Zieh Dich schon mal aus…

2015-09-11 10.46.40

 

Wie ich einmal versuchte, romantisch zu sein.

Es ist noch nicht sehr lange her, da torkelte ich aus dem Büro nach Hause, halb wahnsinnig vor Müdigkeit und dem Verlangen nach Weizentoast mit Erdnusscreme und Nutella. Mein Heimweg führt an einem Pornokino-Sexshop-Laden vorbei, dessen verblichene Sarah Young-Poster im Schaufenster mich rühren. Als ich mich gerade fragte, wie der Laden in dieser hippen Nachbarschaft überhaupt bestehen kann, weil da nie einer reingeht, ging direkt vor meiner Nase einer rein. Oder besser gesagt, zwei. Ein Paar. Und ich erlitt prompt einen Schock, als ich feststellte: Ich kenne dieses Paar! Aus dem Erste-Hilfe-Kurs für Babys. Die haben ein Kind in unserem Alter. Und jetzt gehen die ins Pornokino!? Abends und allein?! Okay, das Kind hätten sie wohl so oder so nicht mitgenommen. Aber: Die gehen ins Pornokino, ey! Die haben Sex! Oder zumindest die Absicht!

Noch bevor ich mich entschieden hatte, ob ich jetzt echt grüßen soll oder nicht, verschwanden die Lovebirds in der Ladentür. Neidisch und ein bisschen verstört schlurfte ich nach Hause und verbrachte den Rest des Abend schweigsam.

Vielleicht ist jetzt der Eindruck entstanden, ich sei eine sexuell freudlose alte Schrippe. Stimmt, bin ich. Manchmal. Wenn ich total abgenudelt bin von dem ganzen Gezerre an meiner Person – der Kunde kann sich nicht entscheiden, das Kind hat Weltschmerz, der Mann ist grantig. In diesen Phasen will ich nicht auch noch wollen müssen. Dass ich eigentlich wollen sollte, das weiß ich. Sagen ja alle. In jedem Elternratgeber, jeder Elternkrankenkassenbroschüre, jeder Elternzeitschrift, jedem Elternforum wird uns eingetrichtert, dass wir nicht nur (!) Eltern sein, sondern unbedingt auch Paar bleiben müssen: Eltern werden, Paar bleiben – die Lieblingsheadline unzähliger RedakteurInnen zum Thema Sex und Partnerschaft. Babysitter, ein paar tote Hummer und Rosen, irgendwas mit Wellness und Massageöl.

Soweit die Theorie. In der Praxis sind wir sind eher die, die am Pornokino vorbeigehen, um sich statt dessen im Eisladen zu vergnügen. Leider wahr. Sind wir uns nicht mehr wichtig, weil wir uns keinen Babysitter suchen? Bedeutet mir ein Sofa ohne Krümel mehr als eine spontane Knutscherei beim Filmgucken? Erzählen wir uns überhaupt noch von unseren Träumen und Wünschen – und noch wichtiger, hören wir uns gegenseitig noch zu?

Als ich dem Mann meine Gedanken erzähle, muss er dringend auf den Balkon, eine rauchen.

Ich beschließe bockig, dass ich den Mann am Freitag mit irgendwas Paarmäßigem überraschen werde, denn da stehen bei keinem von uns Jobs im Kalender. Dummerweise bin ich aber am Freitag total müde. Und mies gelaunt. Und müde und mies … Egal, denke ich mir, das ziehst du jetzt durch. Die Vorstellung, in einigen Jahren schweigend neben dem Mann auf dem Sofa zu sitzen, mit Mettbrötchen und Löchern in den Socken, schreckt mich. Ich gehe zum Mann, frage ihn, ob er gerade Zeit hat und ziehe ihn möglichst vielsagend Richtung Schlafzimmer.

Noch im Flur verspüre ich ein Bedürfnis.

„Geh schon mal vor.“

Fragender Blick vom Mann.

„Ich geh noch ins Bad. Zieh dich doch schon mal aus, ich muss noch …“

…kurz kacken, denke ich, und halte in letzter Sekunde den Mund. DAS war knapp. Fast genauso arg ist aber, dass ich ihn gerade angewiesen habe, er solle sich doch schon mal ausziehen.

Als ich ins Schlafzimmer komme, hat sich der Mann gottergeben entkleidet, liegt aber wie ein katholisches Schulmädchen bis zum Kinn unter der dicken Bettdecke und guckt misstrauisch. Um davon abzulenken, wie peinlich mir das jetzt ist, weise ich ihn darauf hin, wie gut die neuen Verdunkelungsvorhänge das Zimmer verdunkeln – sogar am helllichten Tag! Ich muss kurz an die Erste-Hilfe-Eltern denken. Langsam begreife ich deren Ausflug ins Pornokino als rein pragmatischen Ansatz. Die Banalität der eigenen Wohnung entfällt. Im Pornokino ist es dunkel, da sieht man die Staubmäuse nicht. Und wenn, muss man sie wenigstens nicht beseitigen. Irgendwann müssen wir lachen, in einer Mischung aus Belustigung und Verzweiflung, und beenden den ganzen Versuch, bevor es noch blöder wird.

Der nächstmögliche Anlass für Romantik gestaltet sich klassisch, es ist nämlich unser Hochzeitstag. Um ehrlich zu sein, haben wir bisher an jedem einzelnen Hochzeitstag gestritten. Geschenkt haben wir uns überhaupt noch nie etwas. Nach Feierabend erstehe ich beim Spätkauf zwei Dosen (ja, Dosen) Gin Tonic und überreiche davon eine dem Gatten mit den Worten „Alles Gute zum Hochzeitstag“. Dabei fühle ich mich ziemlich großzügig, denn er hat noch weniger in petto als ich. Und er freut sich aufrichtig über die unverhoffte Versorgung mit Gin an einem Mittwochabend. Dann stoßen wir blechern an und gucken auf Netflix, wie tote Leute lebenden Leuten das Gehirn aus dem Schädel pulen. Und sind eigentlich ganz happy damit.

Irgendwann ist Wochenende. Wir gehen in den wunderbar sonnigen Park und lassen das Kind durch Blätterhaufen kruscheln. Schön ist das. Während die Tochter gewissenhaft Laub zerkrümelt, beobachte ich den Mann, wie er mit geschlossenen Augen dasitzt und ganz viel Ruhe ausstrahlt. Hach! Ich stehe von meinem Baumstumpf auf und gehe zum Mann, weil ich irgendwohin muss mit meinen überlaufenden Gefühlen. Kurz bevor ich ihn umarmen kann, öffnet er die Augen, bekommt einen Hustenanfall und würgt panisch in den Rhododendron.

Abends kann ich nicht einschlafen und denke darüber nach, wie die anderen das wohl machen, und ob überhaupt noch jemand Sex hat, und wenn ja, wie und wo. Es nervt, darüber nachdenken zu müssen. Oder das Gefühl zu haben, ich müsste. Niemand sagt:

„Voll okay, wenn ihr erst mal überwiegend Eltern seid. Muss nicht passieren, kann aber. Macht euch nicht zu viele Sorgen. Wenn das Kind älter wird, habt ihr wieder mehr Zeit und Muße für euch. Setzt euch nicht noch mit romantischen Abenden und Sex-Dates unter Druck. Ist schon okay. Let it be.“

Nein, das sagt niemand. Stattdessen empfehlen sie einem Babysitter und Kino und Ayurveda und all that jazz. Und wenn man daran scheitert, weil man halt nicht der Typ für Terminfummeln und teure Restaurants ist, dann lauern hinter der nächsten Ecke schon das Mettbrötchen und das Unterhemd. Vielleicht sind die Erste-Hilfe-Eltern gar nicht aus Übermut und Freude ins Pornokino gegangen. Sondern aus Verzweiflung

Ein paar Tage später steige ich gerade aus der Dusche, als der Mann das Badezimmer betritt. Jetzt fragt er gleich, ob er mal schnell auf Toilette darf, rolle ich innerlich mit den Augen. Er fragt aber nicht. Stattdessen bleibt er im Türrahmen stehen und betrachtet mich. Ich werde verlegen und weiß nicht, wohin mit meinen Händen. Oder dem Rest. Was guckt der denn jetzt so, denke ich, während ich meine Haare tropfen und mir die Wimperntusche in die Augen rinnt. Er macht einen Schritt auf mich zu und umarmt mich, nass wie ich bin. Wir küssen uns. Irgendwann lässt er mich wieder los.

„Was wolltest du eigentlich hier?“, frage ich ihn.

„Weiß nicht mehr “, sagt er und grinst.

 

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78 Gedanken zu “Zieh Dich schon mal aus…

    • Ich muss gestehen: Dieser Texte lag ziemlich lange bei mir herum. Ich habe mich nicht getraut, ihn zu veröffentlichen. Am Ende habe ich ihn um etwa die Hälfte gekürzt. Und mir gedacht: Scheiß drauf, es wird ja auch noch anderen so gehen.

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  1. Urban Sqirrel schreibt:

    „Voll okay, wenn ihr erst mal überwiegend Eltern seid. Muss nicht passieren, kann aber. Macht euch nicht zu viele Sorgen. Wenn das Kind älter wird, habt ihr wieder mehr Zeit und Muße für euch. Setzt euch nicht noch mit romantischen Abenden und Sex-Dates unter Druck. Ist schon okay. Let it be.“

    Doch doch ICH würde das sagen, mit der ganzen geballten Erfahrung von drei gemeinsamen Kindern und daraus resultierenden vielen vielen Monaten „ohne“. Wenn man irgendwann mal wieder etwas weniger müde und erschöpft ist und im Bett keine Kinder mehr in der Besucherritze liegen und man auch nicht mehr stundenlang abends mit „ins Bett bringen“ beschäftigt ist, dann kommt das wirklich von ganz allein wieder. Hauptsache ist, das man sich als Eltern auch noch gegenseitig mag.

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    • Das Mögen wird echt unterschätzt. Ja. Es gibt ja auch Menschen, die mögen sich schon lange nicht mehr und haben trotzdem Sex. Das ist mir immer ein großes Rätsel. (Also jetzt wirklich ganz ohne Wertung!)

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      • Urban Sqirrel schreibt:

        Ja das versteh ich auch nicht.
        Und falls die Tagesschau mal anruft biete ich mich denen gern als Sexpertin (höhö) an.

        *gesendet aus dem Schlafzimmer mit Hand an der Brust…leider die von der fast 2jährigen Dauergästin. Zwischen mir und dem Mann liegt der schwule Kater und schnurrt überlaut. Erotisch ist anders…aber Glück sieht für mich genau so aus. 🙂

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  2. Frawi schreibt:

    Daaanke!!! Als ich heute auf dem Klo festsaß, das brüllende Kind mit im Bad eingekerkert
    (weil es unbedingt die Wickelkommode erklettern musste, wiederholt und nicht davon abzubringen, ich aber weder Lust auf Stürze noch auf panisches Zwischendurchaufspringen meinerseits hatte)
    – erwähnte ich schon, dass das Kind brüllte? –
    und ich letztendlich halb mitheulte, weil alles so einfach sein könnte, mir im Hier und Jetzt aber nicht ´mal ungestörte fünf Minuten auf der Schüssel vergönnt waren und ich das arme Kind anzeterte, ob es nicht ´mal kurz still sein könnte, weil meine Nerven blank lägen…
    … da dachte ich: Heute ist so ein Tag, an dem eigentlich ein neuer Artikel von Kiddothekid kommen müsste. Der heitert dich auf und lässt die Sonne wieder scheinen. Du Hyde-Mom kannst das heute brauchen!
    Zack – kaum zu glauben – da isser schon! Das gibt mir Mut für zukünftige Tage dieser Art. 😀

    Nebenbei: Wir tun´s nicht. Zur Zeit (und auch seit längerer Zeit. Nicht). Keine Kraft, keine Lust, zuviel Streit. Unsere Nachbarn – mit fast gleichaltrigem Kleinkind gesegnet – tun´s wohl durchaus und zwar des Öfteren. Wöchentlich etwa, wenn ich es recht verstanden habe. Ich bin fast umgefallen, als sie das schrieb. Aber die zoffen sich auch ordentlich (wahrscheinlich davor und danach). Mein Fokus liegt momentan erstmal auf mehr Harmonie und weniger Stress. Der Rest kann später wiederkommen. Und die schlauen Ratgeber schreiben wahrscheinlich eh die Kinderlosen oder solche, deren Brut schon erwachsen ist und denen diese ersten Jahre mit Kind von der Erinnerung rein gülden überhaucht wurden. „´nen Scheiß muss ich!“ trifft es da doch ganz gut. 🙂

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      • Frawi schreibt:

        Da die ebenfalls soviel Zoff haben, hätte ich auch mitnichten soviel Bettensport erwartet, eher Flaute mit seltenen Unterbrechungen. Weder Plan noch Preußentum sind mir bekannt. Es ist und bleibt ein Rätsel. Oder es fuppt im Bett einfach sooo toll bei denen, dass weder Kind, noch Streit, noch Alltag sie davon abhalten können… :-/ (Nur kein Neid, nur kein Neid…. nein, nur ein klitzekleines bisschen Eifersucht…)

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    • mom schreibt:

      DANKE.
      An alle, die hier abenteuerlich lange sexlose Zeitphasen offenlegen und an Kiddothekid für den klaren Blick.
      Was soll ich sagen…das Baby ist 6 Monate.
      Mindestens seit diesem Zeitpunkt sind wir zu erschöpft für Sex.
      Was soll’s.

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  3. anna schreibt:

    Ahahahahahahahahahaa ich habe sehr gelacht! Bei uns ist es fast schlimmer: Nachdem wir uns ernsthaft fragten, ob wir in 2015 überhaupt einmal Sex gehabt hätten, machen wir es jetzt jeden Sonntag. Wirklich. Aber nicht, wenn wir zum Schlafen im Bett sind. Dann bin ich zu müde und muss lesen. Ich war immer eher Mettbrötchen..

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    • Das habe ich beim Frühstück dem Mann erzählt, und der wollte wissen, warum Sonntags. Weil doch die Kinder dann da sind (sofern Ihr welche habt. Habt Ihr?). Und wenn Kinder, wo versteckt Ihr Euch vor denen? Will der Mann wissen.

      Und ich will wissen: Wie läuft das so, wenn man’s als fixen Termin hat. Darf ich das überhaupt fragen? Und seid Ihr zufällig die Nachbarn von @frawi?

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  4. Elisa schreibt:

    Herzlich gelacht, danke. Bei uns ist es nach jedem Kind irgendwann wieder zweisamer geworden. Und dann war ich jedes Mal irgendwann wieder schwanger.

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    • Wie groß sind denn die Abstände zwischen Euren Kindern, mal ganz indiskret gefragt? 😀

      Eine Freundin von mir wurde wieder schwanger, da war ihr Kind 3 Monate alt. Das hat mich fast aus den Socken gehauen.

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    • Haha, DAS kenn ich. Meine Kinder haben einen Abstand von 1,5 Jahren. Es sind drei Stück. Derzeit sind wir sehr damit beschäftigt es nicht zu einem 4. Kind kommen zu lassen. Allerdings ist mein persönliches Energielimit auch erreicht und es geht mir persönlich wie im Beitrag beschrieben. 😀

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  5. Judith schreibt:

    Joa, ich warte seit der Geburt von Kind zwei immer noch auf den Tag (bzw. die Nacht) an dem KEIN Kind zwischen uns schläft und KEINER von uns beiden müde oder krank oder schlecht gelaunt ist. Genaugenommen scheiterts eigentlich immer schon am ersten Punkt. Das große Kind hat eine Art Sensor eingebaut, denn keine fünf Minuten, nachdem wir im Bett liegen, hören wirs im Flur tapsen. Wird sicher nicht besser, wenn Kind zwei bald selber aus seinem Gitterbett rauskommt,…
    Mich wunderts, wie/wann wir das überhaupt geschafft haben, ein zweites Kind zu zeugen, haha.

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  6. Leo schreibt:

    Der erste schöne Frühlingstag. Spielplatz. Keine dicken Winterjacken mehr. Dafür unfassbar viele dicke Bäuche. In meinem Hirn nur ein Gedanke: „Die hatten alle Sex. Alle!“ Ich rief dann meinen Mann an – um zu fragen, was wir abends essen wollen. Essen ist mein neuer Sex, zumindest vorübergehend.

    Danke für diesen ehrlichen Artikel! ❤

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    • Essen ist SO GUT!

      Das habe ich mich auch schon ganz oft gefragt bei den Spielplatzbäuchen. Besonders beeindruckend, wenn es das dritte oder vierte Kind ist, da im Bauch.

      Eventuell sind diese Menschen aber auch ganz zielstrebig, weil sie wissen, sie möchten gern mehrere Kinder. Und tun dann gewissenhaft das, was dafür nötig ist.

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      • Kind schläft, juhu! schreibt:

        Geil geil geil!!!
        Zu den dicken Bärchen – ah schei* automatische Worterkennung am Handy, ich meine Bäuche – es geht auch anders: wir waren mit dem 2 Kind schwanger ohne Sex (naja fast;) : ICSI *g* Das „Dumme“ dabei: vor der Karenzzeit vor Spermaabgabe mussten (man beachte die Wortwahl, mussten! Kinderlose Paare würden sich im Bett umdrehen!) wir es tun, um die Population zu erneuern. Glaubt man das?!

        Liebe Grüße und rette uns bitte weiter (öfter :p) die Tage!

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  7. Angela schreibt:

    Oh ja, ich liebe sie auch, diese schlauen Empfehlungen, dass man ja nicht auf’s Paar-Sein vergessen sollte, und uuunbedingt mal einen Babysitter organisieren soll und ins Kino oder fein essen gehen soll. Haben wir beides auch ohne Kind äußerst selten gemacht, warum sollten wir jetzt?! Um als Paar zusammenzuhalten und glücklich zu sein, zählen für manche eben andere Dinge, was wissen da diese Buchautoren schon davon?! Die setzen doch – hoffentlich zumindest gut gemeint – die armen, sowieso verunsicherten jungen Eltern nur unter Druck. „Nehmen Sie sich jede Woche einen fixen Termin als Paar-Zeit vor“ u.ä. – bullshit, baby, das würde mich in den Wahnsinn treiben! Da können so kleine Situationen wie die mit den nassen Haaren viel mehr bewirken 🙂 Jedenfalls kann’s uns nicht allzu schlimm getroffen haben, nachdem Nr. 2 unterwegs ist…..

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      • Angela schreibt:

        Vielleicht ist eh das der geheime Plan: mal ein Stündchen ohne Kind schlafen… Da kann ich mir allerdings gemütlicheres vorstellen als ein Kino!
        Jedenfalls scheinst du (wie so oft) einen ziemlichen Nerv getroffen zu haben, und es wimmelt hier nur so von LeidensgenossInnen. Wobei: leiden tut man in diesem Fall wohl hauptsächlich dann, wenn es einem die anderen einreden. Also: alles ganz normal, alles nur eine Phase! 🙂 Lies den Text in ein paar Jahren und du wirst schmunzeln ❤

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      • Doch.Kino. Echt! Tagsüber. 10 Uhr Vorstellung. Starwars. Kinder in der Kita. Danach Lunch mit dem Mann. Dann an den Schreibtisch. Dann gut gelaunt die Kinder holen. Guter Tag! P.S. Und der Spaß kostet nicht 10€ pro Stunde mehr für den Babysitter! Ist allerdings eher was für Selbstständige…

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  8. Tristia schreibt:

    Danke fürs Thema. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich keinen Bock mehr habe mir von außen einreden zu lassen Sex wäre gleich Partnerschaft. Das habe ich noch nie so empfunden, Wir leben in einer total unnatürlich sexfixirten Welt, an die ich nicht glaube. Ich liebe Intimität, die durch Sprache erzeugt wird. Wenn meinem Partner und mir dazu auf Dauer die Zeit fehlen würde, wäre unsere Beziehung vermutlich ganz schnell zu Ende. Körperliche Vereinigung kommt bei uns definitiv nicht an erster Stelle. Wir sind beide glücklich damit und ich wage sogar zu behaupten dass das völlig normal ist! 😉

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    • Meiner stresst auch nicht rum bei dem Thema. Weil, es gehören ja auch zwei zum Nicht-Zustandekommen von Verkehr. Allein die Vorstellung, es säße hier ein Typ, der ständig drängelt und nervt, macht mich beklommen.

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  9. Anna schreibt:

    Sorry, Mädels…. aber ich finde das was ich hier lese total traurig. Natürlich definiert sich eine Beziehung und Liebe nicht über Sex, aber ist Sex nicht ein wichtiger Bestandteil der besonderen Intimität?

    Als meine Kinder noch sehr klein waren, gab es auch über Monate kein Sexualleben mit meinem Mann. Aber wenn es dazu kam, folgte immer ein „WOW, das müssen wir öfter tun!“. Wäre es nicht schade, zu vergessen wie schön es ist und das es Spaß macht? Auch wenn die Augenringe durch noch mehr Schlafmangel noch tiefer werden?

    Jedenfalls ist mein Mann jetzt der Mann einer anderen Frau…. das muss keine Angst machen, natürlich gab es dafür auch andere Gründe als fehlender Sex, aber im Nachhinein war es ein Indiz – wohlgemerkt bei MIR, das ist nicht übertragbar. Jeder Mensch und jede Beziehung ist anders.

    Heute möchte ich jedenfalls die besondere Vertrautheit, den intimen Bereich, der nur mir und meinem Partner gehört, nicht mehr missen. Es ist wichtiger Bestandteil unserer Beziehung, genauso wie Zuneigung, Unterstützung, gemeinsame Interessen, tiefe Gespräche, Streit, mal genervt sein und ganz viel LIEBE.

    Sex macht Spaß! Oft lösen sich damit auch Spannungen und ganz ehrlich, den Mamastress kann man auf kaum eine andere Art mal hinter sich lassen und sich voll als Frau fühlen.

    Aber wie so vieles ist auch dies subjektiv….. und ich fürchte hier gerade auch ein bisschen provokant 🙂 Seht es mir nach! Genießt Liebe auf jede Art die EUCH Freude macht.

    Anna
    (w 43, 3 Kinder – zugegeben, nur eins noch im Haus, glücklich in neuer Beziehung, gerne mehrmals pro Woche;-) )

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    • Susan schreibt:

      Zum Teil magst du ja recht haben- Zweisamkeit ist wichtig für eine Beziehung und mag auch manchmal oberflächliche Streits „kitten“ aber wenn ich das von dir lese oben, komme ich mir wieder vor wie ein versager. Natürlich finde ich meinen Hausherrn attraktiv und in manchen Momenten würde ich auch gern- aber dann brüllt Junior mal wieder oder die Post klingelt oder oder oder.
      Mein Hausherr arbeitet Schicht und unser kleiner wird im Juli erst 2. Wenn das Timing mal klappt ist es klasse, aber eine Flaute sollte man mit Kleinkind einfach akzeptieren oder einfach als ein temporäres Problemchen wahrnehmen. Wenn eine Beziehung das nicht verkraftet, stimmt es woanders einfach schon nicht.

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    • Angela schreibt:

      Hmm… Bei den meisten geht’s ja wirklich nur um eine Phase. Und in der erzeugt es – wie man an den Kommentaren hier erkennen kann – eher nur Druck, wenn man gesagt bekommt, dass gerade JETZT Sex ja so wichtig wäre. In dieser Phase (der Großteil der Kommentatoren hier ist wohl Jung-Eltern; du hast da scheinbar schon etwas mehr Abstand) ist es für die meisten eher wichtig, darin bestärkt zu werden, dass eh alles im Rahmen ist, als zu hören zu bekommen, dass man dringend etwas anders machen sollte, auch wenn man sich gerade furchtbar schwer tut damit. Ganz abgesehen davon, dass auch ohne Kinder schon Sex in verschiedenen Partnerschaften ganz verschiedene Prioritäten hat. Ich denke auch eher, dass fehlender Sex zwar vielleicht – so wie du schreibst – ein Indiz, aber eher nicht der eigentliche Grund für eine bröckelnde Partnerschaft ist.
      However, die Quintessenz sollte mMn sein: Lasst euch nach Möglichkeit keinen Druck machen, macht es, wie es für euch (jetzt gerade) passt (es gibt IMMER irgendwo Gleichgesinnte, auch wenn sie sich gerade nicht zu Wort melden!) – das Leben ändert sich sowieso ständig 🙂

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    • mom schreibt:

      Natürlich macht Sex Spaß, aber einfach nur ungestört Schlafen macht auch Spaß. 🙂
      Wohngegen übermüdet den Tag mit einem Baby zu verbringen gar keinen Spaß macht.

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  10. Heute lieber ohne schreibt:

    Danke für den herrlichen Artikel. Der Gatte fand ihn leider nicht so amüsant wie ich dachte, wahrscheinlich weil ihm der Sex deutlich mehr fehlt als mir. Das belastet unsere Beziehung schon, aber wirklich zu ändern weiß ich es auch nicht. Im Moment genieße ich, ehrlich gesagt, jeden Augenblick ohne jeglichen Körperkontakt zu irgendwem und hoffe auf bessere Zeiten… Liebe Grüße xxx

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  11. Du solltest echt ein Buch mit deinen Artikeln rausbringen… ich lese das immer furchtbar gerne – auch wenn ich als kinderloser „Lebemann“ nicht viel dazu sagen, aber ich lese es immer sehr gern.

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  12. Was? Ihr fesselt euch nicht jeden zweiten Tag, tragt sexy Unterwäsche und steht nach dem Koitus perfekt geschminkt auf und wickelt euch in die Bettdecke ein, um dann ins Bad zu laufen? Ich sag nur: Gott sei Dank! Wir brauchen mehr Realismus beim Thema Sex! Danke für deine Worte!

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  13. Hallo,
    was für ein toller Beitrag, ich habe so gelacht, auch bei einigen Kommentaren. ich kann mich teilweise so sehr wieder finden und bin beruhigt, dass das öfter vorkommt, als man denkt. Wer spricht schon darüber. Ich dachte schon, hier stimmt was nicht 🙂

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  14. Simone schreibt:

    Ja, so isses. Leider. Aber irgendwie auch beruhigend, so viele Leidensgenossen zu haben.
    Der geniale Olaf Schubert behauptet ja: „Manchmal muss man sich auch zum Geschlechtsverkehr zwingen.“ Das würde ich jetzt soo aber auch nicht unterschreiben. Und diese ganzen schlauen Tipps a la regelmäßige Abende zu zweit planen find ich auch kacke, weil a) jegliche Spontanität fehlt und b) dann ohnehin kurz vorm besagten Abend ein Kind krank wird oder irgendwas anderes dazwischenkommt. Da bleibt dann wohl nur abwarten und auf bessere Zeiten hoffen – und zum Glück ist Sex ja nicht alles…
    Toller Text von dir!
    LG, Simone

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  15. Wie cool bist Du denn?
    Danke, dass Du Dich zum Veröffentlichen durchgerungen hast! Das tut so gut! Ich ertappte mich letztens bei dem Gedanken, dass es doch hilfreich sein könnte, bald in die Planung für Kind 2 einzusteigen, weil wir dann ja wieder Sex haben müssten und das bestimmt voll gut für die Beziehung sei, weil man das ja eben überall liest *g*…

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  16. Mamschli schreibt:

    Ehrlich? Was, wenn das mit dem Babysitter nicht läuft? Ich lad‘ mir doch keinen fremden Menschen ins Haus und bezahle ihn dafür, meine Kinder zu hüten (by the way: schlecht mit Stillkind?!) um dann außer Haus noch einmal zu bezahlen … für’s Restaurant, das Hotelzimmer … komme dann zu brüllenden, unglücklichen Kindern zurück, nur weil ich laut Plan mal wieder poppen sollte? Und das wöchentlich? So üppig ist das Elterngeld halt nicht …
    Und Freunde oder Schwimu fragen (führt am Abend auch zu unglücklichem Nachwuchs)- damit dann alle wissen, wir seilen uns ab, um die ehelichen Pflichten zu erfüllen?
    Außerdem will ich abends nicht uns Kino oder Essen gehen – ich will es einfach nur ruhig … mit Mann, oder ohne … je nachdem.
    Und sich zum Sex zwingen? Ist ’n Paar-Tipp, den ich noch nie verstanden hab. Stell ich mir weder für mich, noch den Mann berauschend vor.
    Ich bin aktuell ganz froh, wenn mal keiner an meinen Körper will.
    Glaube ja ganz fest daran, dass das natürlich ist – Lust auf Sex entsteht, wenn Kopf und Körper aller Beteiligten bereit dazu sind. Dann finden sich auch Orte und Zeiten – wie von selbst! So kamen wir zum zweiten Kind, und das fühlt sich immer noch richtig an.
    Und Männer, die kurz nach der Entbindung drängeln – sind entweder nicht genug eingespannt als Vater, oder noch nicht reif genug zum Elternsein. Denn die Mutter des Kindes zu drängen, ihren Zustand und ihre Bedürfnisse zu übergehen, nur um einen wegzustecken – da erwarte ich auch keine große Bereitschaft, mal selbst zurückzustehen. Und das fordert Familie nun mal einfach ein.
    Ich liebe meinen Mann dafür, dass ich mir solche Gedanken nur im Freundeskreis anhören muss – erstaunlicherweise herrscht dort die Termin-Variante vor und führt eher zu „Mist, schon wieder Mittwoch“ … auch nicht sexy …

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  17. Kinderlos schreibt:

    Ich finds super, dass du so mutig bist und es veröffentlicht hast. Tabuthemen sind dich nur schlimm, weil Sie Tabu sind. Wenn alle so offen und ehrlich reden, verschwindet die Panik.
    Ich bin kinderlos, hatte dieses Jahr sovielmal Probleme, die eine depressive Phase ausgelöst haben, in der ich absolut keine Lust auf Sex oder kuscheln hatte. Zweifelte schon teilweise an der Liebe zu meinem Partner, weil einem immer gesagt wird, Sex und Liebe gehören zwingend zusammen. Mittlerweile geht’s mir gut und die Lust ist zurück. Danke für diesen tollen Text.

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