snapshots #10

2016-06-04 11.48.58

Auf dem Spielplatz. Auch so eine lustige Einrichtung.

Ein anderes Kind und seine Mutter sind sich nicht einig, ob meine Tochter wohl ein Junge sei. Oder ein Mädchen? Weil, Haare wie ein Junge. Aber die rosa Schuhe! Und was ist mit dem überdimsionierten Laster, den das Kiddo so eifersüchtig bewacht!

Es ist aber auch nicht einfach. Ich lausche dem Dialog und verkneife mir ein bisschen das Lachen.

Das andere Kind verliert die Geduld, es kommt zum Kiddo auf die Rutsche:

„Bist Du ein Mädchen?“

„Nein“, sagt das Kiddo.

„Bist Du ein Junge?“

„Nein“, sagt das Kiddo.

„Aber. Was bist Du denn?“

„Bin eine Kind!“, sagt das Kiddo.

Das andere Kind nickt versonnen. Dann stiefelt es durch den Sand zu seiner Mutter zurück. „Es ist ein Kind!“ berichtet es triumphierend. Die Mutter stutzt. „Ach so, na dann“, sagt sie. Und lacht.

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43 Gedanken zu “snapshots #10

  1. Wie machst du das in der sprache, ich gendere so weit, dass die große von leuten spricht, schneemensch und weihnachtsfigur sagt, ich versuche auch von kindern und personen zu sprechen, mein mann kann sich das schmunzeln bei dem wort elternteil nicht verkneifen, aber ließt die bücher so vor, wie ich sie gegendert habe, aber meine kinder würden wohl immer sagen, dass sie mädchen sind…

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    • Da bist Du wahrscheinlich kompetenter als ich, denn ich sage „Schneemann“ oder auch „Schneefrau“, wie ich gerade Bock habe. Meinen Mann weise ich trotzdem dauernd darauf hin, auch immer die weibliche Form zu benutzen, und er bemüht sich da auch drum. Ich schätz mal, wir könnten das noch umsichtiger handhaben, als wir es tun. Ich finde es sehr schwer, aus der eigenen Sozialisation rauszukommen.

      Unterm Strich mache ich mir deshalb aber nicht mehr viel Stress. Bücher gendere ich so, wie ich will, wenn sie mir im Original nicht zusagen. Ich geb mir Mühe, aber da ist ja dann noch der Einfluss der anderen Menschen.

      Meine Tochter ist halt auch erst zweieinhalb, der ist das total egal, ob Junge oder Mädchen. Ich glaube, sie hat von sich selbst diesbezüglich noch keine Wahrnehmung. Ich gehe davon aus, dass sie im Älterwerden auch mal vehement Mädchen (oder vielleicht auch Junge) sein möchte – im Moment ist es halt noch nicht so. Da finde ich es eher lustig, dass sie so sehr darauf beharrt, einfach ein Kind zu sein.

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  2. Schönes Ende der Geschichte! Ich habe hier das Pendant zu deinem Kind: Eines, dem von der Natur ein Penis mitgegeben wurde, das aber lange lockige Haare trägt. „Möchte sie auch eine Erdbeere?“, „Lass doch mal die Kleine vorbei!“, „Nicht das Mädchen schubsen!“.

    Ich korrigiere nicht mehr.

    Die Aussage „Ich bin ein Kind“ kenne ich auch vom Sohn. Ansonsten behauptet er heute, ein Mädchen und morgen ein Junge zu sein. Kategorie Geschlecht? Interessiert doch keinen Zweijährigen!

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    • Ja, hier interessiert das auch nicht. Wir sagen ihr aber auch nie „Du bist ein Mädchen“. Ich kenne Eltern, die das ganz früh tun, also den Kindern sagen, welches Geschlecht sie haben und wie „man“ sich entsprechend verhält (Das macht aber ein Mädchen nicht!). Diese Kinder sprechen viel früher von sich als Junge/Mädchen und möchten auch andere Kinder gern zuordnen können. Aber das sind jetzt nur so Beobachtungen, Beweise hab ich keine.

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  3. hihi, sogar mit 11 wurde meine Schwester einmal noch für einen Jungen gehalten. Mit Kurzhaarschnitt, khaki Shorts und blauem T-Shirt (wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe) im Amerika-Urlaub. Ich glaube in den USA ist dieses ganze Mädchen-Jungen-Klischee nochmal extremer als bei uns in Deutschland. Ich habe auch zwei Mädchen und als sie Babies waren ganz oft die Frage von Fremden: „Mädchen oder Junge?“ Wenn wir es nicht sofort erkennen können passt es nicht in unser Weltbild und viele kommen damit nicht klar. Schon schade, weil wenn ich mich wirklich für einen Menschen interessieren würde, frage ich doch eher: Hey, wie heißt du? Und was machst du so?

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  4. Leo schreibt:

    Hach ❤

    Ich korrigiere inzwischen auch nicht mehr. Heute auf dem Spielplatz, meine Tochter ausnahmsweise in rosafarbener Hose und grauem Hoodie. "Mei, wie gut er schon spricht… und so schnell rennen kann er… aber scho a ganz a Wuider, gell?"

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  5. Das ist ja auch schwierig mit diesem Geschlechts-Konstrukt. Mein 3 jähriger kann sich da nie recht entscheiden. Auf der einen Seite möchte er sehr gern die große Schwester sein, Puppenmama spielen und Prinzessin sein, auf der anderen Seite hat er da 2 gute Freunde im Kindergarten, die derzeit häufig behaupten, dass es da einige Dinge gibt, die nur Jungs können.

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    • Das ist so ärgerlich, oder? Dieses „das können nur Jungs“. Ich weiß gar nicht, wie ich da reagieren soll, wenn ich zukünftig damit konfrontiert werde. Außer eben zu erklären, dass das so nicht stimmt. Aber die Peer Group ist eben doch verdammt mächtig.

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  6. Daniela schreibt:

    Ich habe mich dafür entschieden, meine Tochter so anzuziehen, dass man einigermaßen sieht, dass sie ein Mädchen ist. Das heißt nicht, dass sie permanent rosa trägt. Meine Tochter ist 2,5 und ich weiß nicht, ob es ihr so mega gut gefällt, wenn sie merkt, dass andere nicht wissen ob sie Junge oder Mädchen ist.

    Meine Eltern haben mir immer die Haare sehr kurz geschnitten, mich quasi dazu gezwungen. Ich hatte immer da Gefühl, dass meine Eltern meine Weiblichkeit unterdrücken möchten. Das fand ich als Kind und später in der Pubertät sehr schlimm.

    Natürlich ist das mit 2,5 Jahren noch nicht sooo relevant. Ich werde meine Tochter später selbst entscheiden lassen wie sie rumläuft. Kurze, lange Haare, jungen- oder mädchenhaft. Hauptsache keine Dogmatik draus machen, weder in die eine noch in die andere Richtung.

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    • Das mit dem eigenen Erleben kenne ich – als ich 10 Jahre alt war, bekam ich einen derartigen Kurzhaarschnitt verpasst, dass ich im folgenden Urlaub immer für einen Jungen gehalten wurde. Die Mädchen ließen mich auch nicht in die Kinder-Umkleide, es gab großes Drama (für ein introvertiertes Kind wie mich war das natürlich Hölle). Konsequent ließ ich mir danach die Haare bis zum Hintern wachsen.

      Aber solange meine Tochter null Interesse dafür hat, ob Junge oder Mädchen, und auch selbst darauf besteht, ein Kind zu sein, nehme ich da gar keinen Einfluss.

      Ich kaufe dennoch öfter Kleidung aus der Mädchenabteilung, weil ich die Jungssachen mit den ganzen Baggern und dem Blau-Grün so wahnsinnig öde finde. Am liebsten ist es mir, wenn ich eine neutrale Kombo hinkriege. Auf glitzernde Einhörner steh ich nämlich auch nicht so sehr.

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      • Daniela schreibt:

        Dann sind wir uns ja im Grunde einig. Das Geschlecht zu verleugnen finde ich nämlich genauso blöd wie das Geschlecht zu sehr hervorzuheben. Meine Töchter können spielen womit sie wollen und sie können sich benehmen wie sie wollen. Aber sie sind nunmal Töchter und kein Neutrum. Und wenn sie in der Pubertät zur Frau werden, dann sollen sie ihre Weiblichkeit ausleben dürfen – wie sie das möchten!

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  7. lareine schreibt:

    Ein Kind, ja ganz genau! ❤

    Ich achte hier auch immer darauf, die richtige "Version" zu verwenden. Selbstverständlich gehen wir zur Ärztin, wenn diese Fachperson denn weiblich ist. Und ich nenne unsere drei Mädchen ab und an "Chefin" und so weiter. Die freie Persönlichkeitsentwicklung ist mir sehr wichtig. Daher ziehen unsere Mädels an, was sie wollen und mögen, was sie wollen.

    Das Umfeld versucht oft, sie in eine Schublade zu bekommen, weil das wohl doch zu irritierend ist, wenn unsere 9-Jährige ein Hulk-Shirt zum Röckchen trägt oder unsere beiden Großen sich für Chemie, Physik und Computer interessieren. Und Nagellack. Und Mode …

    Unser 2,5-Jähriger besteht auch absolut darauf, dass er ein Junge ist. Ihm ist das irgendwie wichtig.

    Mir ist das auch immer sehr egal, wenn ein Kind mir irgendwie weib-männ-lich vorkommt. Unser kleiner Lockenkopf bekommt auch öfter mal so ein "Ist das ein Määädchen??"-Kommentar. Weil seine Haare länger sind. Dabei ist es ganz egal, ob er eine Feuerwehr auf seinem matschfarbenen Shirt hat, was ja ein Anhaltspunkt sein könnte, für Menschen, die Schubladen mögen 😉

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  8. carola schreibt:

    Danke dafür.
    Mein sohn, knapp 6, seit die haare wachsen trägt er sie lang, wenn ihm danach ist trägt er auch gern mal rock…
    Und die Antwort deines Sohnes hat er auch schon gebracht. ..ich bin dankbar dafür und dankbar dass solche farb und frisuenstigmas noch nie Thema in unserem kreuzberger kinderladen waren. ..
    Lg carola

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  9. Berta schreibt:

    Ist ja süß.
    Die Tochter meiner Freundin hat irgendwann während der Diskussionen darum, ob ihr Geschwister wohl ein Mädchen oder ein Junge wird Rotz und Wasser geweint und sagte: „Ich will kein Mädchen und auch keinen Jungen – ich will ein ganz normales Baby.“
    Ich finde es aber gar nicht schlimm von Mädchen oder Jungs zu reden. Ich glaube an den Unterschied und vor allem finde ich es toll, ein Mädchen (gewesen) zu sein Und Mädchen zu haben. Es ist aber völlig offen, was für ein Mädchen es ist ♡

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    • Und was ist, wenn festgestellt wird, dass deine mädchen intersexuell sind, oder sich eher als männlich fühlen? Was ist, wenn sie irgendwann ein problem damit bekommen, was die gesellschaft als rollenbild für sie vorgegeben hat. Für mich besteht da ein zusammenhang, ich glaube nämlich nicht an den unterschied, also schon, aber nur in der sozialisation, da die umwelt verschieden auf weibliche und männliche kinder reagiert und unsere kultur unterschiedliche rollen im alltag vorstellt. Wenn wir andere kulturen betrachten finden wir vorurteile, die wir als biologisch begründet ansehen wiederlegt.
      Den kindern ist es schnuppe, ob penis oder vulva,wenn es uns auch allen schnuppe ist und das fängt schon mit der sprache, und allen vorbildern an, die wir liefern. Wir vermitteln, dass es unterschiedliche lebensmodelle gibt und eine norm, mann und frau und kind, zusammen dann vater-mutter-kind, das wichtigste zuerst…
      Ich denke wir machen damit den unterschied.
      Lovis

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      • Es stimmt, dass wir mit unserer Sprache und mit unserem Vorbild einen (vielleicht den) Unterschied machen. Ich hab gestern ein tolles Interview mit iO Tillett Wright gesehen und fand das sehr erhellend: Als Mödchen geboren, als Junge gelebt, aber im weiblichen Körper dennoch zuhause sein, sich Schubladen so ganz entziehen, unterschiedliche Personalpronomen bevorzugen: https://www.youtube.com/watch?v=5PhEppdwArA

        Ist eine im Übrigen wunder-wundervolle YouTube-Reihe, finde ich.

        Mädchen sein, also sich selbst als Mädchen oder Frau bezeichnen, kann aber auch sehr stärkend sein, oder? Ich erlebe es für mich so. Nach Jahren des Haderns (nicht mir mir als Mädchen, sondern dem gesellschaftlichen Umgang damit), finde ich es empowernd, mir meine Frauenrolle zu formen, darin älter zu werden, meinen Körper wieder in Besitz zu nehmen. Ich entscheide mich also schon irgendwie für „eine Seite“, es ist mir aber sehr wichtig, dass ich das selbstbestimmt tue.

        Sollte meine Tochter intersexuell oder trans oder lesbisch oder was auch immer sein, wünsche ich ihr einfach, dass sie ihren Platz in ihrer körperlichen und seelischen Identität findet, ohne zuviele Verletzungen erleiden zu müssen. Was auch immer ihr Weg sein wird, ich versuche mein Bestes, ihr dabei zu helfen, ihre Integrität zu wahren.

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      • Ja ich liebe es eine frau zu sein, ich habe es geliebt ein mädchen zu sein. Meine mutter wollte, 1960 geb, immer ein junge sein, das habe ich zwar verstanden, jungen durften, mädchen sollten..
        Da ist schonmal eine veränderung der gesellschaftliche wandel bemerkbar! Mir geht es um den sexismus, der in der wertung des unterschieds liegt, ein mädchen und keinen jungen haben zu wollen. Bei dieser betrachtung wird der junge abgewertet, ich sehe darin das weiterführens eines geschlechterkampfes. Es ist nicht wertend zu sagen ich freue mich ein mädchen zu haben, weil mädchen toll sind, ich würde mich auch über einen jungen freuen, weil jungen toll sind. Dann könnte mensch doch zusammenfassen ich möchte ein kind, weil kinder toll sind, da sind dann alle kinder, deren geschlecht nicht eindeutig ist auch wieder mit im boot und wir propagieren keinen unterschied mehr…

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      • Berta schreibt:

        Ja wahrscheinlich ist da was dran. Ich habe nur irgendwie gar nicht das Gefühl, dass mir irgendetwas verschlossen blieb, weil meine Mutter Schneemann gesagt hat 😉
        Ich bin eine ziemlich selbstbewusste Frau geworden, die niemals das Gefühl hatte irgendetwas nicht zu dürfen oder können, was Jungs oder Männer dürfen oder können. Vielleicht hatte ich auch nur Glück dickfellig auf die Welt zu kommen 🙂
        Und doch empfinde ich einen Unterschied zwischen den Geschlechtern, den ich gar nicht störend finde, sondern interessant (es ist meines Wissens erwiesen, dass Jungs sich in der Regel die Welt über mehr über Bewegung aneignen und Mädchen eher über die Sinne).
        Also wie gesagt, man ist ja die Summe seiner Erfahrungen – und ich habe einfach nicht das Bedürfnis irgendetwas zu gendern, weil ich das Problem nicht sehe.
        (Empfindlich werde ich nur, wenn (wie geschehen!) eine Mutter aus der Kita eine Rundmail schreibt, dass die Jungen zur Einstimmung auf die EM Fußball spielen und die Mädchen ja cheerleaden könnten… Mannmannmann. Das habe ich meiner Tochter nicht vorgeschlagen, sondern, dass sie mitspielen kann… das wollte sie nun wiederum auch nicht).
        Und sollte meine Tochter transsexuell oder sonstwas sein, wird es ohnehin schwer für sie in dieser Welt, aber niemals mit mir, denn es könnte rein gar nichts Vorstellbares passieren, dass ich sie nicht genau so liebe, wie sie ist. (Und ich nehme mal stark an, dass es mir mit einem Jungen ähnlich gegangen wäre).

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      • Das wichtigste ist, dass die kinder so sein dürfen, wie sie sind, jedoch liegst du mit den unterschieden im erschließen der welt laut aller wissenschaftlich fundiert durchgeführter studien falsch, bei studien die das herausgefunden haben wollen, wurden entweder die mütter nach ihren eindrücken gefragt, was keine wissenschaftliche metode ist um einen ist-zustand festzustellen, sondern nur um den ist zustand der eindrücke der mütter festhält oder im versuch wurde ein spielzeug einfach ohne beleg einem geschlecht zugeordnet, zb. war in einem test ein ball als jungenspielzeug festgelegt worden, passt zu deinem kitabeispiel..
        Alle fundiert wissenschaftlich durchgeführten studien haben ergeben, dass müttern bei mädchen mädchenhaftes verhalten eher auffällt als jungenhaftes und, dass mensch das auch umgekehrt macht. In serien, filmen, werbung usw. wird die summe unserer erfahrungen verzerrt.
        Auch die hirnforschung sucht vergeblich nach dem unterschied…
        Einen lesetipp dazu, nein zwei
        1. Die geschlechterlüge, von cordelia fine
        2. Living Dolls, von natascha walter

        Sie beschäftigen sich in den büchern viel mit diesen studien, und haben mich damit mehr denn je vom gendern überzeugt, denn die negativen vorurteile können wir mit neutralen bezeichnungen aushebeln und entlich individuen werden!!!

        https://lovisraeubermutter.wordpress.com/2016/01/01/die-geschlechterluege/

        https://lovisraeubermutter.wordpress.com/2016/01/07/gleiches-ungleich-gemacht-und-gleich-noch-ungleier/

        https://lovisraeubermutter.wordpress.com/2016/01/01/achtung-gender/

        Lovis

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      • Berta schreibt:

        Ja weißt du, zu jeder Studie gibt es Gegenstudien.
        Mit fehlt da offensichtlich das Problembewusstsein.
        Ich kann dir nur aus meiner eigenen bescheidenen Erfahrung mit zwei Töchtern sagen (und das ist sicher nicht empirisch): ich bin am Anfang bei jedem Bagger stehen geblieben – das Interesse war gering, während meine Jungsmamafreundinnen jeder Kehrmaschine nachmittagsfüllend hinterher laufen mussten.
        Meine Tochter liebt Einhörner und alles was glitzert und ich lasse sie einfach machen, obwohl meine Begeisterung sich in Grenzen hält.
        Ich verstehe deinen Ansatz und respektiere ihn, nachvollziehen kann ich es wahrscheinlich ganz einfach aus dem Grund nicht, dass ich in dieser Welt niemals das Gefühl hatte, mich als Individuum nicht entwickeln zu dürfen wohin ich will.

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      • Ich habe mich einfach sehr intensiv mit entwicklungspsychologie, soziologie und auch mit biologie, mathematik und kunst und bin davon überzeugt, dass alles in zusammenhang miteinander steht. Und empirisch gesehen gibt es keine wissenschaftliche arbeit, die einen unterschied im erleben und verhalten von männern und frauen oder von mädchen und jungen gefunden haben will, die eine prüfung und wiederholung übersyeht, tatsächlich ist es viel mehr so, eine jurnalistin die einen artikel darüber bringen wollte, fundiert, der auf allen feldern die neuesten erkenntnisse enthalten hätte, wurde ihr von ihren vorgesetzten klar gemacht, dass es ihre karriere beschedigen würde. Es geht nicht um gegenstudien, die piers zb, die von warum männer nicht zuhören und frauen nicht einparken können, als ihr buch raus kam, hat die wissenschaftsgemeinschaft vor ihrem buch gewarnt, da schlichtweg irgendwas behauptet wird und die quellenangaben vollkommen andere studien betreffen, oder sie nehmen eine studie an der nur frauen teilnahmen und behaupteten, dass männer keinen so hohen emphatiewert erreicht hätten, obwohl kein mann daran teil genommen hatte…
        Im täumlichen denken schneiden männer und frauen gleich gut ab, wenn ihnen gesagt wird, es gebe keine unterschiede, wenn ihnen gesagt wird, dass männer besser abschneiden, schneiden die frauen auf einmal schlechter ab…dazu gibt es zb keine gegenstudie, ich bin immer traurig, dass es für andere so einfach nicht nachzuvollziehen ist, was das bedeutet.

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    • Achso, ich habe mir immer zwei mädchen gewünscht, ich habe zwei mädchen bekommen, ich bin glücklich jeden tag, dass ich wirklich zwei mädchen habe. Aber ich glaube, dass das sexistisch von mir ist, weil es mit der wertung von geschlechtern, das männliche abwertet. Auch denke ich, dass, wenn einem meiner kinder doch ein penis gewachsen wäre, es mir egal wäre.
      Es wäre ja mein kind, wäre in meinem bauch gewachsen und hätte die welt mit genauso offenen und begeisterten augen angestrahlt.

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      • Ach Du, ich hab mir erst einen Jungen gewünscht und war dann voll geschockt, dass es ein Mädchen geworden ist 😀 https://kiddothekid.com/2015/01/01/ein-madchen/

        Ja, das ist sexistisch. Von uns. Andererseits sind wir eben auch das Produkt unserer Erfahrungen, Lebensläufe, Prägungen. Das werden wir niemals ganz abstreifen können. Wichtig finde ich es eher, zu hinterfragen und sein Bestes für die gesellschaftliche Veränderung zu tun. Und sei es „nur“ im eigenen Mikrokosmos.

        Korrekter geht es immer. Aber ich weigere mich, mich dafür weiter fertig zu machen. Lieber richte ich meine Energie auf produktive Kleinigkeiten.

        Jetzt bin ich übrigens auch sehr sehr froh, ein Mädchen zu haben. Auch wieder sexistisch 😉

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      • Je nachdem, ob du es „besser“ findest, glücklich zu sein über das, was mensch hat ist nicht verkehrt! Wenn wir keinem andren menschen schaden…
        Das genderonlinewörterbuch finde ich toll.
        Aber schlecht fühlen, nein, ich fühle mich gut, wenn ich reflektiere, kann ich ja meinen microkosmus erst verändern, in der kita habe ich das mal angebracht und sie haben die bezeichnungen in den tagesbeschreibungen jetzt angefangen zu gendern.
        Ich finde es schön zu sehen, wie sich meine kinder ausdrücken und entfalten, das erste wort der Großen war ball, vor mama…
        Es ist schön zu sehen, dass es funktioniert, manchmal sage ich die weibliche form und hänge dann die männliche noch verirrt hinten an, so wie es oft anders herum gemacht wird,..
        Wenn wir entlich mal ne busfahrerin haben steigen wir als letzde ein, damit sie lange im blickfeld ist. Wir unterhalten uns mit der securety-frau bei dm, dann reden die kinder oft danach mit mir über die situation und ihnen bleibt das bild einer frau, die diese tätigkeit, diesen beruf ausführt, ich denke, dass sie in diesen rollen schon oft genug männer sieht, mit denen wir uns zwangsläufig auch beschäftigen. Neulich hab ich an meinem fahrrad rumgeschraubt und traf auf testfahrt eine freundin mit ihrer neunjährigen tochter, der ich die gangschaltung erklärte, ihre mutter sagte glücklich, dass sie es eihlig hätten, aber sie diese gelegenheit gerne wahrnimmt, dass eine frau ihrer tochter das so gut erklärt..ihr microkosmus..
        Lovis

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      • Berta schreibt:

        Das verstehe ich nicht, wenn du doch denkst, dass es gar keinen Unterschied macht.? Dann müsste es dir doch egal sein.

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      • Denken und fühlen dind zwei unterschiedliche bereiche, ich bin immer stark gemacht worden, indem es hieß, mädchen sind besser als jungen, aber nach viel lektüre bin ich der festen überzeugung, dass geschlecht nichts mit fähigkeiten zu tun hat, kann mir aber nicht vorstellen einen jungen zu wickeln, und dieser traum der zwei mädchen ist natürlich nicht verpufft, weil ich erwachsen und belesener wurde, als noch mit fünf..aber es ist auf jedenfall einfacher auch blau und fußballaufdrucke zu kaufen, als rosaplüschröcke für jungen und ich bin froh, wenn ich in unserer kita jungen mit haarreifen und rosa strumpfhosen sehe…
        An welchen unterschied glaubst du eigentlich, wenn deine kinder sein können, wie sie wollen? Und beim bewegen werden übrigens die sinne eingesetzt.

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  10. Berta schreibt:

    Liebe Lovis,
    du musst nicht traurig sein – mir geht es ja gut 🙂 und meinen Töchtern auch. Nur weil jemand eine andere Meinung hat, ist er ja nicht zwangsläufig im Unrecht. Es gibt immer viele Sichtweisen auf eine Sache.
    Meine Töchter dürfen sein wie sie wollen und mögen trotzdem keine Bagger, spielen nicht Fußball und tragen gerne Kleider. Sie finden Feurwehrmann Sam langweilig und malen unwahrscheinlich gerne. Und das obwohl Ihnen alles angeboten wurde von meiner Seite.
    Ich selbst bin mit Brüdern groß geworden und habe als einzige kein Interesse für die Sportschau entwickelt, obwohl sie jede Woche lief. Das meine ich. Und das darf auch sein – und wenn es sich ändert… auch gut. Was ist, wenn deine Töchter Lillifee-Fans werden. Bist du dann enttäuscht?
    Ich meine, dass ich keine Erwartungen habe, aber dass ich auch nicht aktiv dieses ganze Mädchenzeugs verteufele… wenn es sie interessiert schön, wenn nicht auch schön. Das verwächst sich eh alles – ich liebte Barbie und habe weder ein gestörtes Körperbild noch klischeehafte Vorstellungen von Frauenrollen entwickelt. Ganz im Gegenteil.
    Danke für deine Erklärung mit der Bewegung. Das meinte ich nicht, sondern dass Jungen sich im Schnitt mehr bewegen und bei Mädchen auch viel übers Schauen, Fühlen, Riechen usw. läuft, was öfters etwas ruhiger vonstatten geht. Dazu gibt es auch eine Studie (die sicher auch schon widerlegt wurde), dennoch trifft es sich mit meinen Beobachtungen, wobei es ja immer nur eine Tendenz ist.
    Ich würde dich bitten nicht darüber traurig zu sein, dass du mich nicht überzeugen kann. Mir tun deine Kinder ja auch nicht leid, weil du genderneutral mit ihnen redest. Ich finde man sollte aufgeschlossen jeden Weg akzeptieren.
    Ich sehe einfach keine Not dafür. Ich mag Unterschiedlichkeit und ich hoffe, dass meine Kinder ohnehin stark genug sind, um sich über Klischees hinwegzusetzen.
    Liebe Grüße
    Berta (die eigentlich gar nicht so eine Diskussion lostreten wollte)

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  11. Angela schreibt:

    Die Antwort vom Kiddo und die Reaktion der Mutter gefallen mir 🙂
    Das Gender-Wörterbuch finde ich auch gut – immerhin bietet es einige gute Alternativen zu diesen furchtbaren Binnen-I und Schrägstrich-Varianten, die nur zu unlesbaren Texten führen. Allerdings gibt es mMn auch in diesem Wörterbuch Begriffe, die „gegendert“ einfach ihre Bedeutung ein bisschen ändern bzw. immer noch umständlich sind. Ich weiß schon, dass Sprache ein mächtiges Instrument ist, aber es dauert lange, bis eine solche Änderung sich wirklich durchsetzt. Und so zu tun, als gäbe es keine Geschlechter, finde ich auch nicht richtig. Habe gerade zufällig einen Artikel über eine – auch unter Experten durchaus umstrittene – Schwedische Kita gelesen, in der geschlechtsspezifische Bezeichnungen konsequent vermieden werden. Es wird da nicht von „er“ und „sie“ geredet, sondern nur von „es“ (das es im Schwedischen eigentlich gar nicht gibt, und zumindest im Deutschen ja eher abwertend verwendet wird). Unsere (und viele andere) Sprache(n) sind schon mal auf der/die aufgebaut, und das anatomische Geschlecht ist ja nun mal auch Tatsache – natürlich gibt es Speziallfälle wie Intersexualität, aber ich denke, wenn man grundsätzlich einen gesunden Umgang mit dem Thema hat, lässt sich auch das erklären. Unser Sohn (gut 2 Jahre) weiß schon seit einiger Zeit genau, dass er und Papa einen Penis haben, und ich eine Scheide. Wenn das Schwesterchen dann da ist, wird das vermutlich auch mal ein Thema sein. Es spricht für mich nichts dagegen, zu einer gendergerechten Sprachentwicklung beizutragen (abgesehen davon, dass ich „Person“ oder „Mensch“ in den meisten Fällen als sehr unpersönliche Bezeichnungen empfinde, aber das ist bestimmt auch eine Frage der Gewohnheit). Zusätzlich halte ich es aber für zielführender, dem Kind vorzuleben und beizubringen, dass es gewisse geschlechtsspezifische Bezeichnungen gibt, diese aber noch lange nicht heißen, dass dadurch eine spezielle Rollenzuteilung bzw. entsprechende Eigenschaften in Stein gemeißelt sind. Damit ist das Kind dann auch besser gewappnet für den Umgang in Gesellschaften, in denen gendern (noch) nicht so ein Thema ist.

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  12. Angela schreibt:

    Dazu habe ich gestern einen sehr treffenden Kommentar gehört von einer Mutter, die auf ihren rosa angezogenen Sohn angesprochen wurde: „Wir erziehen ihn zweifarbig“ 😀

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