alle anderen Kinder einfach ratzen, sobald sie das erste Lebensjahr erreicht haben. Alle außer meinem.

Mittlerweile kenne ich meine Grenze. Drei beschissene Nächte kann ich wegstecken, bevor es hässlich wird. Bevor ich weiche Knie und ein flauschiges Hirn bekomme. Bevor ich Dinge fallen lasse, gegen Türrahmen laufe und im Gespräch mitten im Satz den Faden verliere. Letzteres macht sich übrigens sehr gut bei einem Kundentermin. Und die Wut, ach, die Wut. Durch die kieselschwere Müdigkeit wühlt sich eine wuchtige, unversöhnliche Wut nach oben, auf das Familienleben und den Mann und die Arbeit und alle Menschen und ja, auf das Kind. In dem Zustand ist dann überhaupt nichts mehr schön oder normal oder auch nur geht so, sondern die ganze Welt ein kratziger Wollpullover auf den nackten Synapsen. Mich hält überhaupt nur das Bewusstsein über die Endlichkeit dieser Phase aufrecht, und hier wieder Auftritt Freundin K, die sagt: Ach komm, das überleben andere ja auch, was sollen denn da Leute mit drei und mehr Kindern sagen, und Du wirkst ja eigentlich ganz fidel, oder? Ich liebe Freundin K, aber hasse sie gerade sehr.

Kann schon sein, dass ich besonders empfindlich bin, besonders viel Zeit für mich selbst benötige, all das. Ich wäre auch lieber ein Panzer, weiß Gott. Komischerweise führe ich Schlafgespräche fast nur mit Müttern. Anscheinend wird der Vaterschlaf in allgemeinen Ansehen immer noch als wichtiger erachtet und deshalb besser geschützt. Freundin J und ich überlegen in diesem Kontext, wie viele „Hauptverdiener“ wir kennen. Es sind zwei. Über das Thema könnte ich jetzt eine Million Worte verlieren, lasse es aber. Ich bin außerdem zu müde, um diesen Text sauber zu beenden. Deshalb ist er hier jetzt einfach zu Ende. Gute Nacht.

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52 Gedanken zu “Kein Schlaf, nirgends.

  1. Tomideluxe schreibt:

    I feel you! Kinder hier sind 6 und 3 – sie schlafen mal gut, mal schlecht, eher selten durch und quasi nie komplett in ihrem Bett. Trotzdem wird es besser! Wenn Sie aufwachen, dann gehen sie aufs Klo und selbst wenn sie dabei Hilfe brauchen, muss dann nicht noch eine zusätzliche Stunde trösten und beruhigen, weil die Zwerge eigentlich selbst erbost sind über diese Unterbrechung. Und die Tage die auf die schwierigen Nächte folgen werden einfacher, wenn man nicht mehr 24/7 den Animateur geben muss.
    Alles ein eher schwacher Trost, aber vielleicht wenigstens das – und die Versicherung, das dein Kind ganz ganz sicher eher die Norm als die Ausnahme ist. Es gibt bloß keiner zu!

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    • Warum verdammt geben die Leute das denn nicht zu? Und ich würd auch echt gern wissen, wie die anderen ihre Erschöpfung eigentlich überwinden, vertuschen, verdrängen, was auch immer. Bei mir klappt das echt nicht gut.

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      • Tomideluxe schreibt:

        Ich glaube, weil immer noch zu Viele denken Kindesschlaf sei der Verdienst erfolgreicher Erziehungsarbeit. Und da möchte man sich auf keinen Fall irgendwelcher Inkompetenz verdächtig machen…was das verdrängen/überwinden angeht: beim hiesigen Mann äußert sich der Schlafmangel in extremer Mauligkeit. Andere würden halt denken, er ist einfach schlecht gelaunt, die wahre Ursache erkennen nur Eingeweihte.

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      • marianne schreibt:

        ein schoen schlimmer text. schlaf ist soo wichtig. auf das er bald alle familienmitglieder ununterbrochen segnet! bis dahin, die „guten naechte“ ungefragt breittreten und die „schlechten“ mit ignoranz versehen.

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  2. Ich würde dir auch so gerne hier hin schreiben: Es wird besser. Aber wir stehen leider an ähnlicher Stelle wie ihr. Naja, das Hübchen schläft immerhin mittlerweile im eigenen Bett. Und ich tigere dafür nachts oft zwischen meinem Bett (in dem das Baby liegt) und Hübchen-Bett hin und her. Denn natürlich muss nachts die Mama kommen. Der Mann lässt mich dafür immerhin morgens ein bisschen länger schlafen und übernimmt den Kita-Bringdienst. Der dauernd unterbrochene Schlaf (stillen, Hübchen, stillen, Hübchen, wieder stillen) hinterlässt aber auch bei mir Spuren.

    Schreien lassen bei Babys ist keine Option, aber wir haben jetzt damit angefangen, dem 4-Jährigen beizubringen, dass er auch mal alleine wieder einschlafen kann. Klappt manchmal sogar. Also, äh, selten.

    Ach naja, ich denke, am meisten hilft es echt, von anderen zu hören, dass es mit der Zeit besser wird. Also ganz viel mit Freundinnen wie J reden! Alles Gute!

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      • Doch, oft sogar blitzschnell. Aber wenn das Baby weint, bin ich sofort wieder hellwach. Diese Instinkte eben. Der Mann schläft neben dem weinenden Baby meist einfach weiter. Sein Körper denkt vermutlich praktisch: Ich kann das Baby eh nicht stillen, dann muss ich auch nicht aufwachen. 😀

        Ich glaube, aktuell retten mich vor allem die Hormone. Solange ich viel stille, geht es mit dem Schlafmangel besser. Am besten stille ich also weiter bis der Schulbus kommt. 😉

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  3. Ich kann deine Schlafschmerzen fühlen.

    Wir haben einen 22 Monate alten Sohn. Auf meinem Blog habe ich lange schon einen Artikel über das Schlafdesaster angekündigt. Nun wollte ich den Artikel schreiben, da fängt er an durchzuschlafen. Ohne, dass wir viel geändert hätten. Ohne schreien lassen.

    Wie mein guter Freund und Vater von dreien immer sagt: „Es ist alles eine Phase“.

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    • Naja, ich muss schon sagen, ich war lange geduldig. Finde ich. Seit fast vier Jahren warte ich auf merkliche Verbesserung der ganzen Schlafsache, aber bislang hat sich bis auf sporadisches Durchschlafen (vielleicht 5-6 mal) nicht viel getan. Stündliches Aufwachen gibt’s zum Glück nur noch selten, aber es kommt schon auch vor.

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  4. Kaya schreibt:

    Hier bei uns ist es das gleiche. Die Lütte ist mittlerweile 2 3/4 und schläft immerhin in ihrem eigenen Bett (mit Händchenhalten) relativ problemlos ein. Nachts wandert sie (mittlerweile selbstständig – immerhin) in 99 von 100 Nächten in „Mamabett“ rüber.
    Ich habe sie nie schreien lassen und habe es auch nicht vor. Das könnte ich einfach nicht.

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  5. Lara schreibt:

    Toller Text! Mir geht es ähnlich. Diese andauernde Müdigkeit kann einen echt mürbe machen…Trösten tut mich der Gedanke, dass ich ganz fest daran glaube, dass die Mäuse irgendwann anfangen von alleine in ihrem Bett schlafen zu wollen, wenn sie soweit sind. Leider verraten sie uns nicht vorher, wann das sein wird. Da hilft nur abwarten und ganz viel Kaffee 🙂
    P.S.
    Hut ab, dass du mit K befreundet sein kannst. Kinder schreien lassen, ist doch keine Option!

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    • Ja, das ist so eine Sache…ich kenne schon ne Handvoll Menschen, die das mit dem „Schlaflernprogramm“ durchgezogen haben, aber die mir wirklich nahestehenden Freund*innen ticken ähnlich wie wir hier. Ich muss sagen, ich kann die Verzweiflung, die irgendwann (also nach Jahren bei mir) einsetzt, sehr gut verstehen – und auch das Nachdenken über „Maßnahmen“. Ich las mal einen Artikel in der Times oder so, da ging es um ein ebenfalls älteres Kind mit Schlafproblemen, und man empfahl der Mutter tatsächlich, es nachts in seinem Zimmer einzusperren. Irgendwann hat sie das unter Widerwillen auch getan. Das war alles sehr schmerzhaft zu lesen. Irgendwann haben sie dann einfach ein größeres Bett für alle gebaut, glaube ich.

      Ich denk halt auch, dass man sowas Fundamentales wie schlafen nicht erzwingen, sondern höchstens begünstigen kann. Wie man letzteres macht, frag ich mich grad.

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      • Lara schreibt:

        Die Verzweiflung ist nur verständlich, vor allem, wenn das Kind über Jahre schlecht schläft! Aber das Kind in seinem Zimmer einzusperren – wer empfiehlt denn so was?!?
        Hier ist mittlerweile ein kleines Wunder passiert: Der Mausejunge hat vor einer Woche angefangenen in seinem Zimmer zu schlafen, nach fast 3,5 Jahren Familienbett. Ich kann es immer noch nicht fassen und bin unfassbar stolz auf ihn, auch wenn es nur ein paar Stunden sind, die er in seinem Bett schläft. Auslöser war ein kaputtes Nachtlicht (stand bislang auf meinem Nachtisch und hatte den Geist aufgegeben). Ich hatte ihm zwei neue rausgesucht, damit er sich selber eins aussuchen kann. Er wollte unbedingt beide haben. Ich habe ihm dann angeboten, dass wir beide kaufen, wenn eins in sein Kinderzimmer kommt und er dann auch dort schläft. Die überraschende Antwort vom Mausejungen:“Okay.“ Ich hätte gewettet, dass er einen Rückzieher macht, sobald das Nachtlicht tatsächlich da ist. Aber nein. Das kleine Küken wurde von ihm in sein Zimmer getragen und seitdem schläft er dort ein. Selbstverständlich mit Einschlafbegleitung, aber auch da hat er einen Fortschritt gemacht – durfte bislang ausschließlich ich die Einschlafbegleitung machen (am liebsten ist der Mausejunge auf mir drauf gekuschelt eingeschlafen), darf nun auch der Papa die Einschlafbegleitung übernehmen. Auf die Augenringe hatte das allerdings noch keinen positiven Einfluss – wir genießen es gerade zu sehr im Bett Serien zu gucken 😂
        Ich wünsche Dir auch so ein kleines Wunder und ganz viel Kraft bis es geschieht!

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  6. Amara schreibt:

    Besserwissern hilft immer ganz besonders viel. Besonders wenn das Gegenüber auf den Wimpern geht.
    Schreien lassen ist keine Option. Und Familienbett heißt imemrhin nicht aufstehen 😉
    Aber ja, gefühlt klauen die Zwerge die ersten Lebensjahre eins zu eins von ihren Eltern…

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  7. Lisa schreibt:

    Ich kann mich hier voll einreihen, halte mich gerade mit wattigem Hirn am Kaffeebecher fest und bin froh über den freien Vormittag heute.
    Es gibt Kinder, die schlafen einfach besonders viele Jahre besonders schlecht. Vornehmlich die, die auch schon in der Babyzeit mehr Betreuung als andere brauchten (check) und die heute am Tag einfach alles aufsaugen, beobachten, mitkriegen und sich keine Sekunde Pause gönnen (und damit ihren Eltern auch nicht, aber das ist ein anderer Schauplatz) (check), die schon so erwachsen rüber kommen, so verständig, so selbständig vieles schon können (check) und die doch eigentlich noch so klein und schutzbedürftig sind, so sensibel, sich über alles Gedanken machen, jede Schwingung wahrnehmen (check) und genau deshalb noch so viel nächtliche Begleitung und Nähe von uns brauchen (check).
    An guten Tagen erfüllt mich dieses Wissen mit Wärme und Liebe. An schlechten Tagen kommt auch bei mir die Bitterkeit und Wut, warum gerade ich diese ganze Scheisse seit 4 Jahren zu ertragen habe, wo doch alle Welt um mich herum so entspannte, gut schlafende Kinder hat, nur ich irgendwie nicht. Dann bin ich froh über lange Kindergartentage und den Mann, der mich am Morgen noch ein Stündchen länger schlafen lässt und das Kind versorgt. Noch mehr aber besänftigen mich solche Texte wie Deiner und die Kommentare dazu, die mir wieder zeigen, ich sitze hier verdammt nochmal nicht alleine im Boot, ich bin nicht einfach nur nicht belastbar und habe den falschen Erziehungsansatz gewählt. Es liegt irgendwie in der Natur der Dinge und geht vorbei, irgendwann. Hoffe ich.
    Danke dafür! 😍

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    • Danke für Deinen Kommentar. Ich habe eben auch so ein aufmerksames, waches, freundliches Kind, das feine Antennen für seine Mitmenschen hat. Und ja, das ist super, und ich finde mein Kind ganz ganz toll. Ich nehme an, der unruhige Schlaf ist die Schattenseite des wachen Geistes.

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    • Piotra schreibt:

      Hier ein fröhliches „auch so“ zu gefühlt allen checks deinerseits! Vier Jahre schlaflos, zwei Kinder, endlose Falten im Gesicht und trotzdem alles richtig gemacht! CHECKDELUXE!

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    • Oh wow, danke für diese Anregungen. Da erkenne ich meinen Sohn glatt auch drin. Ich finde auch, dass gerade Vierjährige an so einer Schwelle stehen. Können und wissen schon so viel, verstehen einiges und sind eben doch immer noch so klein.

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  8. katharina schreibt:

    huhu, grüße von uns, ich bin mitllerweile unfreiwillig eine Eule, so wie meine Augenringe aussehen.
    Die Kinder kommen nachts reglmäßig in unser Bett. Ich habe jetzt ein großes 2x 2 m Bett. Durchgesetzt, gegen meinem Mann, der meinte, wenn wir nur unbequem genug schlafen, würden wir die Kinder schon in das eigene Bett erziehen ;(
    Ich hatte aber keine Lust mehr auf nächtliches hin und her schleichen und alternativ unbequem vorm Kinderbett zu schlafen.
    Ach ja, und um die Geschichte rund zu machen:
    Die Kinder haben jetzt auch Betten in 1,40 x 2 meter. Da kann ich bequem nebendran schlafen (oder der Mann)
    Egal wo wir nachts pennen können- hauptsache bequem. Und dann grübel ich nachts auch nicht blöd rum 😉

    Die Kids sind 5 und 7- und ganz selten kommt keins zu uns ins Bett.

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    • Dafür, also für die große Matratze im Kinderzimmer, hab ich mich auch soeben entschieden. Und ich glaube echt nicht, dass Kinder das unbequeme Schlafen stört, denen ist das doch total wurst. 🙂

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      • Katharina schreibt:

        mir fällt gerade ein, was im letzten Jahr meinen Schlaf verbessert hat, darf ich kurz erzählen ? Villeicht hilft es ja.
        Ich wünsche mir zwar, dass die Kinder durchschlafen, aber vor allem auch, dass ich nach kurzem Aufwachen wieder schnell einschlafe.
        Mir hat zum Thema: Mama will selbst wieder schnell einschlafen, mein eigener Sport geholfen.
        Zunächst nix großes, sondern nur täglich an die Frische Luft.
        Ich gehe regelmäßig abends alleine (ohne Kinder) 20 bis 30 min spazieren. Oft kommt eine Freundin mit.
        Währenddessen macht der Papa die Kinderbetreuung, also Abendessen, 20 min Kika von 18.50 bis 19.20 , Zähneputzen, Vorlesen.
        Das ist mein Zeitfenster raus zu gehen, zunächst einfach spazieren, später war ich dann soweit zu jogggen. Jetzt wo es kalt ist, mache ich Winterpaue, aber im Februar geht es wieder los.

        Im Sommer wollen die Kinder mit, Fahrradfahren (das will ich eigentlich nicht, weil ich gerne mal alliene bin) aber mal sehen…

        Und in dieser Zeit habe ich festgestellt, dass ich besser schlafe, und die nächtlichen kurzen Störungen besser wegstecke…

        Das war jetzt lange…wenn es eine Anregung für dich sein könnte, würde es mich freuen. Der Weg ist aber durchaus unterschiedlich … lg katta

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  9. S. schreibt:

    Müder Fist Bump von einer, die gerade fast stündlich vom Kind mit „Aufstehen!“ geweckt wird jede Nacht.

    Nicht um oberschlau daher zu kommen, aber doch: kann es was Organisches sein?
    Hier werden Polypen rausgenommen und Röhrchen in die Ohren gesetzt, und das führt hoffentlich bald zu mehr Schlaf.
    Es ist in diesem Alter ja manchmal dann auch was Körperliches, und falls das Kind oft krank ist, könnte man in die Richtung mal schauen.

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    • Ich hab mich das auch schon gefragt, ob irgendwas körperliches sein könnte. Ich kann es mir fast nicht vorstellen, denn das Kind ist ansonsten ziemlich robust. Hab immer Angst, das Schlafen beim Kinderarzt anzusprechen…Kinderärzt*innen sind ja dann oft sehr problemorientiert, sag ich mal.

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  10. Kati schreibt:

    Freundin J könnte ich sein, aber ich kenn‘ dich ja nicht. Meine Kinder sind 7 und 9 und mein Mann und ich schlafen erst seit ca. einem Jahr endlich durch. Vorher hat mindestend immer ein Kind nachts nach uns gerufen (Durst, meist Angst usw.), obwohl sie vorher nie im Elternbett geschlafen haben (außer zum Kuscheln natürlich). Und prompt (scheiß alte Eltern) weckt mich jetzt nachts meine Blase (ha! da rächt sich, dass ich nur beim ersten Kind Zeit hatte für Rückbildungsgymnastik). ES WIRD IRGENDWANN BESSER!

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  11. ojemine schreibt:

    Ohje, nichtschlafen ist scheisse.
    Du bist Du und dein Kind ist dein Kind, und der Papa der Papa, und in der Kombination gibt es euch nur einmal und ihr könnt alles einfach nur genauso machen wie ihr es fühlt. Es gibt keine Patentrezepte und keine Schuldigen.
    Ich hab auch nie Schreienlassen, mit über 4 Jahren ist das Bett meiner Tochter immer noch neben meinem, irgendwann nach 2 Jahren Schlafentzug schlief sie einfach besser. Aber ich kenne einige die auch mit fast 5 noch nicht gut schlafen.
    Wer weiss worans liegt?? Niemand.
    Also Kopf hoch,gönn dir soviel Mittagsschlaf wie du nur kannst, du hast es dir verdient!!

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  12. Ein wirklich kreativer Text trotz Schlafentzug. Ich mag sehr, wie du schreibst. Ist mal was anderes. Vor allem die Wendung „die ganze Welt ein kratziger Wollpullover auf den nackten Synapsen“ ist megagut! 🙂

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  13. Tatiana schreibt:

    Mir geht es genauso wie Dir.
    Ein Zwillingsmädchen schläft zuverlässig durch, das Andere wird bereits ein bis drei Stunden nach dem Einschlafen wieder wach. Nachts natürlich auch! Mich erleichtert es zu hören, dass bei Dir irgendwann auch die Wut kommt!
    Ich habe dann oft ein schlechtes Gewissen! Sie kann ja nichts für ihre Bedürftigkeit. Im Schnitt schlafen übrigens 25% der vierjährigen Kinder noch nicht durch! Ich würde es trotzdem einmal beim Arzt ansprechen, eine eigene Entscheidung triffst Du ja sowieso am Ende! Es gibt aber Fälle in denen es an Apnoen liegt!
    LG

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  14. Veronika schreibt:

    Ich kenne das! Und das meiste von dem, was Lisa heute mittag schrieb, könnte ich so auch unterschreiben! Unser Kind, fast 5, wird nach wie vor einschlafbegleitet und besteht auch noch drauf (haben also auch hier kein „Lernprogramm“ durchgezogen, teils aus eigener Bequemlichkeit, teils aus der Überzeugung, dass er es einfach noch braucht). Bisher hat bei eigentlich allem, was man durch entsprechendes Training forcieren und vielleicht beschleunigen könnte – also z.B. trocken werden, im eigenen Bett schlafen, durchschlafen -, die Erfahrung gezeigt, dass es von selbst kommt, wenn das Kind soweit ist. Und dann mit wesentlich weniger Stress für alle Beteiligten. Der Nachteil daran nur: man muss es auch erwarten können!!
    Gerade beim Schlafen fiel mir das auch oft sehr schwer (Schlafmangel ist ein A****loch!), und auch ich war oft wütend, dass alle anderen die unkomplizierten Kindern haben. Aber irgendwann fing es so schleichend an mit dem Durchschlafen, dass ich gar nicht mehr sagen könnte, wann genau es so weit war. Ich schätze mal, so mit 4 1/4 bis 4 1/2. Erst lange mit noch einmal Wachwerden und Rufen, aber das war ja nichts im Vergleich zu den ersten Jahren. Und jetzt schläft das Kind, wenn es gesund ist und nicht gerade schlecht träumt, tatsächlich 11 bis 12 Stunden am Stück. Es wird also besser!!
    Jetzt muss nur noch ich das Durchschlafen wieder lernen… ;-(

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  15. handaufsherz schreibt:

    Kein Schlaf, keine Libido, kein Sex, kein Gefühl für sich selbst, keine Zuneigung für niemanden (außer den Kids), kein wildes Lachen, kein Tanzen, keine Ahnung, was man selbst noch mag, keine Selbstkontrolle, keine Hobbies, keine Vorlieben, keinen Schimmer wann das besser wird.
    Und so viel Arbeit, viel Frust, viel schlechtes Gewissen, viel Hass, viel Schmollen, viel Unausgesprochenes, viel unfertig Gedachtes, viel Fingerzeig, viel Uninspiriertes, viel Unkreatives, viel Unwissenheit und viel Bullshit.
    Man kann also nicht sagen, dass wenig und viel sich nicht die Balance halten würden. Ein Yin-Yang der Zumutungen. Ach so – und diese Besserung, die immer alle hinterm Horizont herbei beten, schleicht die in kleinen China-Schritten auch mal auf mich zu? Oder ist sie vorher irgendwo abgebogen, zu den Hoffnungs-Mamis?
    Überrascht also nur das tägliche Wunder, das mir geschieht, wenn ich im Kern und ich meine im tiefsten aller Kerne, von der Liebe zu meinen Kindern berührt werde.
    Und wehe man sagt mir, ich soll mein Leben in die Hand nehmen. Genau da ist es, du Penner.

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  16. Anne Bar schreibt:

    Liebe Liz,
    so gerne lese ich Ihren Blog und freue mich wahrhaftig über jeden neuen Beitrag und auch über die neu entdeckten Schattentiere. (Letzteres umso mehr, als bei meiner allerbesten Freundin mit Geburt des 2. Kindes eine bipolare Störung manifest wurde). Mit Bezug auf die Schlafqualen: Auch hier schlafen die Töchter (7 und 3) quasi nie „durch“. Eine Meldung pro Nacht ist zumindest von der Kleinen obligat, und nach wie vor auch von der Großen in der Hälfte der Nächte zu erwarten. Die für uns Eltern praktikabelste Lösung der letzten Jahre ist: keine Prinzipienreiterei, dafür aber optimale und bequeme (Wiederein)Schlafbedingungen für alle schaffen (= große Matratzen/Betten in den diversen Schlafzimmern), bei der ersten nächtlichen Unterbrechung Umverteilung der Schlafstätten (immer 1 Elter pro Kind) und alle schlafen weiter…so sind wir auch nach Jahren des quasi nie „an einem Stück Schlafens“ zumindest hinreichend ausgeruht, denn 1-2 pit stops/Nacht kriegen wir auch in der Langstrecke hin…..
    Ihnen wünsche ich eine zunehmende nächtliche Besserung, machen Sie es sich so bequem wie möglich! Auf Ihre zukünftigen aus- und auch unausgeschlafenen Beiträge freue ich mich sehr.

    Herzliche Grüße!

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  17. Angela schreibt:

    Beste Liz, trotz Schlafmangels ein großartiger Text! Du solltest weniger mit Freundin K reden, sondern lieber hier schreiben, da bekommst du viel mehr Zuspruch (und wir alle lieben das Lesen)! 🙂
    Ja, das mit „das überleben andere ja auch“, das ist immer extrem hilfreich. Richtig: andere! Aber ich rede hier von mir!! Freundin K will ja vielleicht auch nicht gern hören, dass andere ihren Job und noch einen dazu machen, ohne dabei gestresst zu sein, oder?

    Es gibt nicht viele Dinge, für die ich meine Hand ins Feuer lege, aber die folgenden zwei gehören dazu:
    1.) JA, es ist alles nur eine Phase! Auch wenn man das kaum mehr glauben möchte, wenn man schon sehr am (Ver)Zweifeln ist…
    2.) NEIN, es liegt sicher nicht am Familienbett (und das haben schon deutlich versiertere Leute postuliert als ich)! Immerhin musst du so nicht nachts unnötig herumrennen. Bei meinen Schwiegereltern haben alle fünf Kinder von Anfang an im eigenen Bett geschlafen (solange sie gestillt wurden in einer Wiege neben dem Elternbett) und auch alleine (mit Schnuller) eingeschlafen. Wenn meine Schwiegermutter jetzt sieht, wie es bei uns so läuft (NIEMALS alleine einschlafen – zugegeben versuche ich aber auch nicht sehr intensiv, daran was zu ändern, denn zumindest beim Großen liebe ich das Einschlafkuscheln -, abends oft doppelte Party bis 11 oder länger), gesteht sie, dass sie selbst keine Ahnung mehr hat, wie das damals ging… Schreien lassen hat sie nämlich auch kein Kind. Von da her kann ich also keine Tipps erwarten 😉 Jedenfalls, das jüngste Kind hat aus irgend einem Grund aber auch erst irgendwann im Volksschulalter durchgeschlafen…

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  18. b. schreibt:

    Hier auch kein Schlaf: http://gedeih-und-verderb.de/2017/07/26/schlafen/
    Kinder sind 1 und 4, jedes schläft mit einem Elter in einem Zimmer und den größten Teil der Nacht in einem Bett. Das große Kind schläft zwar durch, aber wenig (10h) und wenn wir Pech haben, sehr spät (22.00 Uhr) und eigentlich immer unter Protest. Ich bin müde, aggressiv, oft genug verzweifelt und das obwohl ich das besser schlafene Kind bei mir habe…

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  19. Lotta schreibt:

    Das kommt mir alles SEHR bekannt vor!!! Meine Tochter wird demnächst 4, seit ca. einem halben Jahr schläft sie ENDLICH so gut wie durch, aber nur, wenn jemand neben ihr liegt. Mittlerweile haben wir eine Matratze in ihr Kinderzimmer gelegt, mein Mann und ich wechseln uns jede Nacht bei ihr ab (deshalb durften wir uns auch schon etliche Kommentare anhören, von wegen wir opfern unsere Beziehung und so… Aber das tut man mit Kind doch eh irgendwie). So kann ich wenigstens jede 2. Nacht ruhig schlafen. Das ist eine riesige Erleichterung!!! Das klappt aber auch erst, seit ich ein paar Tage im Krankenhaus verbringen musste, vorher wollte sie auf keinen Fall mit Papa einschlafen und es gab immer grosses Theater. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich die letzten 3,5 Jahre heil überstehen konnte… Und es ist auch mit ein Grund, warum wir uns gegen ein 2. Kind entschieden haben. Das alles nochmal von vorne würde ich nicht überleben, glaube ich.
    Aber ich bin mir trotzdem sicher, daß es jedes Kind irgendwann von selbst schafft (ohne irgendwelche Maßnahmen der Eltern) durchzuschlafen und allein zu schlafen. Einfach dann, wenn es soweit ist. Eigentlich will ja jedes Kind selbständig und „groß“ sein, das eine früher, das andere später. Meistens steckt eher nichts organisches dahinter (ich bin ein bißchen „vom Fach“, aber als Mutter übrigens genauso ratlos). Was ich mittlerweile glaube: sensible Eltern kriegen halt meist sensible Kinder! Da kann man nichts machen!!!
    Laber,laber… tut mir leid, es tut so gut, sich darüber auszulassen. Komischerweise gibt es auch in meinem direkten Umfeld kaum jemanden, der dieses Problem kennt.
    Noch ein dickes Lob zu Deinem Blog (normalerweise mag ich gar keine Blogs zum Thema Familie) und nun Gute Nacht!

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  20. Rumpeltasche schreibt:

    Eigentlich sollte ich arbeiten, aber ich habe mich so über die Benachrichtigung von deinem neuen Blogeintrag gefreut, dass ich ihn ratzfatz gefresslesen habe.
    Darf ich dir sagen, dass es nicht nur dir so geht? Aber ja, ich sag dir das jetzt einfach mal.
    Für mich war/ist das Nichtschlafen meines Kindes der Hauptgrund gewesen, kein zweites Kind zu bekommen, weil:
    a.) ich das erste Jahr maximal 3 Stunden am Stück geschlafen habe
    b.) Schlafentzug einen Menschen aus mir gemacht hat, den ich nicht ausstehen kann
    c.) Ich Angst davor habe, wieder so ein Mensch zu werden
    d.) Schlaf nichts ist, das man erzwingen kann
    e.) ich füchterliche Worte gehört habe, von meiner Umwelt, weil ich mich gegen ein zweites Kind entschieden habe, und für meine geistige (Halb)Gesundheit.
    Klingt jetzt alles ziemlich hohl, sorry.
    Fakt ist, dass mein Bub das erste Mal so mit 2,5 durchgeschlafen hat. Also so richtig – von dem Zeitpunkt des Hinlegens bis hin zum Aufwachen zu einer (halbwegs) humanen Zeit. Im Moment ist es so, jetzt ist er 4, dass er jede (VERDAMMTE!) Nacht munter wird, manchmal sind es schlechte Träume, manchmal ist es nichts, und zu uns ins Bett kriecht. Ich brauch dir sicher nicht zu sagen, wieviel Platz so ein kleiner Körper in einem großen Bett einnehmen kann, vorallem dann, wenn er quer das Bett drapiert wird, mit abgespreizten Armen und Beinen, die dann auch noch traumverfangen zucken und aushauen, sofern das Kind gleich in den Schlaf zurückfindet – was eher selten passiert. Viel mehr ist es so, dass er sich ca eine Stunde lang herumwirft und neu drapiert.
    Ich hoffe, dass es besser wird, bis dahin halte ich mich mit Red Bull und Cola am Überleben.. Schlafentzug ist garstig, und schirch, und geht sehr an die Substanz und zehrt an den Nerven, und macht unsere Haut furchtbar dünn und Wut- bzw Zornesausbrüche viel viel wahrscheinlicher.
    Und ja, diese Ausbrüche passieren. Mir zumindestens. Manchmal. Manchmal öfter. Augeschlafen weniger. Gerade wollte ich schreiben, dass ich dann eine Supermama bin, hab aber dann verschämt löschen müssen, weil ich nie eine Supermama bin. Meistens bin ich nur eine, die irgendwie den Tag übersteht.

    Egal, geht hier nicht um dich – Ratschlag gebe ich dir keinen, die bekommst du überall, ständig, ob gewollt oder nicht, ob brauchbar oder nicht, ob gutgemeint oder nicht.
    Von mir bekommst du einen Schulterklopfer, im Notfall eine Schnaps, oder das Angebot einer Übernachtungsmöglichkeit (falls du in Wien wohnst), damit sich der Mann hingebungsvoll um das Kind kümmern kannst, und du eine Nacht schlafen kannst. 🙂

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  21. Sara schreibt:

    Hm, bei uns läuft es besser, seit mein Mann im Kinderzimmer schläft und das Kind im „Elternbett“. Genug Platz und genug Schlaf. Das Kind schläft sofort wieder ein, wenn es was getrunken hat, ich schlafe sofort wieder ein, wenn ich das Wasserglas gereicht habe und der Mann übernimmt gerne die Morgenschicht, falls ich schlecht geschlafen habe (unabhängig vom Kindaufwachen schlafe ich leider oft sehr unruhig und oberflächlich). Und keine Angst, für die Beziehung ist es das Beste, was passieren kann. Denn ausgeschlafene fröhliche Eltern und ein ausgeschlafenes fröhliches Kind toppt gemeinsames elterliches Einschlafen und Aufwachen. Und Sex ist schließlich unabhängig vom Ehebett möglich. Superkonzept, das ich absolut empfehlen kann. Man bekommt leider nur immer schiefe Blicke, als ob wir Beziehungsprobleme hätten… Das ist es aber wert! 🙂

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  22. Inga-Lisa schreibt:

    Guten Morgen allerseits,
    bitte lest nur weiter, wenn Ihr eine Gegenmeinung vertragen könnt. Es ist schön, dass Ihr Euch alle so einig seid und Euch auf diese Weise gegenseitig stärken könnt. Aber ich denke, es könnte dem Dialog nützen, wenn auch andere Stimmen einfließen. Ich habe drei Kinder, teils schon Teenager, und jede Menge Familien im Freundes- und Bekanntenkreis, und für uns alle ist das Schlafen eine zeitlang ein großes Thema gewesen. Auf der Basis von vielen Jahren Erfahrung, intensivem Austausch, Lektüre und und und komme ich zu dem Schluss, dass große Kinder von drei, vier Jahren oder älter ihre Eltern nicht mehr mehrmals nachts wecken müssen (es sei denn, sie sind akut oder chronisch krank oder haben eine Behinderung), weil sie irgendwie so sind oder das brauchen. Das hat auch nichts mit Schreien lassen zu tun. Alle Menschen werden mehrmals nachts wach und schlafen dann wieder ein, meist ohne sich daran zu erinnern. Was man dazu braucht, um wieder einzuschlafen, ist ab einem gewissen Alter (jenseits der Baby- und Kleinkindzeit) Gewöhnungssache. Ihr kennt das vielleicht selber, wie schnell man sich auch als Erwachsener angewöhnt, zum Beispiel mit einem Hörbuch einzuschlafen, und dann „braucht“ man das, und es ist mühsam, sich umzugewöhnen. Die Kinder verteidigen ihre schönen Gewohnheiten natürlich und es ist ein komplizierter Abstimmungs- und Abwägungsprozess zwischen diesen nächtlichen Momenten, die zwar mühsam, aber (auch für uns Eltern) schöne Momente der Nähe sind, den Forderungen der Kinder und den eigenen Bedürfnissen. Durch diesen Prozess müssen wir als Eltern auf ganz vielen Ebenen durch, und nach meiner Beobachtung setzen wir alle unsere Prioritäten und können nicht in jeder Hinsicht das Wünschenswerte erreichen. Den einen ist das eine wichtiger und den anderen das andere (Ernährung, Bewegung, Kultur, Sprache, Basteln, Sozialverhalten, Hygiene…). Das ist auch richtig so. Aber meiner Meinung nach wäre die ehrliche Sichtweise auf die Schlafthematik, dass Ihr in Eurer Erziehung und in Eurem Leben andere Prioritäten habt, die Schlafsache nicht ganz so wichtig ist und Ihr es auch noch leisten könnt oder vielleicht sogar genießt, Eure großen Kinder mehrmals jede Nacht zu betreuen. Wenn Ihr aber absolut an Eure Grenzen kommt und das wirklich nicht mehr wollt, dann möchte ich Euch ermutigen, dass es absolut drin ist, dass Eure großen Kinder Euch nachts nicht mehr wecken (außer sie sind krank…).
    Alles Gute für Euch! Inga-Lisa

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  23. Magdalena schreibt:

    Ich hebe im Geiste meine linke Faust aus Mitgefühl für euch Mombies. Bei mir hat der Schlafentzug nicht so lange gedauert, „nur“ 10 Monate. Doch in diesen 10 Monaten gab es keine einzige ruhige Nacht. Mein Sohn hat in den 10 Monaten immer in seinem Bettchen in unserem Schlafzimmer geschlafen, natürlich auch einen großen Teil davon in unserem Bett.

    Nach diesen 10 Monaten war ich so derart am Ende, dass ich mit meinem Mann einen Entschluss gefasst habe. Es geht so nicht weiter. Ich wusste und spürte sehr genau, dass ich das so nicht mehr packe. Denn ich war ein völlig übermüdetes und sehr gereiztes A*….

    Meine Rettung kam in Form einer Hebamme, die sich auf Schlaf- und Essenprobleme (auch für Kleinkinder) spezialisiert hat. Mit ihrem Rat haben wir den Umzug des Sohns in sein eigenes Zimmer geschafft. Liebevoll, mit Begleitung solange er das gebraucht hat und ohne Schreien lassen.

    Und das Wunder kam: innerhalb von 1(!) Woche schlief mein Sohn sehr zuverlässig durch. Ich war so derart froh, dass mein Kind als auch wir zur Ruhe kamen.

    Natürlich gibt es immer wieder Unterbrechungen, Phasen, Träume… aber im großen und ganzen funktioniert es.

    Ich erzähle meine Geschichte aus Mitgefühl und nicht mit erhobenem Zeigefinger…
    Vielleicht kann auch euch eine Hilfe von außen dabei helfen wieder zu mehr Schlaf zu finden.

    Ich drücke euch alle Daumen, dass ihr einen Weg findet, der für euch funktioniert.
    Magdalena

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  24. Sehr schöner Text! Die Krabbe wird nun 5 Jahre alt und schläft auch nicht durch, wechselt also innerhalb der Nacht in unser Bett. Ich denke tatsächlich auch, dass das eher Gewohnheit denn Bedürfnis ist, aber für mich ist es okay, denn wegen Wechselmodell ist sie nur die Hälfte der Nächte bei mir. Und wenn sie rüberkommt oder getragen wird, schläft sie sehr schnell wieder ein. Ich bin also meistens trotzdem ausgeruht, daher habe ich keinen Änderungsdruck.
    Seit einem halben Jahr versuche ich immerhin, die Einschlafbegleitung abzuschaffen, das klappt einigermaßen. Ich habe irgendwie das dringende Gefühl, dass es mit 5 Jahren einfach nicht sein sollte, dass sich der ganze Abend UND die ganze Nacht um den Kindesschlaf dreht. Und dieses dringende Gefühl (und eine langsam wachsende und irgendwann nicht mehr auszuhaltende Genervtheit) war bisher immer ein guter Gradmesser, um Veränderungen einzuleiten. Ich denke mir immer, dass das Gefühl erst dann so dringend wird, wenn ich deep at the bottom of my heart spüre, dass die Krabbe auch bereit ist für diese Veränderung. (Weiß ich natürlich nicht genau, aber generell bin ich auch sehr geduldig und wenn ich dann wegen dieses Gefühls Dinge verändere, gibt es meist Akzeptanz seitens der Krabbe. Gegen einen Widerstand würde ich das auch schlecht durchziehen können und wollen.)

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  25. Maria schreibt:

    Dieses verdammte Schlafen! Hier auch das Thema Nr. 1 seit 7 Jahren, und zwar jede Nacht und mehrmals. Beide Kinder schlafen hier echt unruhig (3 und 7), wobei der 7jährige noch konsequenter im unruhig Schlafen ist…daher glaube ich auch – bis zu einem gewissen Grad Charaktersache. Am schlimmsten gelitten habe ich immer, wenn ich es dringend ändern wollte. Sobald ich es geschafft habe (zeitweise) diese Situation anzunehmen und ja, irgendwie Frieden zu schließen, war die Müdigkeit nicht mehr so eine riesen Qual. Klappt manchmal, aber natürlich nicht immer… ich drücke Dir fest die Daumen, dass Deine Tochter ganz bald ruhiger schläft!!!

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  26. Habe dich gerade über MiMa gefunden – dein Interview dort hat mir sehr gefallen. Und beim ersten Blick auf deinen Blog gleich ein Thema, das mich auch beschäftigt. Wir sind zwar mit dem Kind noch nicht soweit, dass wir über’s Durchschlafen auch nur nachdenken, aber die Außenwelt verunsichert mich häufig. Allerdings hält sich unsere Müdigkeit in Grenzen, da wir uns die Nächte teilen. Eine Nacht übernimmt der Mann, die nächste dann ich. Wir sind beides Hauptverdiener und geben somit beide den gleichen Teil Schlaf auf. 🙂
    Dein Blog gefällt mir und ich bleib hier.
    Viele Grüße
    die Frau S.

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  27. Anja schreibt:

    Ich hab Deinen Text verschlungen (toll!) und befinde mich seit 7 Jahren in der Nicht-Schlafen-Dürfen-Zwischenhölle. Es ist nervig, quälend und es gibt Tage, da weiß ich morgens nicht, wie ich mich bis zum Abend wach halten geschweige denn meine Arbeit ordentlich erledigen soll. Beide Kinder (7 und 4) haben echt Phasen, da könnte ich sie nachts zum Mond schießen…Durst, Toilette, Albtaum…irgendwas ist immer.

    Aber ich habe das Familienbett und die Schlafbegleitung nie für uns in Frage gestellt, weil es für mich keine Alternative dazu gibt. Vielleicht ist das so, weil ich selbst im Familienbett groß geworden bin und mir meine Mutter heute immer erzählt, dass sie sich auch für mehrere Jahre wie ein Zombie gefühlt hat und trotzdem keine Nacht bereut.

    Und ja, warum machen die Leute nicht den Mund auf?! Das frage ich mich auch oft. Irgendwie traut sich kaum jemand, offen mit vermeintlichen „Defiziten“ umzugehen, aus Angst einer Erwartungshaltung nicht zu genügen. „Was, Ihr 7jähriger kommt nachts noch in das Ehebett?“ musste ich mir von einer Ergotherapeutin anhören. Es gibt die Erwartungshaltung, dass Kinder und Erwachsene auf eine bestimmte Art funktionieren sollen und es ist dann schwer zu sagen: „Joa, tut er. Und es ist für uns vollkommen okay, wenn er das braucht.“ Viele vertuschen solche Sachen dann lieber. Ich nicht. Es ist okay, wenn er es braucht, auch wenn ich dafür demnächst Streichhölzer für meine Augen brauche. Denn es ist auch okay, wenn man zugibt, dass man seine rechte Hand für 8 Stunden ungestörten Schlaf geben würde!

    Viele Grüße und hoffentlich bald ein paar stille Nächte!
    Anja

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  28. Rike schreibt:

    Love it, my favorite Mamablogger, und wahr ist es auch noch. Die Gene, my friend, die Gene! ist meine Erklärung dazu. Ja es gibt Kinder die gut schlafen. Andere eben nicht. Auch mein (fast) Vierjähriger setzt sich nachts immer noch regelmäßig auf und verlangt nach Mama. Ich habe über die Jahre dazugelernt und Schlaf in meiner Prioritätenliste ganz nach oben hin verlagert. Wenn nix mehr geht schauen die Kids ne Runde Netflix und ich schlafe ne Stunde. Oder der Papa hat Zeit.
    PS: Wahr ist aber auch, dass Du in übermüdetem Zustand noch besser schreibst als ich ausgeschlafen. Bin ja noch Anfänger.

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  29. Anne schreibt:

    Ach ja, ich erinnere mich gut an die Zeit. Ja es ist nur eine Phase. Aber leider habe ich keine guten Neuigkeiten, denn es kommen leider wieder Phasen in denen man nicht genug Schlaf bekommt.
    Meine „Kinder“ sind jetzt 16 und 13 und was soll ich sagen … sie wollen Abends nicht ins Bett und bevor man dann mal einschlafen kann steht man mehrmals auf um zu bitten, dass Licht nach dem Klogang doch bitte auch wieder auszumachen und die Musik bitte über Kopfhörer zu hören.
    Und dann kommen die Abende an denen sie sehr sehr spät (oder besser früh) nach Hause kommen:
    „Mama warum schläfst du nicht einfach, ich komme doch immer pünktlich wie vereinbart nach Hause????“ Tja warum schlafe ich nicht …
    „Ach ja, und könntet ihr mich vielleicht am Samstag gegen 24:00 Uhr abholen? Ihr wollt doch nicht, dass ich so spät noch alleine draußen unterwegs bin. Ginge auch 1 Uhr oder 2 Uhr???? Die anderen dürfen alle bis 3 Uhr! BIIIITTTEEEE“
    …………
    Das ist natürlich nicht jede Nacht so, aber vielleicht reagiert man auch empfindlicher wenn man älter ist und dachte, man hätte es hinter sich…

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