Lieber unbekannter Vater,

der Du heute früh bei dm neben mir an der Kasse gestanden und Deine Einkäufe verpackt hast. Dein Kind saß im Kinderwagen, meins daheim bei seinem Papa. Beide waren wir schon früh unterwegs, wie so viele Eltern, beide trugen wir eine gewisse Müdigkeit in den Augenfalten. Wir kennen uns nicht. Aber Du hättest mir fast den Tag versaut.

Als wir so einträchtig nebeneinander unseren Kram verstauen, komme ich nicht umhin, einen neugierigen Blick auf Deine Einkäufe zu werfen. Das ist wie Nasepopeln – jeder macht es, keiner gibt es zu. Einen nette Auswahl hast Du da, hätte theoretisch auch meine sein können: Die tolle, aber arschteure Babylotion mit weißer Malve von Weleda, Stilleinlagen für Deine Frau, Bio-Fencheltee, Bio-Stilltee, Ecover Vollwaschmittel, einen Alana-Body aus Wolle/Seide. Schicke Sache. Kudos, Mann.

Von meinem Kassenband rutscht heute eine Auswahl, die dem gutbügerlich-alternativen Elter die Brauen hochzieht: Drei Gläschen HiPP Spaghetti Bolognese, weil das die einzige Fertigkost ist, die das Kiddo zuweilen als Notfall-Lunch akzeptiert, während ich Tiefkühlpizza esse. Solche Tage gibt es bei uns. Nicht oft, aber es gibt sie. Vielleicht kennst Du das ja. Hirsekringel für die Spielgruppe liegen außerdem auf dem Band, weil die anderen Kinder die auch essen, und weil das Kiddo die sonst skrupellos beklaut. Diese Obst-Quetschtütchen für unterwegs, weil das Kiddo mit denen einigermaßen sauber snacken kann. Ich gebe zu, ich bin nicht so die Wechselklamotten-Mom mit australiengroßer Wickeltasche. Liegt daran, dass ich das Kiddo meist in der Trage dabei habe und nicht noch mehr Ladung schaffe. Last but not least, zwei Früchteriegel Apfel-Banane für unsere seltenen, aber inbrünstig gehassten Autofahrten. Ja, als Bestechung. Ja, sowas mache ich.

Als ich hochschaue, ertappe ich Dich dabei, wie Du meinen Einkauf genauso neugierig inspizierst wie ich Deinen. Ich muss grinsen und nicke Dir zu. Du lächelst ein Lächeln, das Deine Augen verfehlt und sagst mit diesem komisch verzogenen Gesicht den Satz, der mir voll in mein müdes Gesicht klatscht: „Aber Du weißt schon, dass Selberkochen nicht soooo viel Arbeit macht, oder?“

BÄM. Mein Mund schaltet kurzerhand auf Autopilot und entscheidet sich für Deeskalation und guten Willen: „Ach weißt Du, wir waren über die Feiertage so viel auf Reisen. Da haben wir unser ganzes Unterwegs-Zeug aufgebraucht. Das musste ich jetzt mal nachkaufen. Auf Vorrat quasi.“ Ich schaue Dir ins Gesicht und erblicke: absolute Verständnislosigkeit. Eine Spur Herablassung. Vielleicht ist es auch mehr als eine Spur.

Ich sag Dir ehrlich – wäre ich nicht ganz so erschöpft gewesen, ich hätte es dabei belassen. Hätte ich nicht vier kranke Wochen, 1.800 Kilometer auf der Autobahn und enorm anstrengende Feiertage hinter mir, ich hätte nichts gesagt. So allerdings gewinnt meine Selbstachtung:

„Aber eigentlich geht Dich das einen Scheißdreck an.“

Ich lasse Dich stehen. Und fühle mich besser.

Diese Dinge habe ich gekauft. Verklagt mich doch.

Diese Dinge habe ich gekauft. Verklagt mich doch.

121 Gedanken zu “Lieber unbekannter Vater,

  1. Du bist einfach klasse. Und stellvertretend für den unbekannten Vater entschuldige ich mich hier im Namen aller Väter…Gute Besserung falls noch vonnöten. Vom Vater, der keine drei Nannys hat und gestern um 23:30 den Wischmob ablegte….und keine Sorge, die Gattin war ebenso fleißig und schnitt mir hinterher sogar die Haare. Nicht wegen der Vollmondkonstellation sondern der Zeitnot halber…

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  2. Claudia schreibt:

    Richtig so!
    Super, das du es erst freundlich versucht hast und richtig, toll, und überirdisch superklasse, das du nicht den Mund gehalten und den Fehler bei dir gesucht sondern vernünftig gekontert hast.
    Mir fällt leider in solchen Momenten immer nix ein 😦

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  3. Reiskoernchen schreibt:

    Und gerade heute mach ich ein Foto von meinem Monster, wie es in einem Einkaufswagen mit 30 Hipp Gläschen vergnügt sitzt und spielt während das Taufgeschenk – ein Babycook – seit 2 Monaten geputzt auf seine Premiere wartet…

    Manchmal fühl ich mich schlecht. Aber anderseits waren wir noch nie die großen Köche und so bekommt das Monster einen abwechslungsreichen und baby-konformen Speiseplan…

    Das Abstillen und die B(r)eikost Einführung hat dafür reibungslos geklappt (und als Goodie geh ich morgen den ganzen Tag mit einer Freundin zum Wellnessen!!!)

    Toll, wie Du Dich fangen konntest um ganz klar das Richtige zu sagen!

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    • Ich würde garantiert öfter mal ein Gläschen geben, wenn die hier nicht so verschmäht würden. Ich frag mich, ob das ein reines Mutterdings ist, sich deshalb schuldig zu fühlen.

      Beikost ist bei uns übrigens voll langwierig, da beneide ich Dich ein bisschen.

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      • Anettt schreibt:

        Also ich habe mich keinesfalls und niemals schuldig gefühlt, meinem Kind Gläschen zu füttern. Es hat scheinbar geschmeckt – zumindest ist nichts von dem Gläscheninhalt in meinem Gesicht, auf Wand oder Boden gelandet.

        Und ob das mit dem Selbstkochen sooooo viel günstiger im Zeit- und Geldaufwand ist (einkaufen, vorbereiten, kochen, abwaschen), wage ich zu bezweifeln.

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    • Ich koche auch mies. Der Mann zum Glück nicht. Aber der ist halt nicht immer da und kocht auch nicht permanent babyfreundlich. Fremde Menschen wissen immer alles besser. Das ist deren geheime Superkraft!

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  4. Alice schreibt:

    Was für ein herrlicher Beitrag! Unsere beikostzeit war so anstrengend, und mein biogemüsevommarktselbstgekocht habe ich genau 3 Tage lang serviert bzw. weggeworfen. Dann gab es bei uns Gläschen, die der kleine trotzkopf auch eher selten gegessen hat. Inzwischen ist er ein Jahr und isst bei uns mit.

    Aber immer wieder erschreckend, dass andere Leute immer so viel klüger sind!

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  5. Danke für den Beitrag!
    Ich stand vorhin auch beim dm an der Kasse. Mit einer großen Ladung verschiedener Gläschen um endlich mal eines zu finden das gegessen wird. Statt Brei isst meine Tochter lieber eine halbierte Kirschtomate und 2 Nudeln vom Abendessen von Mama und Papa. Aber so irgendwie möchte ich sie doch auch mal durch was anderes als Fläschchen sattkriegen. 😦

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  6. Wie oft stand ich mit so einem Einkauf an der Kasse und fragte mich, was ich nun dazu sagen würde, wwenn mir jemand so … so scheiße käme. Mir ist nie etwas eingefallen, außer, „Ach, halt’s Maul!“, „Ähm, das ist nur äh, weil, ich koch sonst immer bio und selbst….!“ oder „Grruaaarrrgh!“
    Insofern, danke für die Eloquenz. 🙂

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  7. Danke, danke, danke. Du bringst mich immer wieder zum lachen. Auch wenn das für dich heut früh sicher nicht witzig war. Dem hast du’s gegeben. UND: Das war bestimmt einer dieser Möchtegerndaddys die nach außen hin rumprotzen und daheim die Gattin alles alleine machen lassen. Und dauernd nörgeln warum das Essen noch nicht auf dem Tisch steht und wieso es hier überhaupt so dreckig ist. Kann doch nicht so schwer sein Mutter und Hausfrau mit Dauerlächeln zu sein. Einkaufen war der nur weil das die alternative zu sabberndem Baby rumschleppen war. So!

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  8. Maike schreibt:

    WOW, ich habe noch nie einen Blogeintrag kommentiert. Als ich gerade Deinen Beitrag gelesen habe, fing es an in meinem Bauch zu grummeln und ich merke wie ich unheimlich wütend werde. Deshalb hier mein erster Kommentar:

    Kurz zu uns: Ich habe einen 14 Monate alten Sohn. Ich habe im vergangenen Jahr alles mitgemacht, was ich davor nur vom Hörensagen kannte und mir immer dachte: ICH werde das alles ganz anders machen: furchtbarer Kaiserschnitt, Probleme beim Stillen, Fläschchenfüttern, postnatale Depression (zum Glück in Behandlung und seitdem in Besserung), Wutanfälle, Streit, Nächte die so schrecklich sind, dass man am Liebsten das Kind verschenken würde, Erschöpfung, Unsicherheit und Verzweiflung aber genauso unfassbare Glücksmomente, grenzenlose Liebe und ein Stolz der sich oft versteckt, aber wenn er mal hervorlugt, überwältigend ist. Ja, ich denke das kennt Ihr alle auch.

    Immer aber, wenn ich im vergangenen Jahr mitbekommen habe dass Eltern (Mütter genauso wie Väter) andere Eltern in so einer Art kommentieren wie Du, liebe Liz, es heute erlebt hast, könnte ich im Strahl kotzen (entschuldigt die Ausdrucksweise). Wie kommt man denn auf die Idee, sich und seinen Lebensentwurf derartig über andere zu stellen? Wie kann dieser Vater, der keine Ahnung hat, wie es Dir geht oder was Du durchmachst oder wie Du zum Leben stehst, sich derart über Dich stellen? Vor allem: Was gibt das für ein Bild für sein Kind Im Einkaufswagen ab, das er ja offenbar sehr liebt? Wie soll dieses Kind verstehen, dass es Andersartigkeit gibt, dass Menschen andere Lebensentwürfe haben und diese genauso gut oder schlecht sind wie der eigene? Wir tun alle immer so wunderbar tolerant-alternativ, aber wenn es drauf ankommt geht unser Denken nur bis zu Nasenspitze (mich selbst leider oft eingeschlossen).

    Deshalb: Mein Vorsatz fürs neue Jahr: Die Menschen einfach machen lassen wie sie es für richtig halten (natürlich mit ein paar Grundvoraussetzungen – keine Gewalt und so). Weniger Dogma, mehr Nächstenliebe.

    Mit vielen Grüßen aus dem Akazienkiez

    Maike

    PS: Natürlich habe ich auch ca. 50 Hipp-Gläschen im Schrank, genau wie die Hirsekringel und Dinkelkekse. Malte liebt sie und wenn meine Nerven besonders dünn sind ist es halt die einzige Lösung. Dies wird aber mit Sicherheit nicht der Grund dafür sein, sollte er als Erwachsener möglicherweise besonders dick oder besonders doof werden.

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    • Danke! Mich hat am allermeisten geärgert, dass der Mann nicht gecheckt hat, wie unglaublich entmutigend und entwertend seine Anmerkung war (vielleicht hat er es doch gecheckt, in dem Fall ist er natürlich ein riesiges Wurstgesicht). Mit so nem hingesagten Spruch kann man einen anderen Menschen ganz schön runtermachen, wenn man ihn aufm falschen Fuß erwischt.

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  9. Du schreibst mir aus der Seele! Das Leben ist zu kurz, um alles selbst zu kochen/nähen/handwerken, was man mindestens genauso gut (und oft genug billiger) auch kaufen kann. Selberkochen ist gut und schön, wenn man Zeit und Kraft dafür hat, ist aber meiner Ansicht nach kein Wert an sich. Hauptsache, alle Beteiligten kriegen genug Kalorien in den Bauch. Und Babys und Kleinkinder haben bekanntlich die Eigenschaft, jedes verfügbare Quäntchen Zeit, Kraft und Geduld aufzusaugen und aufzubrauchen. Dem Himmel sei Dank für Fertignahrung!

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  10. hahahaha, herrlich. Diese Situation kennt wohl jeder. Ich hab da auch schon den ein oder anderen kritischen Blick abbekommen. Mein Minimann hat seit gestern mit 39 Fieber zu kämpfen und das einzige was bei ihm heut gut geht ist etwas Brei und ebenfalls diese Früchteriegel. Aufmerksame Menschen würden mich jetzt wahrscheinlich kritisieren. Er ist doch erst 10 Monate und noch kein Jahr. Jaja, richtig. Ändert auch nichts an der Tatsache, dass alles andere auf Ablehnung stößt.

    Liebst,
    Bell

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  11. australiengroße Wickeltasche! ♥
    Manchmal möchte ich diesen Eltern sagen, dass selber kochen aber auch nicht gesünder als der Gläschenfraß ist, aber eigentlich…wie du schon so schön gesagt hast: Geht es ihn einen Scheißdreck an. Gut pariert!

    Schade dennoch, dass wir Eltern so sehr gegeneinander arbeiten, statt miteinander. Wenn sich inzwischen schon die Väter so aufführen…wohin soll das noch führen 😦

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    • Ich glaube, es gibt so eine kleine Minderheit von Vätern, die gerne Mommy Wars führen. Das dann aber mit größtmöglicher Herablassung. Ansonsten habe ich vätermäßig oft den Eindruck, dass die angenehm entspannt sind. Theorie meinerseits: Liegt daran, dass die meisten tagsüber nicht beim Kind sind und deshalb eine gesunde Distanz entwickeln, während Mütter oft in einer Art Isolationshaft mit dem Nachwuchs leben, wenn es dumm läuft. Und dann ist der Focus einfach total aufs Kind gerichtet.

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  12. Tatsächlich ist es ja zudem so, dass kein anderes Lebensmittel so vielen Auflagen unterliegt wie Babynahrung. Folglich sind die angeprangerten Gläschen oftmals weniger mit irgendwelchen Schadstoffen belastet, als Selbstgekochtes – der Gemüsehändler kann sein Pastinaken jedenfalls einfacher fälschlich als „bio“ deklarieren als das z.B. Hipp oder Alnatura können und auch nicht als „bio“ zertifizierte Babykoost unterliegt strengen Kontrollen.
    Das nur mal so als kleine Klugscheißerei. Ich hätte aber in dem Fall genauso gepöbelt, ich bin da ganz Hyde-Mom, von Zeit zu Zeit.

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    • ja, genau, das hab‘ ich auch schon mal jemanden, mit einem ähnlichen Kommentar unter die Nase gerieben! hat ihn aber leider nicht sehr beeindruckt, dann kam nur der Hinweis, früher gab’s ja auch keine extra Babynahrung; ja aber früher gab’s auch nicht so viele Dünger, Pestizide etc. Vor allem finde ich das „früher-Argument“ auch immer ein bisschen doof, früher gab’s auch keine Kindersitze für’s Auto, keine Impfungen….

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  13. MamaOTR schreibt:

    Hallo Liz! Bin schwer beeindruckt von Deiner Schreibe! Tolle Blogposts!! Schau mal bei mir auf dem Blog vorbei, habe eine Überraschung für Dich 🙂
    LG
    Séverine (Mama on the rocks)

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  14. Man sollte wirklich den Mund halten, wenn man fremden Menschen nur Negatives zu sagen hat. Positives hingegen sollten wir viel mehr rauslassen. Aber dazu sind leider viele viel zu negativ eingestellt.
    Schade.
    Und Respekt vor einer solchen Antwort!!!
    LG
    Suse

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  15. Vielen Dank! Ich bin seit 6 Monaten Mama eines 8 Monaten alten Jungen (Pflegekind) und bin daher oft noch unsicher. Daher wäre ich in einem solchen Moment nicht schlagfertig genug. Aber ich übe, zwischendurch lese ich deinen Blog und hole mir Anregungen. Danke!

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  16. Hey,
    es tut mir sehr leid.
    Ich hab so was ähnliches auch schon erlebt nur hatte ich da noch gar keine Kinder.
    Ich stand an der Supermarktkasse, auf dem Band vor mir meine Alete-Gläser.
    Eine Oma hinter mir zickte rum: früher haben wir noch selbst gekocht, heute kriegen die Kinder nur so was fertiges.
    Ich drehte mich um und sagte: hätte ich Kinder würde ich vielleicht selbst kochen. Diese Gläser hier , die sind für meine Oma. Die stirbt nämlich gerade und ich hoffe sehr , dass ihr es gelingt ein paar Löffel Obst zu essen !!!!
    Bääääm, Oma hochrot und still.

    Ich ging dann….

    Mittlerweile hab ich Kinder. Vier sogar , ich habe selbstgekocht, Gläschen gefüttert, gestillt und Flasche gegeben , mich auf Spielplätzen rumgetrieben. Auf Elternabenden.

    Es hat gedauert bis ich mich nicht mehr verunsichern ließ.
    Heute mache ich das so wie ich es für richtig halte.
    Lass die Leute reden.
    Ich handele nach dem was mein Bauch mir sagt, mein Herz , mein Verstand.

    Du schaffst das auch , noch ist dein Kind winzig klein. Für euch muss es sich richtig anfühlen für niemanden sonst.

    Sehr lieben Gruß
    Christine

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    • Danke für Deine Worte – es ist wirklich nicht einfach, sich nicht verunsichern zu lassen. Man macht ja alles zum ersten Mal mit dem ersten Kind. Und ich unterstelle mal den meisten Eltern, dass sie es so gut wie möglich machen wollen.

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  17. Silke schreibt:

    Hihi, wenn ich so einen Einkauf aufs Band gelegt habe plus noch ein paar Packungen Schoki, Chips,Pizza und Aufbackbrötchen, dann ist mein erster Gedanke “ Oh Gott, wenn sich einer DIESEN Einkauf ansieht, was muss der denken?!“ . Mein zweiter Gedanke kommt gleich dahinter „Ist mir doch egal….“. Sollen sie doch denken, was sie auf den ersten Blick sehen, aber ICH weiß ja, wie es wirklich ist. Und die Menschen, dessen Meinung mich interessiert, auch 😀

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  18. AntjeWeb schreibt:

    Erst dachte ich „jetzt verteidigt sie sich auch noch“ … dann „ja -tschakka- cool“ 😀
    Ich hab mal eine Frau in einer ähnlichen Situation einfach lauthals ausgelacht … erst so ganz leise glucksend angefangen und dann konnte ich nicht mehr aufhören und das nur weil ich auf die Unverschämtheit nix zu sagen wusste 😉

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  19. Dieser fremde Mann war sicher nicht besonders höflich.
    ABER – ob deine Reaktion soviel besser war? Hat deine Reaktion nicht bewiesen, dass er dir „zu Recht“ Tipps geben sollte?

    Als Außenstehender im Supermarkt hätte ich den Kopf eher über dich geschüttelt …

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    • Natürlich, höflich war ich ebenfalls nicht. Ich schiebe es, wie beschrieben, auf meinen an diesem Morgen sehr extremen Schlafmangel. Da brennen einem auch mal die Sicherungen durch, wenn man blöd von der Seite angegangen wird. Nett ist das nicht, nein. Wobei ich es, wenn Du hinliest, zuerst auf die nette Art versucht habe. Immerhin!

      Aber dass der mir „zu Recht“ Tipps gibt? Nee. In was denn? In Sachen Ernährung? In Sachen Benimm? Seh ich nicht kommen. Ganz sicher jedoch nicht in Sachen Empathie.

      Ich hätte als Außenstehende gelacht, denk ich. Wenn den Kopf geschüttelt, dann wohl über beide Beteiligten.

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      • stuttgarterapothekerin schreibt:

        selbst wenn er genauso müde war wie Du – und das ist IMHO die einzige vorstellbare Entschuldigung – nett wars trotzdem nicht.
        Von daher: gut gemacht! und: Chapeau, mir wärs nicht eingefallen oder ich hätt mich nicht getraut.

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  20. Jule198 schreibt:

    Wenn ich sowas lese, bekomme ich einen Kloß in den Hals. Ich habe bei meiner ersten Tochter, gestillt (horror, eine Brust Entzündung nach der anderen), selbst gekocht und da dies nicht angenommen wurde, Gläschen gefüttert auch Obstgläschen! Bei meinem Sohn hab ich gestillt, bin nach vier wochen auf Fläschchen umgestiegen auch hier Horror. Hab Gläschchen gefüttert und er hat früh vom Tisch gegessen. Meine Große ist nun 15, mein Sohn 10 und unser Nesthäckchen wird bald 2! Alleine diese Tatsache, der Altersunterschied, ihr könnt euch sicher vorstellen wie die Blicke an mir kleben und dieses getuschel, herrlich… bei meiner kleinsten habe ich nicht mehr gestillt ( wie kannst ich nur ) und obstriegel und diese quetschtüten sind einfach der Hammer bei Mause! Die Blicke, das getuschel, ich kann darüber nur noch schmunzeln und frage bei sehr großem geklotze, ob sie was ab haben wollen! Die sollen sich alle selbst an die Nase fassen, da haben sie sicher genug zu tun und jeden einfach das machen lassen, was derjenige für richtig hält. Dann wären sicher auch viele mütter weniger verunsichert. In diesem Sinne, leben und leben lassen 😊

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  21. Caro schreibt:

    Liebe Muttis und Vatis, in keiner normalen Küche wird so hygienisch und Vitaminschonend gekocht wie bei der Herstellung von Baby- und Kindernahrung.
    Habt kein schlechtes Gewissen wenn ihr Gläschen kauft…..und das sage ich nicht nur als Mutter, sondern auch als dm-ler, die dieses gegenseitige Begutachten von Eltern täglich in der Filiale und an der Kasse sieht 😉

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  22. Mom schreibt:

    Ich mach’s kurz und bündig: ein arroganter Arsch ohne Manieren.

    Man hält einfach die Klappe und belästigt das Einkaufspublikum nicht mit seiner persönlichen Meinung zu dessen Produktwahl. So ist das. Hat ihm das seine Mama/sein Papa nicht beigebracht?

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  23. nadja @ healthandthecity schreibt:

    Boah, diese Typen hab ich gefressen. Ich warte immer drauf, dass mir so einer noch sein Baby vor die Nase hält mit den Worten „Schau, hab ich selber gemacht!!! Und sonst mach ich auch alles richtig!!!“. Wie immer ein großartiger Text, danke dafür.

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  24. Unfassbar anmaßend aber leider typisch für die Über-Mütter und -väter unter uns.
    Meine Zwillinge haben immer Gläschen bekommen und dazu frisch geschnittenes Gemüse zum Kauen und dran-rum-nuckeln. Sind trotzdem groß geworden…
    LG!

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  25. lareine schreibt:

    Applaus und Chapeau! Gute Antwort!

    … Selberkochen … jaja, immer mal wieder gern gehört!
    Wahrscheinlich hat er gerade das erste Baby gehabt und dann stolz das Echo der Hebamme gespielt 😉

    Unsere Nummer 4 hat Selbstgekochtes immer ausgespuckt. Egal, was ich angestellt habe. Es war deprimierend. Und dabei hatte ich extra den Selbstkochkurs bei der Hebamme belegt. Und ihr zugehört, wie sie summend mitteilte: „Das geht im Grunde genau so schnell, wie ein Gläschen zu öffnen.“ Habe das mal mit der Stoppuhr verglichen: Stimmt nicht!
    Irgendwann mochte er den Bio-Dinkelgrieß-Brei mit frischen, pürierten Früchten (dauert auch länger, als Pulver in heißes Wasser zu rühren) und er mochte auch eingeweichte, prürierte Haferflocken mit geriebenem Apfel. Aber das ganze tollte Bio-Gemüse-mit-Tartar-Zeug hat er mir auf den Tisch gespuckt.

    Wie immer plädiere ich dafür, andere Menschen in Ruhe zu lassen und nicht seine eigenen Unsicherheiten/Machtansprüche/Komplexe an Fremden auszuleben 🙂

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  26. Cathrin schreibt:

    Puh, wusste nicht, dass es neben fremdschämen auch fremdausrasten gibt. Aber als ich das gelesen habe, bin ich im Kopf schnell alle Antworten durchgegangen, die mir eingefallen wären. Deine war die Beste. Nichtsdestotrotz hat der doofe Vater auch was Gutes. Ebenfalls gesegnet mit zwei kleinen Jungs, habe ich gerade aus der Elternzeit stolpernd, meiner Redaktion (WDR 5) ein Call In mit dem Thema „No Comment“ vorgeschlagen. „Warum nicht jeder ungebetene Ratschläge auf unausgeschlafene Eltern ablassen sollte“ . Keine Sorgen wird noch ein bisschen besser ausgearbeitet. Aber was soll ich sagen, sie haben es gekauft und so trägt der DM-Vater wenigstens zu Themenfindung in meinem etwas übermüdeten Hirn statt.

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  27. Ganz ehrlich? Ich würde mich vielmehr darüber aufregen, dass mich ein wildfremder Mensch duzt! Unterm Strich hätte ich ihm 2 Anschisse verpasst: einen fürs Duzen und einen fürs Einmischen 🙂

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  28. Mel schreibt:

    Gerade denke ich noch „OMG, wie kann sie nur so gelassen sein?“ und dann lese ich die letzten Sätze.^^ So ist das halt wenn man ungebetene Ratschläge an fremde Personen verteilt. Made my day! 😀

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  29. Judy schreibt:

    Danke! Danke! Danke! ♥ Ich freue mich immer so sehr, wenn ich mal von Eltern lese oder höre oder sie tatsächlich auch persönlich kennenlerne (kommt ja doch auch hin und wieder mal vor), die das Leben (zumindest in MEINEN Augen) soooo NORMAL betrachten und leben! Sehr sympathisch! Wirklich!

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  30. Herrlich! Straight in his face….Nie im Leben würde ich mir anmuten eine Mutter zurechtzuweisen! Vor allem nicht, wie in diesem Fall mal behaupten möchte, nicht mal selbst mit dem Kochlöffel in der Küche stehe sondern wohl kochen lasse 😉 macht dann ja wirklich nicht soooooo viel Arbeit für den unbekannten Vater 😉

    Schöne Grüße
    Christian & Piratenprinzessin

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  31. Hihi.. da muss ich an meine Leibnitz-Muttis denken.. ich wagte es,meinem 15 monatigem Kind im Spielkreis einen Keks zu geben: Ohhh, ein Leibnitz-Keks, also bei uuuuns gibts das ja noch nicht (13Monate).. Habe nachmittags im Affekt vorm Alnatura Regal bei DM gestanden und dachte mir: Spinnst Du??

    Ich geh auch mit Capri-Sonne los, weil das einfach praktischer ist. Und den Fruchtquetschies.. ich gehörte nämlich auch zu den Brotdosen-Vergessern in der Schulzeit und das hat sich bis heute nicht wirklich gebessert. Und die kann ich wunderbar in der Tasche lassen, wenn es nicht gebraucht wurde 🙂

    Ich habe auch selbstgekocht, es wurde verschmäht..

    Sollte mich mal einer auf die Capri-Sonne ansprechen, dann hab ich schon den passenden Spruch parat: Ja, ich weiß, das ist doof, aber das Bier habe ich leider vergessen.. :))

    Weiter so..

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  32. Astra schreibt:

    Aaaaaaargh! Ich habe Deinen Bericht gleich an eine Freundin weitergeleitet, deren Tochter erst drei Monate alt ist … schließlich wird da noch einiges an Kommentaren auf sie zukommen und da schadet es nicht, wenn man schon mal vorgewarnt ist. Und Deine Antwort auf Lager hat.

    Meine Töchter sind (obwohl der selbstgekochte Brei von beiden meist verschmäht wurde und wir somit unseren Babycook als „quasi neuwertig“ bei Ebay verkaufen konnten – hey, mehr Geld für Fruchtriegel!) inzwischen 5 und 2. Die Zeit mit Ihnen ist wunderschön … und oft auch anstrengend.

    Daher freue mich in solchen Situationen wie der von Dir geschilderten immer heimlich darüber vor mich hin, dass die Zukunft für die frischgebackenen und oberschlauen Eltern bestimmt noch einiges zu bieten hat. Ich vertraue einfach mal darauf, dass das selbstgemachte Seide-Wolle-Superbaby für seine Eltern in Punkto Ernährungs- und Verhaltensvorlieben noch ein paar Überraschungen auf Lager hat … 🙂

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  33. Blöder Vater. Nach dem Motto: jetzt hab ich 10 Stunden meiner Frau beim Breikochen zugesehen, jetzt kann ich anderen Müttern an der Kasse in die Ernährung reinreden 😉

    Deine Antwort: Sehr geil! Mir fallen leider nerst immer HINTERHER die guten Sprüchen ein.

    Gläschen sind doch ok. Hab schon bei Kind 1 das Selbst-Brei-kochen aufgegeben. Irgendwie kam das nicht gut an. Und ehrlich – es sind doch nur 5-6 Monate, bis das Kind am Tisch mitessen kann.

    Also weiter so!

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  34. Andrea schreibt:

    Super Reaktion!!!
    Und was ist, bitte schön, falsch an Gläschen? Immerhin sind die für Babies gemacht.
    Kochen kann ich super, aber wenn man den ganzen Tag damit beschäftigt ist, Milch abzupumpen, zu verfüttern, zwischendurch mal Breikost anzubieten, danach ein heulendes und schreiendes Baby rumzutragen, kurze Schläfchen zu machen (weil man Nachts nicht dazu kam) und sich irgendwann in den wenigen verbleibenden Minuten des Tages mal zu duschen und anzuziehen, wann bitte soll man dann noch zum kochen kommen???

    Ich denke, wenn ich jemals in der Lage wäre, etwas so passendes von mir zu geben, wie Du das getan hast, dann würde ich das genauso tun!!!
    Alternativ wäre ein: „Leck mich am Arsch!“ ebenfalls gut einsetzbar, oder? *grins*

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