Seifenblasen.

 

stormiscoming

Ich möchte in einer unsichtbaren Blase wohnen. Oder in einer sichtbaren Blase, Hauptsache ist: es kommt niemand rein. Bitte alle raus aus meinem Tanzbereich, der sich im Radius eines halbgestreckten Arms um mich herum befindet; wir kennen das aus Dirty Dancing. Im Tanzbereich soll es bitte ganz still sein, oder wahlweise soll laute Musik darin spielen. Meine Musik, nur meine, und ich tanze allein.

Während ich nachts wach liege, zwischen drei und fünf, das große schwere kleine Kind quer über meinem Brustkorb, fantasiere ich davon. Niemand zerrt, niemand brüllt, niemand reißt Haare aus oder schüttet Saft über dieselben, niemand hat Ansprüche, niemand zwickt und quetscht und macht Zeug in meiner unsichtbaren Blase. Von drinnen winke ich lächelnd, wie die Königin von England.

In Wirklichkeit gibt es keine Blase, und sei sie noch so klein und beengt, es gibt nicht einmal ein dickes Fell, es gibt nur eine dünne Haut. Die ist nutzlos, die lässt alles rein und jeden. Es ist 4.30, in zwei Stunden muss ich aufstehen, ich bin hellwach und todmüde. So unfair, denke ich in einem fort, es ist alles so unfair und unfair und unfair. Ich gebe alles, was ich habe, und noch mehr. Ich mache Schulden bei mir. Ich bin im Minus. In der Trotzphase. Ich will nicht, ich mag nicht mehr, ich schmeiß mich auf den Boden.

Nicht so wenige Menschen bekommen zwei oder drei oder sieben Kinder, absichtlich sogar. Wo ist deren Blase? Brauchen die keine? Oder vielleicht liegt es an mir, und ich habe total keine Ahnung, wie man eine Blase macht; baufällig werden die bei mir, porös. Ein Kinderwimmern reicht, ein Augenrollen, und schon ist da ein Riss. Groß genug, um Träume und Versprechen entweichen zu lassen.

Ich schlafe mal in Ruhe auf dem Sofa, denke ich, und lege ich mich doch wieder ins Bett, auf die wenigen Zentimeter meiner Matratze, die noch bleiben. Das Band zum Kind ist zu fest geflochten, ein knotiges Seil aus Vergangenheit und Anspruch und Worten, die nie ausgesprochen werden. Mein Herz habe ich eingewebt in dieses Band, das zur Bärenfalle geworden ist. Ich wehre mich noch ein bisschen, dann liege ich still. Schuldgefühle strahlen aus bis in den Bauch, oder vielleicht ist es ein Herzinfarkt. Sie braucht mich doch. Ich brauche mich auch. Es ist einfacher, mich im Stich zu lassen als sie.

Das Radio läuft. Gespräche über Mutterschaft. Glückliche Kinder brauchen glückliche Mütter, heißt es. Die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen. Ich denke an die Eltern, deren Bedürfnisse mit denen ihrer Kinder deckungsgleich scheinen. Sind die glücklich? Bin ich es? Sind Liebe und Glück eins? Das Radio rät Selbstfürsorge. Elternschaft als lange Wanderung, mit regelmäßigen Pausen. Eine Wanderung. Was ist auf dem Gipfel, was finde ich da? Und: ist es noch weit? Vielleicht bin ich unterwegs in eine Gletscherspalte gefallen, und liege jetzt allein da unten, und rufe nach mir. Wenn ich mal wieder Zeit habe, geh ich mich suchen.

 

 

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79 Gedanken zu “Seifenblasen.

  1. Laufen unsere Leben parallel? Vielleicht sind unsere Kinder gleich alt oder gleich frech! Bei mir kommt aktuell noch ein schlechtes Gewissen dazu, weil der Mann so viel macht, um mich wo es eben geht zu entlasten. Irgendwie hat der wohl Superkräfte, ganz im Gegensatz zu mir. Manchmal habe ich mich damit abgefunden, dass ich wohl einfach egoistischer bin als die Durchschnittsmutter und mehr freie Räume brauche. Dass ich nicht dazu tauge, meine eigenen Bedürfnisse immer und immer dem Kind unterzuordnen. Und dann tue ich genau das doch immer wieder. Weil es eben mein Kind ist? Weil es mich so sehr braucht? Oder auch ein bisschen, weil die Gesellschaft von mir erwartet, eine aufopferungsvolle Mutter zu sein?
    Jedenfalls: Du bist nicht allein! Liebe Grüße!

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    • Ich weiß auch nicht. Es bringt ja nichts, sich zu vergleichen, aber ich frage mich immer wieder: Wie schaffen die das? Die arbeitenden Fünfkindeltern mit aktivem Twitter-Account und riesigem Online-Netzwerk? Wie werden die nicht bekloppt? Und wann machen die all die Dinge, die zur Persönlichkeitsbewahrung essentiell sind? Vielleicht liest ja so eine/r hier mit und kann hilfreiches Zeug beitragen? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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      • Lila schreibt:

        Du möchtest gerne wissen, wie die das schaffen? Ganz einfach: Mehr Schein als sein.
        Im Ikea Prospekt sieht es immer genau so aus wie bei Pinterest. und es ist genauso wenig echt.
        Stay strong, stay gold und schön, dass du wieder da bist. Ich habe oft sehnsüchtig geguckt ob du wieder was geposted hast.

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      • Lulu schreibt:

        Lila: genau!
        Außerdem vergisst diese fordernde politisch korrekte Gesellschaft mit ihrem perfekten Bild von glücklichen, patenten Müttern schnell, dass auch Eltern einfach nur MENSCHEN sind!
        Und die haben auch mal das recht, einfach vor allem davonzulaufen ❤ (wenigstens in Gedanken!)

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      • Ich denke gerade, während ich das lese: diese, jene nie erschöpften, immer gut aussehenden und vor allem organisierten Menschen waren mir schon immer ein Rätsel. Also auch ohne Kind. In Berlin gibt es so einen Grundtenor an mehr oder weniger verwahrlost aussehenden Leuten, die am Morgen in die Büros diffundieren oder doch nur in der Ringbahn abhängen., nicht wahr. Man denke nur daran, wie die Menschen andernorts unterwegs sind. In München. Düsseldorf. Frankfurt am Main. Wobei: Ich lebe am Kollwitzplatz. Da sieht das genuin ganz klar ganz anders aus als in Neukölln. Mehr so nach Skigebiet. Aber zurück zum Ausgangsinteresse: In Frankfurt, wo ich vor Berlin lebte, schien die große Mehrheit unter den Frauen immer frisch frisiert und im Kostüm wohl gekleidet zu sein. Keine Flecken. Keine Falten. Fehlerfrei. Ich war hingegen immer voller Flecken. Falten. Nie fehlerfrei. Vielleicht auch nur so ein Gefühl. In jedem Fall aber: unheimlich, das.

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  2. Claudia schreibt:

    Es heisst ja immer, man wächst mit seinen Aufgaben. Manchmal wünschte ich, ich wäre schon groß. Vielen Dank für diesen Text. Dies ist mir alles so so vertraut.

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  3. Ich mag deine Texte und dich auch. Sehr. Ehrlich und so lustig geschrieben.
    Einen Tip willst du? Wie „die“ das machen, mit dem nicht bekloppt werden? Sind DIE auch, bekloppt, reden aber nicht so viel drüber. Reden natürlich über viel, aber über das ganze Tolle. Man kann schönreden finden, wie man will, aber es hilft gut. Musst ja nicht gleich übertreiben, aber an der Glasvollsache ist was dran. Man glaubt sich selbst irgendwann. Und jetzt hör auf Rumzujammern. Du kannst super schreiben, siehst gut aus, bist ein junges Ding, dein Kind ist bald groß und die Welt ist schön. Scheiss auf die Blase scheiss auf die andern. Und ich liebe deinen Text dafür, dass du dich traust, ihn zu schreiben. Du überhaupt nicht schlechte Mutter. LG

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    • Hoffrau schreibt:

      Meine Kids sind inzwischen “groß“. Ich kann mich gut an die Zeiten erinnern, wo ich nicht ich selbst war. Aber nun habe ich mich wieder. Und die Kinder sind auch noch da. Und es ist, wie ich es mir erhofft habe, als ich mir Kinder wünschte.
      Danke für den Text und das Bild mit dem eingewebten Herzen.

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    • Jetzt muss ich lachen. Wobei, ein junges Ding bin ich nicht mehr so richtig. Aus der Perspektive meiner 90-jährigen Großeltern natürlich schon. Sicherlich ist die Perspektive ausschlaggebend.

      Ein bisschen Probleme habe ich immer mit dem Begriff „rumjammern“. Weil ich ihn überhaupt nicht einordnen kann. Wie lautet seine Definition? Generell finde ich: Man muss sagen dürfen, wenn es einem grad scheiße geht. Weil das gesellschaftlich gar nicht erwünscht ist, dass es einem scheiße geht. Weil man dann keinen Beitrag leistet, und das muss man ja. Und sobald ich gesagt habe, was mich gerade schmerzt, und dann andere Menschen kommen, die sagen: Ja, ich auch, und ja, hier auch – dann geht es mir besser. Dann scheitere ich nicht mehr als Individuum, sondern habe Community gefunden.

      Zum Trauen: Ich traue mich sehr oft nicht, meine Texte zu posten, und dann mache ich es dennoch. Hier in den Kommentaren geht es auch ungeheuer freundlich zu, was ich liebe. Empowerment. Anderswo, wenn diese Texte zum Beispiel auf Facebook geteilt werden, gibt es durchaus was auf die Fresse. Weil ich das nicht gut vertragen kann, lese ich das nicht mehr. Wie ich ja oben schrieb, ich hab kein dickes Fell.

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      • nico schreibt:

        ZUM THEMA TRAUEN: Ich habe noch nie, nie, nie irgendeinen Blog kommentiert. Aber jetzt muss es sein!
        Ich bin über eine gute Freundin auf Deinen gestoßen und freue mich über jeden neuen Beitrag von Dir. Weil Du jedes Mal so verdammt recht hast und ich jedes verdammte Mal weinen könnte, weil es jemanden gibt, der einem so genau aus dem Herzen schreibt. DANKE!

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      • Koddi schreibt:

        Beim ersten Kind habe ich auch viel ‚rumgejammert‘- nein, ich habe einfach ganz ehrlich allen erzählt wie scheiße anstrengend das alles ist mit einem Baby. Wie viel man zu tun hat, rund um die Uhr- keine Freizeit – keine Freiheit mehr. Dass ich es immer geahnt habe, dass die Nächte einen fertig machen aber jetzt trotzdem völlig überrascht bin wie heftig es ist. Wie traurig ich manchmal bin, meinem Mann zwar gegenüber zu sitzen am Frühstückstisch aber trotzdem Sehnsucht nach ihn zu empfinden weil das was wir vorher hatten nun so nicht mehr da ist und wir keine Zeit mehr füreinander haben.
        Ich habe mich gefragt wieso mir vorher eigentlich niemand all dies erzählt hat???? Wieso ist niemand ehrlich gewesen oder habe ich nicht richtig hingehört? Ich habe mich jedenfalls verpflichtet gefühlt allen zu erzählen „wie es wirklich ist“. Wollte aufklären sozusagen. Und viele haben sich glaube ich über die Ehrlichkeit gefreut und rückten auch erst dann mit der Sprache raus, dass es ihnen genauso geht.

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    • Susanne schreibt:

      Liebe Kiddo-Mama,
      jetzt hab ich irgendwie das Bedürfnis Melaniegaranin zu erklären…die wahrschl gar niemanden braucht, der sie erklärt…
      Naja trotzdem: Lies mal ihren tollen Blog, da wird klar, dass sie das mit dem Rumjammern nicht böse gemeint hat. sondern in ihrer Art irgendwie echt aufbauend! (Übrigens: Melanie hat 4 Minus 1 Kinder.)
      Ich habe 2 Minus 1 Kind. Das ist 7 Monate alt und ich empfinde oft genau wie in deinem Text (Danke fürs Schreiben!).
      Und weil mein erstes (behindertes) Kind im Alter von drei Jahren gestorben ist vor 2 Jahren, denke ich manchmal, ich muss jetzt dankbar für das 2. Kind sein und darf nicht jammern…was ja Quatsch ist…aber sowas denkt man halt.
      Deshalb umso mehr Danke an dich!
      (Und schau mal echt bei Melanie rein, dass lohnt sich nicht nur, weil sie ne tolle Illustratorin ist!)

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  4. Bina schreibt:

    Oh ja, so eine Blase wünsche ich mir auch, braucht auch nur klitzeklein zu sein. Auch nur ganz kurz. Jeden Abend denke ich mir: Heute Nacht schlafe ich auf der Couch. Ganz allein! Dann liege ich doch reglos und schlaflos im Bett, während Kind 1.0 schwer an meinem Rücken schnarcht, die Füße zwischen meine Knie gequetscht und Kind 2.0 sich warm und schwer atmend an meine Brust kuschelt… Ich frage mich, wie lange ich das aushalten kann. Ich weiß, ich werde es vermissen, wenn die beiden mich nicht mehr so sehr brauchen.

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  5. eliana schreibt:

    Es fühlt sich gut an. Weil man ja doch nicht alleine scheint.
    Danke das es schaffst meine wirren Gedanken zusammenzufassen und in Worte zu verpacken. Verständlich schwarz auf weiß. 3 mal hintereinander gelesen..
    Ehrlich und so nah.

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  6. Anna schreibt:

    Ich bin stille Mitleserin deines blogs seit dem ersten Beitrag. Beziehungsweise, ich habe alle Beiträge gelesen und mich zu den letzten durchgescrollt. Alle paar Wochen checke ich deinen Blog und freue mich jedes Mal so sehr, wenn du mal wieder etwas geschrieben hast. Also erst mal, danke dafür. Ich habe selbst keinen Blog, kenne aber einige Familien, die Blogs unterhalten, persönlich. Selbstdarstellung und gelebte Realität weichen mitunter wirklich eklatant voneinander ab. Das erzählte und fotografierte Leben und die Realität sind zwei völlig voneinander unterschiedliche Dinge. Das wusste ich zwar schon vorher, aber es hat wirklich gut getan, das am lebenden Beispiel einmal zu erleben. Zudem muss ja auch noch gesagt werden, dass viele Blogs mit der Selbstdarstellung tatsächlich Geld verdienen. Wer macht denn einen Blog, einfach so, ohne einem irgend etwas verkaufen zu wollen? Ohne Affiliate, eBook, Kurs, sponsored content, emailmarketing, ….? you name it.

    Zweitens, ich kann deine Gefühle absolut nachempfinden. Ich habe zwei Kinder, die ich sehr liebe und umsorge. Dafür aber auch keinen Kindergarten (wir sind kitafrei by choice) und kaum bis keine Unterstützung von Verwandten. Das bedeutet, dass ich (mehr oder weniger unfreiwillig, auf jeden Fall ungeplant) 24/7 für die Kinder da bin, wenn Papa nicht da ist, als alleinige Bezugsperson. Das ist nicht so gedacht, dass eine Frau alleine beziehungsweise zwei Eltern alleine für den Lebensunterhalt sorgen und sich gleichzeitig um das Kind oder die Kinder kümmern!!! Da fehlt einfach der Rückhalt der erweiterten Familie beziehungsweise auch der gesellschaftliche Unterstützung. Ich empfinde es als Hohn wenn den Müttern dann auch noch die Doppelbindung „achte gut auf dich selbst, aber sei immer eine perfekte Mutter“ unter die Nase gehalten wird. Niemand spricht das so wirklich aus, aber die Botschaften, die überall gesendet werden, sagen doch im Kern genau das aus. Oder so hohle Phrasen wie „hole dir Hilfe.“ Oder „lerne im Haushalt fünf gerade sein zu lassen“. Ich persönlich habe jedenfalls noch nie der Hilfe die Tür aufgemacht und gesagt tschüss, ich brauche dich nicht. Und dass sich ein liegen gelassen Haushalt bitter rächt, das brauche ich wohl keiner Mutter zu erzählen. Es ist überfordernd, alleine als Kernfamilie für ein kleines Kind dazu sein. Hättest du jetzt eine Oma, die morgens mit deinem Kind aufstehen würde und schon mal das Frühstück vorbereitet hätte weil sie nachts gut geschlafen hätte, und würde irgend jemand für dich mit einkaufen, und dein Kind nachmittags glücklich mit zehn anderen Kindern spielen, während du mit deinen Grschwistern und Freunden das Essen zusammen kochst wären deine Gefühle mit Sicherheit andere. Oder wenn du genug Geld hättest, um dir täglich eine Haushaltshilfe und eine persönliche Nanny zu leisten. selbstfürsorge? Ja, klar, das geht, wenn man entweder genug Geld oder Unterstützung von anderen Menschen hat. Diese ganz einfache Wahrheit fällt oft unter den Teppich. Und dann kriegt man noch ein schlechtes Gewissen gemacht, weil man sich nicht genug um sich selbst kümmert.

    Das ist vom Prinzip ein bisschen so wie in diesem bescheuerten Zeitschriften der Krankenkassen. Da geht es auch immer darum, wie man sich mit Yoga und Entspannung wieder fit machen kann. Das kann man dann auch umgedreht lesen: wenn du nicht fit und entspannt bist, hast du eben nicht genug Yoga gemacht beziehungsweise es versäumt, dich darum zu kümmern. Die Realität ist doch, dass die Arbeits- und Lebensverhältnisse der Gesellschaft absolut ungerecht und menschenfeindlich gestaltet sind. Diese zu ändern wäre doch der eigentliche Ansatzpunkt, und nicht irgendwelche Yogastündchen nach dem Job. Aber Hauptsache, der Fokus bleibt auf dem einzelnen Menschen, dann kommt nämlich keiner auf den Gedanken, das System infrage zu stellen.

    Ich finde es vollkommen gerechtfertigt, unglücklich zu sein, und seine Ruhe haben zu wollen und schmerzlich seine persönliche Freiheit zu vermissen. Mir geht das sehr, sehr oft so, Und ich wirke nach außen bestimmt auf die eine Vorzeigemama, verständnisvoll and all. Ich finde zudem, dass es absoluten Respekt verdient hat, dass du in der Lage bist, dich trotzdem neben dein Kind zu legen, Weil es dich braucht. Vielleicht kommt dir das selbstverständlich vor, das ist es aber nicht. Das Kind ist noch ganz ganz klein, wir sind schon erwachsen. Ich fühle mit dir mit, mir geht es oft genauso.

    Schade, dass du in Berlin wohnst, sonst würde ich dir morgens einfach mal Brötchen vorbeibringen. Wenn du mal quatschen magst, schick mir doch einfach eine e-Mail. allein das hat mir oft geholfen, dass mir einfach mal jemand zuhört.

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    • Danke für Deinen ausführlichen Kommentar und Deine Worte! Bei uns sind das irgendwie immer so Phasen. Derzeit arbeiten wir beide Vollzeit, in Schichten. Das ist nur ein paar Wochen lang so, aber ich finde es ganz schön krass. Theoretisch darf nicht mal einer kurz krank werden, praktisch passiert das natürlich doch.

      Ich bin dabei, mir mehr Raum zu verschaffen. Aber weil ich das noch nie gemacht habe, geht es mir nicht leicht von der Hand.

      Und das mit der familiären Unterstützung ist SO richtig. Alle Eltern, die ich kenne und die hier auch Familie haben, sind wesentlich besser aufgestellt als wir.

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  7. Linda schreibt:

    Ach. Hier.
    Hier für: hier meldet sich eine zu Wort mit mehr als einem Kind.
    Hier für: wie macht die das?
    Und auch hier für: ich hab keine Ahnung.

    Ich brauche definitiv Raum und Blase. Schon immer. Noch immer. Für immer?!
    Und mir Raum zu schaffen klappt wohl einfach mal mehr und mal weniger gut.
    Meine Grundvoraussetzung ist die 50/50 Aufteilung der Kinderzeit mit dem Liebsten. Da ist also Raum ohne Kinder. Mal ist da dann n Job, mal Papierkram, Termine etc. aber mal, so wie morgen, zb. auch eine Massage.

    Wie das mit mehr als einem Kind ist….
    Ich gehöre zu denen die den Übergang von null auf ein Kind viel härter fanden als von einem zu zwei Kindern.
    Von daher kann ich sagen, dass das mit dem Raum mit zwei Kindern ebenso gut/schlecht klappt wie mit einem
    Kind.

    Na und dann weiß ich es ja auch nicht….
    Mich ein Stück rauszunehmen wenn ich die Kinder um mich habe, das gelingt mir nur wenn ich zum Arschloch mutiere. Traurig oft in letzter Zeit.

    Aber!!! Mit dem Wissen um die Notwendigkeit von Raum und Blase und den Wunsch zur Erschaffung eben dieser, bin ich sicher, dass das erlernbar ist.
    Tachakka!!!

    Liebste Grüße, die Wortmutter

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    • Hello again! Und danke für Deine Perspektive!

      Im ersten Jahr oder so fand ich den Übergang von 0 auf 1 überhaupt nicht schlimm. Ich war so gern in Elternzeit und fand alles irre schön. Echt jetzt. Seit ich wieder arbeite, und zum Teil auch viel arbeite, gleichzeitig aber auch viel für mein Kind da bin – seitdem schwinden meine Ressourcen. Ich hetze gefühlt nur herum. Immer zu spät, immer zu schlecht vorbereitet, immer zu gestresst.

      Mann und ich arbeiten beide freiberuflich, deshalb teilen wir uns auch relativ viel. Aber 50/50 haut das nicht hin, obwohl ich mehr arbeite als er (sowohl Care als auch Lohn). Was aber auch, das muss ich zugeben, an meinem dauernden schlechten Gewissen liegt. Er kann das Kind sehr viel besser loslassen als ich, auf eine gesunde Art. Was wiederum an unserer sehr unterschiedlichen Kindheit liegen mag. Es ist kompliziert.

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  8. Alleswirdgut schreibt:

    3:34; seit einer Stunde wach. Aus Gewohnheit und weil ungut klingender Husten aus dem Kinderzimmer schallt. Ich weiß jetzt schon: In 4 Stunden bleibt mindestens ein Kind der Kita fern. Wenn es nur eins ist, nehme ich es mit ins Büro. Bei zweien tue ich so als würde ich von Zuhause arbeiten. Die ersten Emails dazu habe ich vor fünf Minuten verschickt, damit den Kinderlosen klar ist, dass ich tatsächlich nachts kranke Kinder pflege. Und dass ich in genau 3 Stunden schnell aus dem Büro geholt habe, was ich brauche, um vom Esstisch zu arbeiten, während die Kollegen noch genüsslich in den Kissen schlummern. Dieser Spagat, immer und überall ansprechbar zu sein und alles zu wissen (Von: Wie lösen wir das Problem? Über: Wo ist das Klebeband? Bis: Wie zieht man eine Hose an?) zermürbt. Ich will nicht nur sagen: Das ist mein Tanzbereich, sondern auch: Keine Ahnung.
    Auch wenn es mich gleichzeitig mit Trauer erfüllt, weil ich dir das Beste wünsche, freue ich mich zu wissen, dass da ein paar Kilometer auch eine Mutter wach ist, die um jeden Zentimeter kämpft, auch um jeden Zentimter im Kopf, vielleicht auch im Herzen.
    Bleib stark. Der Weg ist das Ziel, nehme ich an.

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    • Oh Gott ja, das Büro. Die Kollegen. Die kranken Kinder. Das ist echt Hölle. Ich treffe aufgrund meiner Freiberuflichkeit auf ganz viele unterschiedliche Kolleg*innen. Manche sind da komplett verständnislos – aber andere machen mich ziemlich glücklich, weil sie mir ganz schlicht Respekt und Wertschätzung entgegen bringen. Neulich sagte jemand: „Ich find das so super, wie Ihr das mit Arbeiten und Kind handhabt, ich wünsch mir das auch so, später mal“. Das überraschte und freute mich sehr (auch wenn es natürlich nur die Außenperspektive wiedergibt).

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  9. Nadine schreibt:

    Ich mag deine Texte sehr und du scheinst ja mal wieder einen Nerv getroffen zu haben, wie man an den Kommentaren sieht.
    Wie man das als arbeitende Mehrfachmama schafft (bdw. im Alltag auch ohne verwandschaftliche Hilfe)? In dem man daran arbeitet, sein schlechtes Gewissen zu ignorieren und anfängt egoistisch zu handeln. Der Vorteil wenn man 2 oder mehr Kids hat, ist, dass das große Kind mit Geburt des Geschwisterkindes automatisch lernt, dass man auch mal warten muss oder andere Bedürfnisse gerade dringlicher sind (Stichwort ist hier Bedürfnissaufschub, nicht Unterlassung!). Als Mama lernt man dann abzuwägen, welches Bedürfnis gerade dringlicher ist und das macht es einfacher auch mal zu sagen, MEIN Bedürfnis ist jetzt am dringensten.
    Mein zweites Geheimnis ist, mir Me-Time bewusst zu machen. Ich habe z.B. 35min Arbeitsweg. Die habe ich für mich als Me-Time erkannt. Ich kann meine Mucke hören, ich lasse den chaotischen Morgen bzw. den Arbeitsstress hinter mir und komme relativ entspannt an. Oder aktuell als frischgebackene 3fach-Mama ist meine Me-Time halt eine ungestörte Dusche oder gerade jetzt: Der Papa beschmust das Baby, die beiden Großen (3 und 5 Jahre) haben Spielbesuch und ich sitze im KiZi und lese/kommentiere Blogs ;o)
    Als mein großer Sohn so alt war wie das Kiddo habe ich bewußt angefangen, mir bei ihm auch Me-Time einzufordern. Ich möchte jetzt 10min in Ruhe Zeitung lesen, dann spiele ich mit dir eine halbe Stunde oder so ähnlich… Bedürfnisorientierte Erziehung heist nämlich, alle Bedürfnisse der Kernfamilie im Gleichgewicht zu halten – auch die der Mama!

    Du darfst also gerne jammern und uns dein Leid klagen, an der Heilung und Verdickung der Blase musst du aber (leider) selber arbeiten :o)

    Alles Liebe,
    Nadine

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    • Ja, ich glaube auch, dass dies bei sehr vielen Frauen*, aber nicht bei allen, der Knackpunkt ist: das schlechte Gewissen. Was mich betrifft, habe ich zumindest herausgefunden, dass dieses schlechte Gewissen ganz lange und tiefe Wurzeln hat. Die reichen bis in meine Kindheit zurück und werden von mir nur langsam und mühevoll auf ein gesundes Maß beschnitten.

      Ich wünschte, ich könnte diesen Prozess beschleunigen, aber ich kann es nicht. Es dauert so lange, wie es dauert. Sehr ärgerlich, aber so isses eben.

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  10. lottetotte schreibt:

    Dein Text triggert mich gerade voll an…
    Ich arbeite in Vollzeit, der Mann auch, aber er kann sich seine Zeit gut und zu seinen Vorteilen einteilen.Wir leben ein manchmal sehr anstrengendes Patchworkleben (meiner, seiner, unser Sohn) mit allen Schikanen, was nicht bedeutet, dass es nicht auch gut ist. Großeltern gibt es auch (teilweise). Aber die sind beschäftigt. Mit sich, oder mit vielen Reisen. Es gibt da keine Konstanz, keine Rituale, keine festen Oma- Wochenenden. Das zermürbt mich.
    ICH möchte mal wieder ALLEIN aufwachen, ALLEIN frühstücken, ALLEIN meinen Tag verplanen, den ich ALLEIN verbringen will. OHNE schlechtes Gewissen. Aber wie soll man das bitte einfordern? Hat da mal irgendwer einen brauchbaren Tipp???
    Ich möchte nämlich, ganz ehrlich, auch nicht den Mann dabeihaben. Nee! Ich will wirklich mal alleine in einer Blase sitzen und machen was ich will. Auf keinerlei Bedürfnisse eingehen und keine erfüllen müssen! Boah! Danke für deine Worte… Und danke für’s kurze auskotzen dürfen! 😉

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    • Claudia schreibt:

      Ich als Einkind-Mama (3 Jahre) habe sehr viel Seifenblasen Me-Time, die ich auch dringend brauche, um eine zufriedene Mama zu sein. Mein Mann und ich arbeiten beide nur Teilzeit (er 30, ich 25 Stunden) und wir teilen uns die Nachmittage und Abende oft auf, so dass ich sicher zwei Nachmittage frei habe und auch abends oft Freunde treffe. Am Wochenende genauso, meist teilen wir die Tage, so dass jeder sein Ding machen kann. Familienzeit ist zwar etwas rar, aber letztlich verbringen wir doch noch viel Zeit zusammen und jeder hat seine Freiräume, was uns sehr gut tut. Wir sind beide nicht so die aufeinander Hocker 😉 Ich war sogar kürztlich eine Woche mit einer Freundin alleine verreist, das war der Himmel auf Erden. Mein Mann verbringt sehr gerne Zeit mit unserer Tochter und macht das super. Da sie ihn abgöttisch liebt, habe ich auch kein schlechtes Gewissen. Für uns klappt das prima, ich habe aber auch von Anfang an loslassen können und ihn machen lassen, daher haben die beiden eine super Beziehung und kommen ohne mich sehr gut klar 🙂

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  11. Alexandra schreibt:

    Ich kenne das auch gut. Zwei Kinder und beide Elternteile im Vollzeitjob. Ich hab den Text ein paar Mal lesen müssen so sehr hat er mir gefallen. Ich will auch eine Blase und ich nehme nur das Meer mit und ungezählte Flaschen gut gekühlten Weisswein. Liebe Grüsse

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  12. katha schreibt:

    Du sprichst mir aus der Seele. Es wäre so wunderbar wundervoll, einfach mal Ruhe zu haben. Manchmal ist alles zu viel. Das Kind, das nachts zum x.ten Mal wach wird, und man versucht es zu beruhigen. Der Mann, der daneben liegt und leise schnarcht. Und die eigenen Gedanken, die lauter sind als jedes Schnarchen – mit jedem Wachwerden ein bißchen ärgerlicher, ein bißchen drängender, bis der Atem des Kindes sich wieder verlangsamt, es einschläft, man selber zur Ruhe kommt und auch weiterschläft.
    Man wird ja oft darauf hingewiesen, wie anstrengend das Leben mit Kind sein kann, aber wie anstrengend es wirklich ist; das habe ich nicht geahnt.
    Ich hab hier leider auch keine Großeltern in der Nähe, die würden sicher einiges vereinfachen. Auch das ist für uns ein Grund gegen ein zweites Kind (davon gibt es allerdings noch viele mehr, so ist es nicht).

    Familie ist wunderschön, aber auch sehr, sehr anstrengend.

    Danke für deinen tollen Beitrag.

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    • Oh, dear. Ich frage mich das wirklich öfter – was denken all die Schwangeren und Frisch-Eltern, wenn sie in diesen Todesstern geraten, den mein Blog offensichtlich darstellt. Nicht schön. Ich möchte nicht, dass hier eine/r mit doofem Gefühl weggeht. Also hole ich mal ein bisschen aus, ja?

      Es war so: Ich war nicht so gern schwanger. Aber größtenteils war es in Ordnung, und die Bewegungen des Babys fand ich am allerbesten. Das war so schön! Die Geburt war Mist, aber das ganze Jahr danach, vor dem ich solche Angst hatte, war wundervoll. Ich schreibe noch nen extra Post dazu. Ich war noch nie in meinem Leben so glücklich wie in diesem Jahr, ganz ehrlich. Trotz Schlafmangel (den ich immer noch habe, aber das ist halt so) und allem.

      Schwierig ist es für mich immer dann, wenn ich Vollzeit arbeiten muss. Aus so einer Situation heraus habe ich diesen Text geschrieben. Es liegt also eher an den Umständen: Die persönliche Unfähigkeit, Raum einzufordern, kombiniert mit einem recht anstrengenden Beruf (bin freiberufliche Creative Director und Konzepterin in der Werbung) und einer chronisch schlechten gesundheitlichen Verfassung. Da kann es einer schon mal zu viel werden. Das passiert immer wieder, und wie Du liest, ist man damit nicht allein. Es sind also wenigstens immer Menschen da draußen, die Dich verstehen. Und was ich hier nicht aufgeschrieben habe, aber gleichermaßen die Wahrheit ist: Mein Kind ist super. Oh Boy, ist das Kind toll. Ich könnte mir echt kein besseres Kind vorstellen als dieses. Und es gibt so viele lustige, ergreifende, wunderbare Momente. Wie Glitzer, den jemand über meinen Alltag streut. Immer mal wieder finde ich so ein Glitzerteilchen.

      Hab keine Angst. Das wird toll. Und manchmal wird es nicht so toll, aber so ist das mit den großen Dingen im Leben.

      Und wenn Du noch hier bist, lies doch lieber bitte dies: https://kiddothekid.com/tag/liebes-kiddo/

      Und auch das: https://kiddothekid.com/2015/07/02/du-kiddo/

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      • Pizzicato schreibt:

        Danke, das baut mich tatsächlich ein bisschen auf.
        Als Todesstern würde ich Dein Blog jetzt nicht bezeichnen, ich lese hier gerne. Und ich lese solche Sachen eben auch viel bei anderen.
        Mein Problem ist: Ich bin auch nicht so besonders gerne schwanger und kann das nicht besonders gut akzeptieren. Zum einen, weil dieses Kind ein absolutes Wunschkind ist und ich mich deshalb wundere, weshalb mein Körper sich dann offenbar so dagegen wehrt. Zum anderen, weil ich mir Schwangerschaft eben so viel schöner vorgestellt habe, dass ich jetzt Sorge habe, dass sich das mit Kind letztendlich ähnlich herausstellt…

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      • Ja, das ging mir mit der Schwangerschaft auch so. Viele Jahre lang war mir die Vorstellung, dass da ein Mensch in meinem Bauch lebt, sogar absolut zuwider. Hat mich total in Panik versetzt. Und dann war eben der Wunsch so groß, und ich dachte: Okay, das schaffst Du.

        Am meisten überrascht hat mich, dass ich die letzten 3 Monate am besten fand. Das zweite Trimester, in dem ja alle immer so lebenslustig und happy und aktiv sein sollen, war mir irgendwie unheimlich. Und ganz am Anfang war mir einfach nur dauernd elend. Mit richtig dickem Bauch war ich dann aber echt gut drauf. Ich fand den so schön, und das aktive Baby darin hat mir Freude bereitet.

        Einer zweiten Schwangerschaft würde ich dennoch mit der gleichen Angst entgegen blicken wie der ersten. Es gibt keine Norm, wie frau die Schwangerschaft zu empfinden hat. Es ist völlig okay, wenn es Dir damit nicht so gut geht. Das sagt absolut gar nichts, wirklich gar nichts, darüber aus, wie Deine Bindung zum Kind sich gestaltet.

        Beispiel: Ich hatte eine lange, blöde Geburt mit Notkaiserschnitt (bitte keine Angst bekommen hier, das ist nicht die Norm). Also schlechte Voraussetzungen, um „richtig“ bonden zu können. Und prima Voraussetzungen für eine Wochenbettdepression. Aber guess what, alles war prima. So oft geht es tatsächlich viel besser aus, als unsere ängstlichen Gedanken es uns glauben machen wollen.

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    • Silke M. schreibt:

      Oh, jetzt hab ich zuerst meins gepostet und DANN erst all die Kommentare gelesen. Na, Bravo, ich…
      Pizzicato, „schwanger sein“ und sein Kind zu sehen, fühlen etc. sind sehr verschiedene Zustände. Ich war zwei Mal trotz allem Kinderwunsch recht ungern schwanger, hatte Panik vor dem „Alien“ in meinem Bauch, fühlte mich fremdbestimmt und sehnte den Moment herbei, meinen Körper wieder für mich zu haben. Aber halt – das bedeutete ja „Geburt“ – und guess what – davor hatte ich auch Panik.

      Beim ersten Kind stellte sich auch überhaupt nicht „im ersten Moment“ die viel gepriesene Mutterliebe ein, eher eine Verbundenheit und ein Gefühl zwischen Schock und Neugier: DAS ist mein Kind?! Die Liebe wuchs mit der Vertrautheit.

      Beim zweiten Kind war das ganz ähnlich.

      Ich kann und möchte dir Mut machen, Eltern sein – Mutter sein, manchmal ists arg streng und alles. Manchmal will ich schreiend wegrennen. Aber niemals war mein Leben so erfüllt, so sinnvoll, wie seitdem ich Mama bin.

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      • Pizzicato schreibt:

        Danke. Das hilft mir besonders an Tagen wie heute, wo ich mich so überhaupt nicht zu Hause in meinem Körper fühle. Wo mein Blutdruck hoch und runter geht und ich mich einfach nur jämmerlich und insuffizient fühle. Wo ich (schon wieder) ohne Termin bei der Gyn sitze, weil lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, und genau die nervige Schwangere bin, die ich nie sein wollte (und ich studiere selbst Medizin, ich weiß, wann Patienten nerven, da bedarf es der Schwesternblicke nicht auch noch…).
        Jedenfalls geben mir Eure Kommentare Hoffnung, dass ich nicht zwangsläufig von einer unzufriedenen Schwangeren zur unzufriedenen Mutter werde. Und alles was mit Beziehung zum Kind zu tun hat genieße ich auch, besonders die gerade erst spürbar gewordenen Bewegungen. Wenn halt nicht das Körperchaos drumrum wäre…

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      • mom schreibt:

        Pizzicato,
        ich fand schwangersein ausgesprochend ätzend. Das Kind ist ein absolutes Wunschkind, heißersehnt und vielgeliebt, aber die Schwangerschaft fand ich ausgesprochen doof. Sauanstrengend.
        Aber: das Kind war wunderbar von der 1. Minute an. Es ist jetzt 14 Monate alt und ich genieße jeden Tag mit ihm.
        Bitte mach Dir nicht zuviel Gedanken. Leben mit Baby/Kind ist sowieso eine Revolution, alles, was man davorher an Ängsten reinsteckt, ist verschwendete Energie. Bleib dran, halt durch! Die Schwangerschaft dauert nicht ewig, und dann fängt ein richtiges Abenteuer an!

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      • Ganz genau! Ich finde es gerade total gut, dass Pizzicato hier ein paar aufbauende Stimmen zu lesen bekommt. Danke auch an Euch!

        Wie gesagt, den größten Teil der Schwangerschaft fand ich auch Mist, und dann war es eine Weile super, und dann wieder Mist (ganz am Ende). Das ist so dermaßen in Ordnung, sich schwanger scheiße zu fühlen. Mich hat es ganz furchtbar genervt, dass alle KollegInnen mir erzählt haben, wie schön das doch jetzt bestimmt sei, und wie toll doch jetzt der Sex wäre (!), und was ich alles darf und was nicht, und als ich dann im 4./5. Monat war: Dass das zweite Trimester ja so großartig wunderschön sei. Ich dachte die ganze Zeit, warum sagen die sowas, das stimmt doch gar nicht, oh Gott, mit mir stimmt was nicht. Fühlte mich so oft wie ein totaler Fail.

        Und dann kam das Kind, und die Schwangerschaft war so weit weg und irgendwie auch so egal.

        You go, girl.

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  13. Silke M. schreibt:

    Nachdem wir aus „dem Gröbsten“ raus waren, die Kinder (2 und 5) sehr häufig in ihren eigenen Betten geschlafen (sogar manchmal DURCHgeschlafen) hatten, gehen wir seit Wochen durch eine „Phase“. Alle husten, alle krank im Wechsel. Ich erwache, ein Kind neben mir, weiss manchmal nicht genau, welches, ah ja, die Kleine…. Wir sind alle nur noch müde. So müde.

    Heute Nacht kam der Grosse *hust hust*: „Ich will bei dir schlafen!“, ich weiss, jetzt liege ich eine Stunde wach neben einem Kind, das hustet und kickt. Ich weiss, ich werde morgens wieder wie gerädert aufstehen und mich zur Arbeit schleppen. Nachdem das Kind eingenickt ist, will ich es zurück in sein Bett tragen. Er erwacht und protestiert.
    Ich sage: „ICH KANN EINFACH NICHT MEHR. Ich bin müde. Ich muss schlafen.“
    Er weint: „Aber ich will bei dir schlafen. Du bist so schön warm. Ich brauche jemand Warmes neben mir!“
    Mein Herz bricht. Ich kann doch das arme Kind jetzt nicht….
    Also trag ich es zu Papa ins Bett.
    Der protestiert: „Ich will aber nicht beide Kinder bei mir im Bett!“

    Also trage ich die Kleine schlafend zu mir ins Bett. ‚Wenigstens schnarcht sie nicht‘, denk ich mir. ‚Hoffentlich kann ich jetzt schlafen‘.

    Und immer wieder frag ich mich, wie das die Eltern machen, die sagen: Unsere Kinder schlafen immer in ihren Zimmer. Unsere Kinder schlafen durch.

    Manchmal wär ich auch lieber so. Manchmal will ich einfach nur noch allein sein, allein schlafen und meine Ruhe und dieses sch**** schlechte Gewissen deswegen würd‘ ich gern in die Tonne treten.

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    • mom schreibt:

      So. Jetzt habe ich mir alle Kommentare durchgelesen, und ich sage Euch eines.
      Wer das System so aufgesetzt hat, dass Frauen mit Kindern unter 3 vollzeitnah erwerbstätig sein müssen/sollen, hat sie nicht alle und sollte vor schlechtem Gewissen Dauermigräne haben. Das geht massiv zu Lasten der Frauen, mitunter auch der Kinder. Jede hier quält sich mit schlechtem Gewissen herum, mit Ansprüchen, die von allen Seiten auf sie einstürmen, und kämpft als Individuum gegen vermeintliche individuelle Schwächen, schlechtes Zeitmanagement, Ungeduld, was immer.
      Aber der Fehler liegt nicht bei Euch (als nicht erwerbstätige Mutter in Elternzeit verwende ich kein „uns“), der Fehler ist strukturell.
      Das Dilemma ist natürlich nur, dass die Mütter so ausgelastet sind in ihrem individuellen Elend, dass für gemeinsame politische Arbeit oder Aktionen keine Energie mehr bleibt.
      Wie.
      Bequem.
      Für alle, die davon proftieren, dass Frauen sich selbst ausbeuten, erwebstätig sind und Steuern generieren und gleichzeitig in der Care-Arbeit viel mehr leisten als das andere Elternteil.

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      • Yap. Verdammt, was zahle ich viel Steuern. Unverhältnismäßig hohe Steuern. Dafür, dass ich so nebenbei (haha) ein Kleinkind versorge und meiner Pflicht als berufstätige Bürgerin sehr zuverlässig nachkomme, zahle ich verdammt nochmal zu viele Steuern.

        Und es stimmt – für Aktivismus habe ich so gut wie keine Energie.

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  14. Rebecca schreibt:

    Einfach nur danke! Und ganz genau: Du bist nicht allein und hast das Talent das zu formulieren, was vielen auf dem Herzen liegt. Ganz oft denke ich: wie machen andere das? Bin ich die einzige? Ich bin es nicht – das zu wissen hat mir heute echt den Tag gerettet :).

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  15. Maria schreibt:

    Danke für deine Worte. Ich bin eine (fast immer) stille Leserin von ganz Anfang an und möchte einfach mal Danke sagen. Ich schaue immer und immer wieder rein, in der Hoffnung es gibt wieder etwas Neues. Danke, dass du deine Texte schreibst und veröffentlichst. Sie gehen mir jedes Mal so ans Herz, finde ich mich doch so häufig in ihnen wieder.
    …ich glaube übrigens,ich hoffe ich trete dir damit nicht zu nah, dass du eine ganz wunderbare, geniale und sehr starke Tochter hast, die mit einem riesen Bäääämms in euer Leben kam und vielleicht sogar mehr und vielleicht teilweise zehrendes Bedürfnisse hat als so manch anderes Kind. Du (und ich auch ) fragst dich ja häufig wie die das alles schaffen…mit zwei und drei Kindern. Ich denke dass ich die Antwort jetzt endlich, nach mehreren Kindern, habe: die Kinder sind so wahnsinnig unterschiedlich! Es gibt tatsächlich Kinder die laufen mehr mit als andere. Mein erstes Kind erinnert mich so häufig an deine Tochter (was man so leise zwischen den Zeilen, ganz zart, erahnen und natürlich nur vermuten kann) und nur durch Zufall;-) kam noch ein Kind zu uns…getraut hätte ich mich nie! Und siehe da…es ist ein Kind was nicht vergleichbar in seinen Bedürfnissen ist. Und das liegt NICHT an mir und meiner Fähigkeit mir Freiraum zu schaffen, Nein zu sagen und mich zurück ziehen, abzugeben usw. Das sagen ja immer alle…aber was für ein Quatsch, ich kann es immer noch nicht. Bin immer noch die Gleiche. Es liegt einfach am Charakter des Kindes! Und das ist irgendwie so wichtig und war für mich in vielen Momenten eine heilsame und ganz wichtige Einsicht. Es liegt nicht alles an uns…die Kinder bringen so viel mit! Und drei von einem Kind wie meinem Ersten…ich würde es nicht packen. Aber dass es nicht falsch verstanden wird : mein Erstes ist ein supergeniales Superkind:-)

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    • Spontan: danke! Deine Worte tun mir gerade total gut. Und was Du über meine Tochter sagst, da ist schon was dran. Einerseits finde ich immer, die ist ein Anfängerbaby gewesen, wie man so schön sagt. Die ruht sehr in sich.

      Das ist auch immer noch so. Andererseits ist sie wirklich sehr willensstark. Sie besitzt eine große Integrität, die nicht verletzt werden darf. Zwingt man ihr etwas auf, oder missversteht ihre Bedürfnisse, trifft sie das wirklich hart. Und weil sie so aufmerksam und wach ist, schläft sie eben auch nicht gut. Hat sie noch nie. Das ist eine Sache, die hat der Kinderarzt schon spontan vermutet, als sie erst wenige Wochen alt war (und er hat da kein Problem draus gemacht, sondern sehr warmherzig und positiv gesprochen).

      Ja, ich glaub es also auch, dass es wirklich sehr vom Kind abhängt/abhängen kann. Mehrere ultra-intensive Kinder zu haben, würde mich persönlich um den Verstand bringen. Kein Witz. Ich bewundere diese gelassenen, starken Eltern, die ganz liebevoll mehrere Kinder „wuppen“, wirklich sehr. Eine gute Freundin von mir ist so. Ich finde diese Eigenschaft ganz toll und hätte sie selbst gern.

      Aber wir sind halt alle Individuen, wa. Und ich denk mir immer: Das eine Kind da, auf das richte ich meine positive Energie. Das schaff ich. Und das reicht.

      „Die Kinder bringen so viel mit“ – das ist ein schöner Satz und wird mich heute begleiten.

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  16. Pizzicato schreibt:

    Ich wollte nochmal danke sagen. (Ich kriege es leider nicht hin, diesen Kommentar an der Stelle im Gespräch zu platzieren, wo er hingehört.) Eure Kommentare haben mich irgendwie an den ganzen körperlichen Beschwernissen, die ich so verfluche, abgeholt und mir ermöglicht das alles einfach blöd finden zu DÜRFEN, ohne dass das bedeutet, dass ich das Kind ablehne oder dafür nicht bereit bin o.ä. Mir geht es (auch körperlich!) so viel besser. Und ich glaube, ich habe hier zum ersten Mal so eine Art Müttersolidarität zu spüren bekommen, das fühlt sich gut an.
    Gar kein Todesstern hier!

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    • mom schreibt:

      Pizzicato, fühle Dich gedrückt, unbekannterweise.
      Ich liebe meine Tochter über alles, aber wenn man sie über einen Versandgiganten, der mit A beginnt, im Paket bestellen hätte können, wäre mir das lieber gewesen.
      Meine Frauenärztin erklärte mir, der Körper einer Schwangeren leistet, wenn sie rumsitzt, das, was sonst ein Jogger leistet. Es ist Schwerarbeit, neun Monate lang. Das darf man ruhig doof finden.

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      • Ja. Genau. Und was ich mal sagen muss, ist folgendes: Die Kommentarkultur hier ist ein wichtiger Grund, warum ich den Laden nicht einfach dicht mache. Gemessen an der ziemlich bescheidenen Größe dieses Blogs wird hier wirklich viel kommentiert. Und allermeist auf eine ermutigende, solidarische Art und Weise. Das finde ich immer wieder wundervoll.

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  17. Simone schreibt:

    „Es ist einfacher, mich im Stich zu lassen als sie.“

    Oh Liz, wie gut kann ich das nachfühlen. So gut, dass ich jetzt hier sitze und heule und heule.
    Dieses verdammte Gefühlschaos aus der Pflichtbewusstsein, selbst auferlegtem (und zum Teil vielleicht auch erwartetem) Perfektionismus und dem Stress, immer für Alle da zu sein und es allen recht machen zu wollen – auf Dauer macht einen das fertig. Fix und fertig sogar, und dabei ist die Anzahl der Kinder nur Nebensache (bei mir sind es zwei).

    Ich persönlich ertappe mich immer wieder dabei, mir selbst Druck zu machen, alles leisten zu müssen. Daran arbeite ich, aber es ist nicht einfach, und vielleicht brauche ich dabei auch Hilfe. Wir sind, wer wir sind, oder: „Der Charakter macht keine Sprünge“ (Nietzsche). Aber dauerhaft kann ich nur die Mama sein, die ich gerne sein möchte, wenn ich mich selbst davon überzeugen kann, dass manchmal auch 90% genug sind. Oder 50. Oder soviel, wie eben gerade möglich.

    Unbekannterweise fühle ich mich dir gerade sehr nahe und möchte dir sagen: bitte lass dich nicht im Stich. Das hast du nämlich nicht verdient, im Gegenteil.

    Liebe Grüße,
    Simone.

    P.S.: Und gerade habe ich wieder gemerkt: darüber reden (oder schreiben) nimmt auch ein bißchen Druck raus…

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  18. fujolan schreibt:

    Naja, es ist halt ein gesellschaftliches Tabu zu sagen, dass es Zeiten gibt, in denen Muttersein scheisse ist. Frau darf mal ein wenig ächzen und stöhnen, aber laut und ehrlich brüllen „Ich kann nicht mehr. Ich schaff das nicht.“, das ist Tabu.
    Danke fürs Tabubrechen.
    Eine Freundin sagte vorgeburtlich zu mir: „Also die ersten 3-4 Monate kann ich meinen Babies wirklich nicht so viel abgewinnen.“ So ein wohltuender Satz (*guckt sich panisch nach eltern.de-Bloggern um), denn damit durfte es mir auch so gehen.

    Hierso: ab 3 Jahren wurde es merklich besser. Ausgezeichnete Ganztagsbetreuung (jaja Ausland, Vereinbarkeitsemigration) half. Wir haben 6 Jahre gebraucht, bis wir uns erneut getraut haben. Und das Erstaunliche ist, dass wir so viel mehr Gelassenheit haben. Ob es dem Baby nützt, weiss ich nicht, aber wenn es mit der Nase im Katzenfutter (wahlweise: der Toilette, dem Müllleimer, dem Gartenbeet) steckt, grinse ich nur und denk mir „wirds schon noch lernen“.

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  19. stephanie schreibt:

    Hier exsistiert auch keine Blase, dabei wünsche ich mir auch manchmal eine….Von aussen höre ich immer nur:“ Du musst Grenzen setzen!“ Dann frage ich mich was denn für Grenzen??? Und probiere meine Grenzen zu erforschen aber finde keine….Nur die die eh schon da sind, Kita, Arbeit und andere Menschen…Ich baue auf die Zukunft und hoffe das ich meine Kids noch lange begleiten darf und bis dahin lache, weine und tanze ich mit euch allen. 😀 Wir sind nicht allein! 😁

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  20. Hast Du heute meine Gedanken gelesen?😉 Ich gehe schon seit Wochen am Stück und haste durch den Alltag mit zwei Kindern, ohne mal richtig zur Ruhe zu kommen. Dafür verlange ich aber gar nicht viel, um mal abzuschalten: eine Stunde an der frischen Luft, eine Stunde nur für mich und MEINE Gedanken. Ich weiß auch nicht, wie man das mit der Selbstfürsorge handhaben kann- die eigenen Ansprüche runterschrauben?? Ich weiß auch nicht, aber wenn ich über längere Zeit meine Bedürfnisse komplett ignoriere explodiert irgendwann eine Bombe- und das bringt ja weder mir noch meiner Familie was. Hach Du, Deine Zeilen sprechen mir echt gerade aus der Seele. Einen Rat geben kann ich Dir nicht, nur meine Schulter😉. Viele Grüße! Claudia

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  21. Anke schreibt:

    Ich liebe dich, lass uns heiraten, ich wohne auch fast in Berlin, wir können zusammenziehen, ein Patchworkhouse gründen, ich komme ohne Mann, aber keine Sorge, deinen lass ich natürlich in Ruhe, mein kleiner Atomreaktor ist auch fast 3 Jahre alt, die beiden können spielen und streiten. Wir werden glücklich und zufrieden bis ans Lebensende…☺

    so, und jetzt mal ernsthaft: ☺
    Ich liebe deinen Blog so sehr, das ist der allerbeste von der ganzen großen Welt und das obwohl ich Lebensgefühl-Identifizier-Kategoriemäßig ja eher den Alleinerziehenden Blogs zugetan bin.
    Ich lese Artikel doppelt, ach quatsch, mehr als doppelt, doppelt mal doppelt mal doppelt wohl eher, deine Art zu schreiben ist gigantisch und wenn ich die Sachen lese gehts mir so ähnlich wie dir, ich kann so mitfühlen, ich bin nicht allein, bumm gehts mir schon ein bisschen besser…😊

    Dankeschööööön…

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  22. Catrin schreibt:

    Puuuhh… auch ich liege wach und bin gerade über „Geborgen wachsen“ auf diesen Beitrag gestoßen, der auch mir -ganz besonders im Moment – völlig aus der Seele spricht. Danke!
    Auch mir geht es so, Alleinerziehend mit einer 14 Monate alten Zaubermaus, die friedlich neben mir schläft während ich mir Nacht für Nacht den Kopf zerbreche über Geld, Job, Wohnung, Auto und Kinderbetreuung… Ich habe Angst „alles falsch gemacht“ zu haben, weil die Zaubermaus eine totale Klette ist und sich, weil wir Zwei jetzt seit über einem Jahr ständig zusammen sind, zeitweise nicht mal für ne Stunde „fremdbetreuen“ lässt. Darüber kann ich natürlich mit den auch-einfach-mal-schreien-lassen-Verfechtern in meinem Umfeld nicht sprechen. Helfen kann mir vermutlich ohnehin Niemand, aber dein Text passte gerade absolut in meine Stimmung. Danke.

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    • mom schreibt:

      Liebe Catrin, ich weiß nicht, ob Du das noch je liest…aber falls ja: ich glaube nicht, dass Du irgendwas falsch gemacht hast, weil die Kleine sich momentan nicht fremdbetreuen lässt. Erstens sind die Kinder alle verschieden, der eine klettet mehr und die andere weniger, und zweitens ist zwar die große ideologische Wahrheit im Moment die, dass Kinder gar nichts mehr lieben und brauchen als frühe Fremdbetreuung – ich habe dazu gerade in einem Buch des Evolutionsbiologen Renz-Polster gelesen, dass in „naturnahen“ Gesellschaften für die frühe Kindheit sehr, sehr viel Eltern-Kind-Kontakt und -Zusammensein angesagt und der Normalfall ist.

      Ich wünsche Dir alles Gute, habe mein 1. Kind selbst weitgehend allein großgezogen. Es ist ein Kampf, aber es geht vorbei und es wird mit der Zeit einfacher!

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  23. stilhaeschen schreibt:

    Ach je. Du bist SOWAS VON NICHT ALLEIN, das glaubst Du gar nicht. Toller Text und so viel fürchterlich wahre Sätze, auch in den Kommentaren. Danke!

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  24. ohmskine schreibt:

    So, gerade habe ich meine Me-Time mit Deinem Artikel und den Trilliarden an Kommentaren vertrödelt.
    Dabei wollte ich doch eigentlich laufen gehen, bevor ich für das halbverhungerte Schulkind Essen machen muß…

    Mein Mann und ich fragen uns auch oft, wie es Familien mit mehr Kindern (wir haben 2) hinkriegen.
    Dann ist es ca. 20:30 Uhr, wir sitzen totmüde auf dem Sofa, die Blagen rumoren in ihren Betten und singen noch nervtötend laut Weihnachts-/Oster-/Blödsinnslieder, damit wir nicht denken, sie würden schon schlafen.

    Nach einem Bilderbuchstart mit meiner ersten Tochter, haben wir nun 7 harte Jahre mit medizinischen und Verhaltens-Problemen ihrerseits hinter uns. Kein Ende in Sicht.
    Zum Glück ist die zweite Tochter ein Muster an Gesundheit, Klarheit, direkten Ansagen und emotionaler Kontrolle. Daher wissen wir, daß es nicht an unserer Erziehung liegt.
    Das 2. Kind hat sich also gelohnt. :o)

    Nachdem ich im letzten Jahr grundlos heftige Angstanfälle und Panikattacken hatte, vermute ich eine posttraumatische Stressreaktion, weil wir die vergangenen Jahre und pausenlose Belastung nicht aufarbeiten konnten. (Der Arzt hat mir Lorazepam verschrieben und mir empfohlen meinen Job zu kündigen. Große Hilfe.)

    Mein momentaner Lösungsansatz: Schlafen, draußen sein, wenig Termine:
    – wenn nötig, gehe ich mit den Kindern ins Bett und lasse alles andere liegen. (Geht natürlich nicht jeden Tag)
    – gegen meine diversen Zipperlein und die schlechte Laune meiner Großen hilft nur Bewegung an der frischen Luft. Dafür muß ich zwar jedes Mal 20 Minuten harten Kampf mit meinen Töchtern durchstehen, weil EGAL WELCHE Draußen-Kleidung zu eng/zu weit/zu kratzig/zu warm/total doof/einfach scheiße ist, aber dann hab ich Ruhe bis zum Abendessen (dann kämpfen wir, weil sie nicht wieder rein wollen).
    – keine Kinderbespaßung: Meine Töchter machen Musik und Sport mit geringst möglichem Zeitaufwand: musikalische Früherziehung in der KiTa, Flöte bzw. Chor direkt nach dem Unterricht in der Schule. 1x pro Woche gehen beide zusammen (!) zum gleichen Sportkurs, der 5 Minuten Fußweg entfernt ist. (Da hab ich dann 1 Std. Kinder-frei, weil ich nicht da bleibe).

    Alles andere hab ich gestrichen.
    Den Kindern fehlt nix.
    Sie treffen sich häufig spontan mit Nachbarskindern (da haben wir Glück mit der Nachbarschaft).
    Und neuerdings spielen sie häufig Uno oder Mensch-ärger-dich-nicht. Miteinander. Ohne Hilfestellung eines Erwachsenen. Gelegentlich wird sogar wieder aufgeräumt.

    Mein Mann arbeitet 3 Tage pro Woche in einer anderen Stadt, d.h. ich bin mit den Kindern 3 Tage + Nächte allein. Ich arbeite Teilzeit im LifeScience Sales-Bereich (oft von zuhause) und wenn ich ins Büro/zu Kunden muss, kommt meine Schwiegermutter (reist dann 2 Std. mit dem Zug an, manchmal übernachtet sie bei uns).
    Neuerdings gönne ich mir hin & wieder einen Babysitter, um mich abends mit einer Freundin zu treffen (um über unsere Kinder und Männer zu motzen).

    Mein Mantra ist seit Jahren „I will survive“
    (in meinem Kopf läuft die Version von Cake auf Dauer-Repeat)

    An alle Mütter da draußen: Durchhalten!
    (Was anderes bleibt uns sowieso nicht übrig.)

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  25. Jeannette schreibt:

    Liebe Liz, hach, was für ein Text. Hier: 1 Kind, Idee zuvor: 4 bitte. Sehr schnell war klar: um Himmels willen, nein. Weil: siehe Dein Text.

    Meine Tochter ist inzwischen acht Jahre alt. Und es ist so schön mit ihr. Und mit mir: ich habe genug Zeit für mich, trotz richtig viel beruflicher Arbeit. Es war ab 3 besser, ab 5 wirklich gut, ab 6 super, und es wird jedes Jahr schöner. Wir denken jetzt doch wieder über Nummer 2 nach. Obwohl ich das erste und zweite Jahr mit Kind als ziemlichen Horrortrip in Erinnerung habe (was nichts mit meiner Liebe für mein Kind zu tun hat, klar). Das danach lohnt sich aber so sehr.

    Das soll nicht heißen, dass man unbedingt über eine Nummer 2 nachdenken sollte. Aber es soll heißen, dass es tatsächlich vergeht und besser und schöner wird, stetig. Vielleicht hilft der Gedanke ja.

    Und bitte mach weiter, es ist ein toller Blog und ich schaue auch immer wieder nach, ob Du etwas Neues geschrieben hast. Großartige Schreibe und immer dahin, wo es wehtut, aber mit Zartheit dabei.

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    • Dankeschön! Das freut mich jetzt irgendwie sehr, dass Du es immer schöner findest. Ich stelle mir ja auch dauernd vor, was ich alles mit der Tochter unternehmen werde, wenn sie älter ist, und was wir dann so reden und wie toll das sicher ist.

      Das erste Jahr fand ich total super, das zweite ganz schrecklich, und jetzt wird sie 3 und es bessert sich langsam wieder. Ich merke, ich komme gut mit den einfachen Bedürfnissen von Babys klar, und dann wieder, wenn die kognitive Entwicklung spürbar voranschreitet. Tut sie natürlich immer, aber Sprache und ein gewisses Verständnis der Elternperson machen mir den Umgang mit meinem Kind deutlich leichter.

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