Ein Mädchen.

„Ich kann es noch nicht beschwören, aber wie es aussieht, bekommen Sie ein kleines Mädchen!“ Die Frauenärztin schaut mich erwartungsvoll an. „Oh“, sage ich. „Scheiße“, denke ich.

Aus Gründen, die sich mir selbst im Nachhinein nicht mehr erschließen, war ich überzeugt, einen männlichen Fötus zu beherbergen. Ich hätte wissen müssen, dass ich falsch liege. In solchen halb-spirituellen intuitiven Dingen liege ich immer falsch. Nun. Also ein Mädchen. Ich löse meinen Blick vom Monitor, der eine komische kleine Kartoffel mit puckerndem Herzen zeigt, und sehe der Frauenärztin ins Gesicht. „Toll. Ein Mädchen“, sage ich apathisch, und sie lächelt. Den Mann schaue ich nicht an, aber ich spüre, dass er ebenfalls lächelt. Warum auch immer.

Auf dem Heimweg bleibe ich stumm. Die erklärenden Sätze, die ich in meinem Kopf forme, klingen allesamt undankbar oder neurotisch oder beides. Schließlich habe ich auf Nachfrage immer behauptet, es sei mir schnurz, welches biologische Geschlecht das Kind habe, meinetwegen könne es auch gar keins haben. Das war gelogen. Ganz hinten im Kopf habe ich mir einen Jungen gewünscht. Ohne jemals darüber nachzudenken, damit meine naive Wunschblase nicht platzt. Es dauert ein paar Tage, bis ich meine Enttäuschung dem Mann gegenüber artikulieren kann. Der Mann ist nicht enttäuscht und auch nicht überrascht oder sonstwas – der freut sich einfach. Ich staune, weil er anscheinend so gar keine heimlichen Erwartungen gehegt hat. Einige weitere Tage vergehen, und dann freue mich mich mit, weil da echt ein Kind kommt, wirklich zu uns kommt, endlich unterwegs ist, und wir es nun mit Namen nennen können.

Warum ich kein Mädchen wollte, das muss ich wahrscheinlich erklären. Muss ich nicht, aber ich will es erklären, weil ich es wichtig finde. Die kürzeste und unbedarfteste Fassung lautet: Ich will „das“ nicht für mein Kind. Das, was das Mädchensein, und später das Frausein, fast zwingend mit sich bringt. Das, was ich am eigenen Leib und Herzen erfahre, wie so viele andere Mädchen und Frauen vor mir und mit mir.

Mein Mädchen, meine Tochter, mein Kiddo, ist in eine Welt geboren, die Frauen nicht besonders mag. Nehmen wir mal den Arbeitsmarkt. Da werden Frauen offenbar nicht geschätzt. Wie sonst können wir es erklären, dass wir auch heute noch 22% weniger Geld für die gleiche Arbeit bekommen als Männer? Wie sonst können wir es erklären, dass Frauen der Zugang zu Machtpositionen mit mehr und minder subtilen Mitteln verstellt wird? Wie sonst können wir es erklären, dass es mehr erfolgreiche Studentinnen als Studenten an den Unis gibt, letztere aber am Ende die schicken Vorstandsjobs absahnen? Wie sonst können wir erklären, dass die unendlich wichtigen Pflegeberufe, die hauptsächlich Frauen ausüben, so schlecht entlohnt werden? Und das sind nur wenige, willkürliche Beispiele.

Der Beruf ist also ein Lebensaspekt, der mit großer Wahrscheinlichkeit dem Mädchen-Kiddo weniger Chancen bietet als einem Jungs-Kiddo. Aber sonst ist doch alles supi, so im Privaten, ja? Nein. Ist nicht supi. Ein Mädchenhirn zu haben ist eine Sache – aber dazu gehört ja meist ein Mädchenkörper. Und auch der wird in unserer Gesellschaft nicht respektiert. Wie sonst können wir es erklären, dass der weibliche Körper als halböffentliches Eigentum durchgeht, das nach Herzenslust kommentiert, beglotzt und sogar angefasst werden darf? Wie sonst können wir es erklären, dass die Fallrate von Vergewaltigungen, die vor Gericht verhandelt UND verurteilt werden, im einstelligen Prozentbereich liegt? Wie sonst können wir es erklären, dass schon die Figuren kleiner Mädchen als Projektionsfläche für vermeintliche Schönheitsnormen dienen? Wieder sind dies nur wenige, willkürlich gewählte Beispiele.

Ja nun – aber in der Familie, da sind wir doch heute gleichberechtigt? Da machen doch die PartnerInnen unter sich aus, wie sie ihre Lohn- und Familienarbeit verteilen möchten? Hm, nein. Wie es scheint, wird der weibliche Einsatz auch hier nicht angemessen honoriert. Wie sonst können wir es erklären, dass Frauen im Haushalt trotz eigener Erwerbstätigkeit deutlich mehr arbeiten als Männer? Wie sonst können wir es erklären, dass die Frauen, die viel Sorgearbeit verrichten, weil der Gatte eben mehr Geld verdient (da schließt sich ein Kreis), dafür mit Altersarmut bestraft werden? Gleichberechtigung in der Partnerschaft: Das ist ein so komplexes Thema, dass es eigentlich viel mehr Platz braucht.

Die Köpfe und Körper von Mädchen und Frauen müssen eine Menge Druck aushalten. Sie werden kategorisiert, bewertet, geformt. Auch wenn sie noch ganz, ganz klein sind. In den letzten 11 Monaten wurde ich zum Beispiel mehrfach darauf hingewiesen, dass meine Tochter ja „sehr wild sei für ein Mädchen“, dass ich sie ja gar nicht anzöge „wie ein Mädchen“ oder dass sie bestimmt mal „den Jungs den Kopf verdrehen wird mit ihren großen Augen“. Dieses ganze Elend der Geschlechterstereotype funktioniert, möchte ich hinzufügen, natürlich auch wunderbar in die andere Richtung, wie glücklich scheitern hier eindrucksvoll beschreibt.

Auch scheint es eine seltsame Front in vielen Köpfen zu geben, die heißt „Mädchenmütter vs. Jungsmütter“. Da werden Phrasen gedroschen, dass es nur so kracht: Mädchen sind viel emphatischer und sowieso „einfacher“ zu erziehen, die Jungs können hingegen auch mal was ab, Mädchen sind aber auch so empfindlich, Jungs sind so laut, bla bla bla blaaaaa. Ich muss immer sehr an mich halten, um der Gesprächspartnerin keine Kopfnuss zu verpassen und zu brüllen „Ey, jetzt hör doch mal auf mit dem Scheiß!!!11!!“ Denn Scheiß ist es. Scheiß, der unsere Kinder verformt und maßregelt, beschränkt und verletzt.

Wie ich meiner Tochter den Mädchenscheiß ersparen kann, weiß ich natürlich nicht. Verrückte These: Ich kann ihr nichts ersparen. Ich kann höchstens meinen kleinen Teil dazu beitragen, dass sie ein selbstbewusster Mensch wird, der seine Grenzen und Möglichkeiten gut kennt. Ich kann ihr zeigen, dass wir schön sind, wie wir sind. Ich kann niemals in ihrer Gegenwart schlecht über meinen Körper und meinen Kopf sprechen. Ich kann sie darin bestärken, „anders“ zu sein, wenn sie das möchte. Ich kann ihr beibringen, wie man ein gutes Gehalt verhandelt und wie man sich nicht dafür rechtfertigt. Ich kann ihr vorleben, dass es sich lohnt, sich für Menschen und Überzeugungen einzusetzen, immer und immer und immer wieder. Ich kann ihr vormachen, wie man trotzig bleibt.

Viel ist das wohl nicht, denke ich. Aber vielleicht ist es ein Anfang.

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79 Gedanken zu “Ein Mädchen.

  1. „Hört auf mit dem Scheiß!!!“ Das denke ich so so oft.

    Eine sehr gute Darstellung der Sicht auf Mädchen in unserer Gesellschaft. Allerdings denke ich, dass es im Prinzip Jungs gar nicht so viel besser geht. Denn frei in ihrer Entfaltung, ihren Potentialen sind beide Geschlechter nicht. Heforshe! Feminismus geht uns alle an.

    Danke für diesen tollen Artikel.
    Ich werde ihn abspeichern und später mal mit meiner Tochter lesen.

    Liebe Grüße
    Julia

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  2. Rotezora schreibt:

    Super geschrieben. Genau deswegen habe ich mich gefreut, dass meiner ein junge geworden ist. Traurig oder? Selbst in unserer „zivilisierten Welt“ wo es gott sei dank nicht an der Tagesordnung ist, dass man seine Tochter vergewaltigt, an dem nächsten Baum aufgeknüpft, wiederfindet, wenn man sie zur schule losgeschickt hat (wie z.b. in Indien). Auch hier ist noch sehr viel im argen, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht.
    Auch ich werde probieren ein gutes Vorbild für meinen Sohn zu sein. Damit er lernt seine Wäsche selbst zu waschen, damit er Frauen als gleichberechtigte Menschen wahrnimmt, damit sein Horizont offen bleibt.
    Ich hoffe es gelingt mir. Und ich hoffe so können wir alle (Eltern von Jungs und Mädchen) für eine bessere Zukunft sorgen.

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  3. reigerockt schreibt:

    danke liz,
    ich hatte ganz ähnliche gefühle und wünsche bevor meine tochter da war. schon heute frage ich mich wie ich ihr erklären soll, dass es sowas wie frauenparkplätze oder frauentaxen etc. gibt? und das ohne ängste heraufzubeschwören… denn auch wenn sie zum selbstbewussten, nicht den eigenen körper hassenden, trotzigem menschen heranwächst, haben sich die gesellschaftlichen verhältnisse höchstwahrscheinlich nur marginal verändert.
    liebe grüße
    reigerockt

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  4. Ich denke, dass geht vielen Frauen so, dass sie sich einreden, dass ihr Kind ein Mädchen oder ein Junge wird und dann enttäuscht sind, wenn es nicht stimmt. Umso besser, wenn man die Enttäuschung nicht erst bei der Geburt mitmachen muss. 🙂
    Und zu dem „Mädchenscheiß“. Im Grunde hast du wahrscheinlich recht. Obwohl ich mich ehrlich gesagt nie benachteiligt gefühlt habe. Die Jobsache ignoriere ich wahrscheinlich einfach nur gut genug. Aber im Privaten habe ich mich nie anders behandelt gefühlt, nur weil ich eine Frau bin. Ich denke auch, dass es Männer genauso schwer haben, nur eben anders. Weil sie oft genau so große Probleme mich sich und ihrem Körper haben. Weil sie Macht anstreben sollen, obwohl sie vielleicht überhaupt nicht wollen. Weil sie keine Gefühle zeigen sollen, immer „männlich“ bleiben müssen. Ich denke, dass Männer es äußerst schwer haben, wenn sie z.B. gerne Ballett tanzen würden oder stricken oder auf Liebesfilme stehen. Wohingegen sich niemand aufregend, wenn eine Frau gerne boxt oder Ikea-Regale aufbauen kann oder Physik studiert. Ich glaube, in der Emanzipation muss in beide Richtung gearbeitet werden.

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    • Absolut – Sexismus verletzt nicht nur Frauen, sondern auch Männer. Die verlinkte Geschichte von glücklich scheitern und ihrem Sohn,der gerne Glitzerschuhe haben möchte,bringt es auf den Punkt.

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  5. bellaciao schreibt:

    Toller Text, danke!
    Wir haben einen schwarzen Pflegebabysohn und ich habe schon oft darüber nachgedacht, mit welch krassem Sexismus er (aeh, also dann sie) zu kämpfen haben würde, wenn er ein Mädchen geworden wär. Noch zum Rassismus und Pflegekindstatus obendrauf. Puh!

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    • Da ist wohl leider was dran. Wie ist das eigentlich mit Pflegekindern, könnt Ihr ihn adoptieren? Ich wusste nicht, dass Pflegekinder aufgrund ihres Status diskriminiert werden…wie traurig. Aber wenn ich so drüber nachdenke, überrascht es mich nicht mehr,leider.

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      • bellaciao schreibt:

        Es kommen halt Sprüche wie: „Oh, der ist aber sehr sehr dunkel! Ich möchte fast sagen: schwarz! Wie kommen Sie damit zurecht?“ (Jugendamt, 1 Woche nach der Geburt) oder „Du hast aber Glück gehabt, dass Dich jemand haben wollte, sonst würde es dir jetzt nicht so gut gehen!“ (Kinderärztin zum Baby).
        Noch versteht er’s zum Glück nicht – aber richtig spannend wird es erst, wenn die Kita losgeht.

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      • Oh Gott. Man möchte kotzen! Die Ärztin – krass. Ich wünsch Dir und dem Kleinen ein Rückgrat aus Stahl und ein dickes Fell aus Teflon, damit so ein Kack möglichst oft an Euch abperlt.

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  6. Ach ja, was ich noch vergessen habe: Ich glaube, dass auch sehr sehr viele Jungs vergewaltigt werden (auch von Frauen), dass da aber (prozentual gesehen) noch viel weniger Fälle vor Gericht landen als bei den Mädchen. Es gibt bestimmt immer noch viele, die es „männlich“ und „cool“ finden, wenn ein Zwölfjähriger von einer viel älteren Frau „verführt“ wird. Und Jungs haben diesbezüglich eine noch größere Schamgrenze, weil es kein so großes gesellschaftliches Thema ist.

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  7. Genau deshalb hatte ich mir gewünscht, dass mein Kind ein Mädchen wird. Den mein Gefühl war es, dass ich ein Mädchen besser unterstützen kann, in unserer Welt zurecht zu kommen und sich zu behaupten als einen Jungen, da ich nie in „seiner“ Haut gesteckt habe und erlebt habe, wie es ist als Mann heranzuwachsen und sich zu entwickeln, als Frau aber schon…

    Lieben gruß,
    ulli ks

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  8. Claudia schreibt:

    Ich wollte auch nie Mädchen. Allerdings nicht wegen all der von dir aufgeführten Dinge,sondern weil ICH schlicht diesen ganzen rosa Mädchenkram nicht mag (mochte). Ich kann deine Gefühle und auch deine Furcht deine Enttäuschung laut zu äußern vollkommen nachvollziehen.
    Und dann kam mein Sohn…Karma sag ich nur *gg* Er ist gerade 5 geworden und entspricht so gar nicht meinem Rollenbild von einem wilden, rabaukigen Jungen mit dem ich Fußball spielen kann. Nee, Balett und Spängchen, Hello Kitty und Glitzernagellack und Kleidchen, Röckchen und pink in allen Lebenslagen. 😀
    Ich bin nicht nur wahnsinnig stolz auf ihn, sondern auch dankbar, weil er mir eine völlig neue Einsicht in die ganze Geschlechterdebatte ermöglicht hat.
    All das was du beschreibst ist wahr. Und all das was meine Vorkommentatorinnen schrieben ist wahr. Wir sind mitnichten gleichberechtigt. Und mit „wir“ meine ich nicht „wir Frauen“ sondern alle Menschen. Aber ich war schon immer der Meinung „so wie wir unsere Kinder erziehen wird die Welt von Morgen sein“ und ich sehe es an meinem Umfeld, wie es sich durch dieses eine etwas andere Kind verändert, wie er seine Umwelt verändert einfach nur durch seine Existenz und dadurch, das er Eltern hat, die ihn bestärken dadurch, das sie ihn nehmen, wie er ist. So kann er nämlich hinaus gehen in die Welt und mit einem unglaublichen Selbstbewusstsein sagen „ich bin OK so wie ich bin“ und das finde ich einfach nur schön.

    Übrigens habe ich inzwischen noch einen rabaukigen, Fußbälle tretenden Jungen bekommen…der sich hingebungsvoll nicht nur umPuppen und Kuscheltiere kümmert sondern auch noch hilfsbereit und fürsorglich bis zur Selbstaufgabe ist.
    Unddas befürchtete Mädchen hat sich auch noch eingeschlichen, aber ich glaub mit den beiden großen Brüdern ist sie ganz gut aufgestellt fürs Leben und an rosa und Glitzerspängchen habe ich mich inzwischen auch gewöhnt. Nur Elfen kann ich immernoch nicht ab oder das alle Welt sie unbedingt „Prinzessin“ nennen will *würg*

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  9. Ich finde deinen Artikel und die Kommentare toll.

    Mit dem Thema rund um den geschlechterkram bin ich irgendwie erst jetzt konfrontiert, da ich Mama bin – davor hab ich das alles irgendwie weitgehend ignoriert … in meiner kleinen Welt … bzw. einfach nicht realisiert.

    Ja – es ist total blöd, dass Jungsklamotten immer Bagger und Fussbälle geprintet haben, dass das türkise Oberteil einen Schriftzug mit „Princess“ trägt – anstatt einfach tolle, bequeme rote, blaue, gelbe, grüne, orange und kunterbunte Klamotten zu finden … oder Natur, beige, neutralfarbene … toll zum kombinieren….

    Dass Spielzeug schon für einjährige Geschlechter unterscheidet … der Zug für den Bub, die Puppe für das Mädchen … *arg*

    Die Rollen die wir als Erwachsene tragen, tragen und gestalten wir einfach auch selber mit … aber bitte – lasst unsere Kinder einfach Kinder sein!!!

    Und: nein … Muttermilch für Jungs ist nicht himmelblau.

    Ich verstehe dich und dein Dilemma sehr gut und wünsche dir und mir, dass wir gute Wege finden unseren Kindern einfach ein gutes Wertebewusstsein zu vermitteln.

    Alles Liebe und bis bald ~Tabea

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  10. Ich verstehe Dich.

    Und anders herum:

    Mein großer Sohn (16) erzählt mir mittlerweile, wie seine Umwelt reagiert, wenn er sich als großgewachsener Jugendlicher in der Öffentlichkeit bewegt. Viele haben Vorurteile gegenüber männlichen Jugendlichen oder einfach Angst. Er und seine Freunde werden abgewiesen oder unter Generalverdacht gestellt.

    Das hätte ich nie gedacht.

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    • Das hätte ich so auch nicht gedacht. Kategorien, Mensch, all diese Kategorien. Die einen sind jugendliche Straftäter, die anderen qua Geschlecht schon zickig…man möchte verzweifeln manchmal (bevor man dann doch weitermacht).

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  11. Das ist ein so so guter Artikel und ich kann deine Bedenken vollkommen nachvollziehen.
    Ich bin leider mit vielen dieser Klischees großgeworden und gebe mein Bestes das nicht an meine Tochter weiterzugeben.
    Mit diesen Vorsätzen werden wir sicher selbstbewusste und starke Frauen großziehen!

    (Ich lese so wahnsinnig gern bei dir!)

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  12. Das ist wirklich ein Thema, das für Diskussionen sorgt… Vor allem bei all dem Gender Mainstream in letzter Zeit, der meiner Meinung nach über die Strenge schlägt…
    Ich fand es schon immer toll von meiner eigenen Mutter, dass sie mich unterstütz hat und mi nie gesagt hat, ich könne etwas nicht ’nur‘ weil ich ein Mädchen bin.
    So will ich das bei meinen Kindern auch machen, ich will sie unterstützen und fördern, damit sie starke Persönlichkeiten werden. Denn ich bin definitiv dagegen, dass man Kinder in geschlechtsspezifische Schubladen zwängt. Ich habe als Mädchen übrigens sowohl backen von Mama gelernt, als auch Bohren, zusammenbauen, Ölwechsel etc von meinem Papa… Zu Hause duften sowohl mein Bruder als auch ich putzen, Küchenarbeit machen, bei Reparaturen helfen… Als Kind empfand ich das immer als fair von meinen Eltern 😉 Mittlerweile muss ich meinen Eltern schon eine gewisse ‚Weisheit‘ sowie fortschrittliches Denken eingestehen, die zu meiner Kindzeit noch gar nicht üblich waren, schon gar nicht dort, wo wir lebten…

    Danke für den Artikel!

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    • Ich habe Handwerkliches auch von meiner Mutter gelernt (sorry Papa). Außer die automobilen Dinge, da teilen mein Vater und ich eine gewisse Leidenschaft, während meine Mutter völlig emotionslos in ein Auto steigt. Mein Bruder und ich haben auch alles gleichberechtigt gelernt (oder verweigert). Unsere starke Mutter war uns da ein sehr wichtiges Vorbild. Ich erinnere mich nicht, dass sie spürbare Unterschiede gemacht hätte (hm, beim Thema Ausgehen wohl doch) Weshalb er wohl auch so ein Toller geworden ist. An ihm sehe ich, wie viel Sozialisation und auch ein generell gutes Menschenumfeld ausmachen.

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  13. lareine schreibt:

    Das ist ein Thema das mich sehr beschäftigt. Ich habe drei Töchter. Und seit einem Jahr auch einen Sohn. Der Mädchenkram betrifft meine drei nur indirekt. Man hat als Mutter und auch als Vater einen Einfluss darauf, wie sie sich entfalten – das ist meine beruhugende Erfahrung. Unsere känofen mit Schwerten und bürsten Puppen. Unserer Nummer 2 lackiert sich dauernd die Nägel neu und frisiert sich gern. Aber ist das einzige Mädchen der Klasse, das gerne Minecraft und andere PC-Spiele spielt. Für das Abweichlertum erntet sie dann Blicke und Kommentare der anderen Mädchen. Die Jungs finden es ziemlich cool. Unser Kleiner bürstet liebend gern Mama und Schwestern und küsst seine Puppe sowie seine Plüschtiere. Er legt das Playmo-Baby ins Bettchen. Er schiebt gerne Autos und streichelt zärtlich alle Familienmitglieder. Wenn er wütend ist, haut er uns. Ein ganz typischer … Mensch. 😉

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  14. lareine schreibt:

    Mir fällt noch etwas ein: Manche Stereotypen sind gefährlich. Wenn unsere Mädels (die selbstbewusste Nummer 2 am meisten) in körperliche Auseinandersetzungen auf dem Schulhof geraten sind, weil sie angegriffen wurden, dann gab die Lehrerin stets die gleiche Antwort:“ Ja, das sind halt Jungs.“

    Dann hat sie das so genervt, dass sie mal zuerst getreten/ gehauen hat. Reaktion der Lehrerin:“ Was machst du denn! Konflikte werden hier mit Worten gelöst.“

    Ein Junge hat ihr mal sehr spontan sein Geschlechtsteil gezeigt. Etwas geschockt sagte sie das der Lehrerin. Reaktion:“ Ja, was machst du denn bei sowas auch mit, wenn es dir nicht gefällt? Das frage ich mich ja wirklich. Jungs machen so was eben.“
    Das ist heftig, oder?

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  15. Eva schreibt:

    Ein dickes Lob für diesen tollen Text.
    Seid ich eine Mädchenmama bin werde ich auch ständig mit allen möglichen Aussagen konfrontiert….sie ist aber ganz schön groß für ein Mädchen….ach was für süße Locken, Mädchen halt…..und ist sie auch eine kleine Zicke/Diva….warum ist ihr Zimmer grün….die Liste ist endlos!
    Daher finde ich es super, dass es viele Mütter gibt, die dem ganzen Genderzwang die rote Karte zeigen und ihre Kinder einfach groß werden lassen und sie dabei in alle Richtungen unterstützen.
    Liebe Mitmütter (und egal ob Jungs- oder Mädchenmamas) ihr seid toll, macht weiter so!!!

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  16. Anne schreibt:

    Oh ja, ein gutes und wichtiges Thema, das einen aber wirklich erst dann so richtig bewusst wird, wenn man selbst ein Kind hat. Beispiele aus dem Alltag gibts es auch bei uns genug. Als ich mit meinem Kind (damals 14 Monate) spazieren war, begegneten wir einer älteren Dame die dann gerne wisse wollte, wie der Kleine denn heißt. Als ich freundlich antwortete, dass es sich bei meinem Kind um ein Mädchen handelt, meinte die Frau prompt, ich solle ihr dann doch auch was rosafarbenes anziehen, damit man das gleich erkennt…äh, nein…finde ich nicht, aber diese Diskussion bin ich nett lächelnd nicht eingegangen, weil es mir oft einfach zu anstrengend ist (obwohl ich mich hinterher dann doch meistens ärgere, den Mund gehalten zu haben).

    Alles in allem bin ich doch froh, zuerst eine Tochter bekommen zu haben, bei all den oben erwähnten, möglichen Schwierigkeiten. Ich habe auch das Gefühl, mich in viele Sitationen besser hineinversetzen zu können und ihr dadurch (hoffentlich) ein gutes Vorbild zu sein bzw. ihr besser helfen zu können.

    Bei der Erziehung von Jungs, gerade wenn sie noch klein sind, glaube ich, dass man auch heutzutage noch stärker gegen das gesellschaftlich geprägte Männer-Rollenbild „ankämpfen“ muss wie z.B. Jungs weinen nicht gleich, dürfen/sollen sich (oder andere) auch mal prügeln, sollen echt Männersportarten (Fußball) mögen etc.pp. Wenn man dann als Mutter versucht, seinen Sohn zu unterstützen, wenn er eben all das nicht mag/machen will, dann heißt es gleich, der wird ja total verweichlicht…in meiner Familie wäre/ist das zumindest immer mal wieder ein starker Streitpunkt. Meine Schwiegereltern haben noch ein etwas mittelaterliches Erziehungsbild. Als der Bruder meines Mannes sich als 4 Jähriger eine Puppe zu Weihnachten gewünscht und von der Oma auch bekommen hat, ist mein Schwiegervater wohl ziemlich wütend geworden und hat ihm die Puppe wieder weggenommen, nach dem Motto, davon wird er am Ende noch schwul…als ich diese Geschichte gehört habe bin ich richtig wütend geworden, aber da kämpft man gegen Windmühlen, denn er ist in seiner Generation nicht der einzige, der noch so denkt.

    Sollte unser zweites Kind ein Junge werden, käme da also einiges an Durchsetzungsarbeit auf mich und meinen Mann zu, aber nur so wird sich diesbezüglich langsam aber sicher in den Köpfen was ändern.

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  17. Goldwaendlerin schreibt:

    Wie trarig, dass wir uns darüber Gedanken machen müssen. Aber ich finde, da kommt man auch als Jungsmama nicht drum rum. Ich habe mir vor der Geburt des Kleinen vorgenommen, ihn nicht in Geschlechterklischees zu stecken und merke jetzt: das ist echt schwierig! Als ich z. B. neulich dieses tolle Puppenhaus gesehen habe, dachte ich, wie schade dass ich kein Mädchen habe. Ich habs nicht gekauft. Dafür den Feuerwehrzug. Reingefallen. Passiert mir öfters. Und dann das Umfeld. Der Kleine hat zur Geburt und jetzt zu Weihnachten echt viele Kleider bekommen. Fast immer Kombis mit Hemd. Für einen 5-Monatigen. und jetzt erwarten die alle ein Tragefoto.

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  18. Ich finde diesen Post irgendwie problematisch, denn auch wenn ich die Zahlen gar nicht wegdiskutieren möchte, so habe ich doch ein Problem damit, wie du darüber schreibst. Als ob deine Tochter per Definitionem ein Opfer der Gesellschaft oder der menschlichen Rasse wäre. Das finde ich schade, denn das trifft ja so nicht zu. Ja, Männer vergewaltigen Frauen, aber darum ist eine Frau noch lange kein Vergewaltigungsopfer, weil sie als Mädchen geboren wurde und ein Mann noch lange kein Vergewaltiger, nur weil er einen Penis hat. Klar wirst du sagen, aber die Zahlen… ich weiß.
    Nur Zahlen besagen ebenso, dass, hättest du einen Jungen bekommen, du dich sorgen müsstest, er könnte im Gefängnis landen, durch eine Schießerei sterben, generell kürzer leben, eher Drogen- und Alkoholabhängig werden, wegen Prügeleien der Schule verwiesen werden etc. nur, weil das alles beim Jungs/Männern eben häufiger der Fall ist. Es ist eine sehr negative Sicht auf die Welt.
    Nach diesem Post habe ich mich ernsthaft gefragt, warum es so schlimm sein soll ein Mädchen zu sein und warum ich das so gar nicht sehen kann, wie du. Wenn wir mal all die Alltagssituationen beiseite lassen, ist zumindest meine Erfahrung: Für Männer ist die Ausbildung und Schule genauso anstrengend, wie sie für mich war. Jungs gehen genauso ahnungslos an Sexualität ran und machen ähnliche Erfahrungen (im Sinne von ‚hat mir nicht gefallen‘), wie Mädchen, Männer haben genauso das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (auch ihr Tag hat nur 24h und auch sie sind entweder zu Hause oder bei bei der Arbeit) wie Frauen, auch Männer empfinden Druck bei der finanziellen Absicherung der Familie, und überhaupt gar niemand, den ich kenne sieht es als sein Hobby an, die Küche zu putzen und Wäsche zusammen zu legen (unabhängig vom Geschlecht). Umfragen besagen doch, dass Männer gerne Teilzeit arbeiten würden, aber Angst haben, das Geld reiche nicht und Angst vorm Chef haben… Ich glaube, dass unter Männern auch nur wenige echte Gewinnertypen sind, die meisten sind auch nur gestresste Ameisen.
    Und wenn ich ehrlich bin, die meisten Menschen sind mit vielen Situationen und Anforderungen des Lebens überfordert. Das war schon immer so, seit Menschengedenken. Und Überforderung gebiert Fehler, deren Auswirkungen auch Unschuldige treffen. All das ist geschlechtsunabhängig. Ich jedenfalls fand es super Mädchen zu bekommen, denn Mädchen sein, kann extrem gut sein und Spaß machen und ich persönlich kann es nur weiter empfehlen!

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    • Mir ist bewusst, dass Artikel wie diese schnell eine negativistische Weltsicht vermitteln. Ich haderte damit beim Schreiben durchaus. Habe überlegt, ob ich das nicht irgendwie versöhnlicher verpacken kann. Bin dann zu dem Fazit gekommen, dass Versöhnlichkeit hier nicht mein Anliegen ist. Mein Anliegen ist: Hey, mich beschäftigt diese Sache hier in der und der Form, treibt die sonst noch wen um? Ist ja anscheinend der Fall.

      Ich möchte gern noch an einem Beispiel aus Deinem Kommentar erläutern, was mein Problem ist. Du schreibst, nur weil meine Tochter ein Mädchen sei, würde sie noch lange nicht zum Vergewaltigungsopfer. Das stimmt zum Glück. Mein Problem ist: Wenn sie aber doch zum Vergewaltigungsopfer wird – dann ist das unserem Justizsystem/unserer Mainstreamgesellschaft ziemlich wurscht. Das ist es, was die verlinkte Zahl belegt. Und das, finde ich, das ist ein Problem und eine schreckliche Ungerechtigkeit. Wenn sie Pech hat, wird sie für ihr Opfer-werden auch noch verantwortlich gemacht oder verhöhnt. Dieser Fall hier schlug hohe Wellen, vielleicht hast Du die Zeit zum klicken. Stichwort „rape culture“: http://en.wikipedia.org/wiki/Steubenville_High_School_rape_case

      Und ja, auch viele Männer wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit. Dennoch sind es bei beidseitiger Berufstätigkeit die Frauen, die mehr im Haushalt machen. Ich sehe da eben die Ursache in der konservativen Rollenzuordnung.

      Ich bin überzeugt, dass eben deshalb Feminismus für alle gut ist: Weil er ja nicht nur Frauen, sondern auch Männern ermöglicht, aus diesen Schemata auszubrechen. Sexismus verletzt auch Männer, das darf man echt nicht vergessen. Ich will hier keinesfalls auf ein Täter-Opfer-Gefälle hinaus, das muss ich nochmal ganz ausdrücklich betonen.

      Und ich muss auch betonen, dass ich es nicht „schlimm“ finde, eine Tochter zu haben. Meine eigene Reaktion damals beim Ultraschall hat mich bloß sehr, sehr ins Nachdenken gebracht. Natürlich finde ich meine Tochter so klasse wie es nur geht, aber das bezweifelt vermutlich auch keiner 🙂

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      • Nun, unserer Mainstreamgesellschaft sind so viele Dinge wurscht, oder auch nicht. Aber ich denke, auch das hat weniger mit dem Geschlecht zu tun, als mit Menschen, die sich lieber raushalten wollen.
        Das mit dem Haushalt kann ich irgendwie nicht bestätigen. Wenn frau meint sie würde ungerechter Weise mehr im Haushalt machen, dann muss sie das dem Männchen klar sagen, die Aufgaben werden verteilt und jeder macht was auf seiner Liste steht. Das ist nun wirklich kein Problem und hat mit Rollenzuschreibung kaum etwas zu tun. Da muss frau schon ehrlich bleiben…

        Ich denke, viel macht auch die eigene Einstellung. Wenn man die Geschlechterrollen nicht selbst zelebriert, dann überstehen die Kinder das auch problemlos…

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      • In der Hinsicht stimme ich Dir zu – man muss unbedingt vorleben, was man weitergeben will. Auf die eine oder andere Weise.

        Listen führen zur Haushaltsbewältigung hat sich bei uns als sinnvoll erwiesen. Allerdings stellt sich auch heraus, das alles, was nicht auf der Liste steht, mysteriöserweise auf meinem Haufen landet.

        Thema Vergewaltigung und deren Strafverfolgung: Da habe ich zu viel zu gelesen und recherchiert, um noch an ein schlichtes allgemeines Raushalten-Wollen zu glauben.

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      • Mom schreibt:

        Zum Thema – Männer – Haushalt – „dann muss man halt einfach eine Liste schreiben“ – ich hab’s irgendwann aufgegeben, wegen jedem Dreck einen Aufstand zu machen, der Guteste ebenso. Keiner von uns ist besonders änderfreudig – der Guteste sieht keine Brösel, wenn sie am Boden liegen, und ich lasse Dinge aus der Hand fallen und räume sie erst Tage später weg. Das scheint einfach so zu sein. Wir leisten uns eine Putzfrau, damit sind ganze Konfliktherde verschwunden.

        Das soll nicht heißen, dass Männer per se unfähig sind, Brösel zu sehen, aber dass man sich überlegen muss, welche Schlachten man schlägt und welche jahrelangen, zermürbenden Grabenkämpfe man ausfechten will. Den „Argh schon wieder hast du (nicht) Brösel runterfallen lassen/den Müll nicht runtergetan…usw. usf.“-Kampf, auf den hab ich keine Lust, ich möchte den nicht jahrelang führen mit der transzendenten Aussicht, irgendwann, irgendwann mit einer Beziehung belohnt zu werden, bei der der Mann von alleine sieht, wenn die Fenster dreckig sind. Ich bin hier nicht die Mama und ich hab auch meine Macken, die ich nicht ändern will oder kann.

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  19. Anne schreibt:

    Für mich sind deine Einsichten total überraschend. Ich lebe am anderen Ende von Deutschland in einem kleinen Kaff, mit 3 Jungs. Ich hätte gedacht, das Berlin da weiter und moderner denkend wäre.
    Aber wie oft bekomme ich zu hören: „3 Jungs… Sie ARME!!“ — Hää??!
    Meine Jungs sind lebhaft, aber ich bezweifle das Mädchen bei mir anders wären. Ich unterstütze meine Kinder darin neugierig auf die Welt zu sein und das zu entdecken was sie interessant finden.
    Interessant wird es wenn aus den Jungs Männer werden die gut erzogen sind: Mein Nachbar hat seine Frau irgendwann gebeten doch auch mal zum Kindergarten zu fahren, die Mütter würden ihn so mitleidig angucken… Oder meine Nachbarin, die mir immer wieder sagt, welch tollen Mann ich doch erwischt habe, weil sie gesehen hat, wie er mit den Jungs im Garten gekickt hat – während ich arbeiten war.
    Ja, wir leben auf dem Land, aber irgendwie frage ich mich in welchem Jahrzehnt…
    Danke für deine tollen Artikel.

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    • Ich frag mich gerade, ob Berlin moderner ist. Hm. Aufgrund seiner Zusammensetzung vielleicht vielfältiger? Etwas bunter? Möglich. Wobei es da sicher auf den Bezirk ankommt. Auch habe ich festgestellt, dass Berlin sich an der Oberfläche freigeistig gibt, im Kern aber verspannt bleibt. Meine Hipsternachbarn sind auch bloß Spießer, sie sind nur besser angezogen (polemisch ausgedrückt ist das wohl).

      Ein Freund von mir hat übrigens drei Brüder, seine Mutter war alleinerziehend – was die sich immer an Beileidsbekundungen anhören durfte…dabei waren und sind diese vier Jungs/Männer einfach nur tolle Menschen. Die waren nichtmal in der Pubertät richtig arg. Die Mutter wurde berechtigterweise immer sehr ärgerlich bei solchen Beileidssprüchen.

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  20. Ich wiederhole mich gern. Wirklich wirklich gut ge- und beschrieben. Ich wollte immer ein Mädchen und wie sollte es auch anders sein – es ist ein Junge. Die Art Gedanken habe ich mir nicht gemacht. Recht hast du aber damit. Wie du hoffe ich jetzt, dass wir ihm ein gutes Vorbild sein können. Wenn er nur ansatzweise so wird wie mein Ehefreund, dann hat er ganz gute Karten. 🙂

    Liebe Grüße und ich glaube, du bist eine ganz großartige Mama vom Kiddo.

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  21. sternenmeer schreibt:

    Mir wäre nie der Gedanke gekommen, mich darüber zu grämen, dass meine Erstgeborene ein Mädchen ist!

    Ich bin 1979 als Mädchen eines gemischten Zwillingspaares zu Welt gekommen.
    Wenn meine Eltern eines wirklich geschafft haben, dann ist es uns Kindern zu vermitteln, dass alle Menschen gleichwertig sind. Und damit ist keinesfalls gemeint, dass sie gleich sind – im Gegenteil!
    Ich hab mich nie besonders für Mädchenspielzeug oder Mädchenspiele interessiert.
    Ich fand es spannender, auf Bäume zu klettern.
    Ich habe ausgiebig mit unserer Holzeisenbahn, den Bauklötzen oder Lego gespielt. Im Gegenzug hatte mein Bruder natürlich eine Babypuppe.
    Dennoch ist mein Bruder schon immer grundlegend anders gewesen als ich. Er hatte einen wahnsinnigen Forschungsdrang und hat mit seinen Versuchen einiges kaputt gemacht. Ich war immer vorsichtiger.
    Mein Vater sagte immer, dass er es faszinierend findet, wie wir beide seine Hauptinteressen für die Berufswahl übernommen haben. Ich habe Pharmazie studiert. Mein Bruder ist KFZ Mechaniker.

    Ich arbeite in einem mittelständischen Unternehmen (200 Mitarbeiter) bei dem eine von drei Geschäftsführern weiblich ist. Zwei von vier Prokuristen, direkt unterhalb der Geschäftsführer angeordnet, sind weiblich. Ich befinde mich in einem vollkommen gemischten Team direkt darunter.
    Ich hab nach der Geburt von Kind #1 10 Monate Elternzeit genommen. Bei aller Gleichstellung gibt es Dinge am Elternsein, die nunmal nur die Mutter übernehmen kann (Stillen).
    Es war kein Problem, dass mein Mann (beschäftigt im selben Unternehmen) vier Monate Elternzeit nimmt. Nach Ablauf der Elternzeit habe ich wieder mit 40 Wochenstunden gearbeitet. Mein Mann, der aufgrund seiner Ausbildung weniger verdient, arbeitet reduziert und kümmert sich nachmittags um unsere Tochter.

    Meine Tochter ist, gegen meine anfänglichen diesbezüglichen Bemühungen, so viel mehr Mädchen als ich. Sie liebt rosa und Glitzer und Pferde. Mit Bauklötzen kann sie gar nichts anfangen. Ich finde mich damit ab und kaufe ihr auch Sachen in rosa (solange ich sie ohne Augenkrebs ansehen kann). Warum sollte ich Ihren Geschmack immer übergehen?
    Das wichtigste, was auch sie lernen soll, ist das _alle_ Menschen den gleichen Wert haben!
    Mann oder Frau – Kind oder Erwachsen – Farbig oder nicht – behindert oder nicht

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    • Danke für Deinen Bericht. Ich freu mich ganz ehrlich für Dich und Euch. Und natürlich darf meine Tochter auch rosa Sachen haben, wenn sie das möchte. Ich trage doch meine eigenen Befindlichkeiten nicht auf dem Rücken meines Kindes aus.

      Ich muss nochmal sagen: Ich habe mich nicht gegrämt, weil ich ein Mädchen bekommen habe. Meine Gefühle hatten ihre Wurzel eher in meiner Verunsicherung und in meinem Wissen um die reale Benachteiligung, die Frauen in unserer Gesellschaft erfahren. (Und ja, zum Glück gibt es auch andere Geschichten, so wie Deine. Aber die Regel sind die leider nicht)

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      • sternenmeer schreibt:

        Klar ist das nicht die Regel. Und die diesbezügliche Einstellung meines Arbeitgebers ist sicher ein Glücksfall. Aber es wird, so optimistisch denke ich, aufgrund des Fachkräfte-Mangels mit der Zeit immer mehr solcher Unternehmen geben.
        Und ich wollte auch aufzeigen, dass Ihr selbst mit Eurer Erziehung sehr viel in der Hand habt.
        Und, aber das ist ja auch in den anderen Kommentaren bereits Thema, es gibt durchaus auch eine Benachteiligung von Jungen, vor allem im Bildungsbereich. Das ist für Jungseltern sicher auch oft ein Grund zur Sorge (und war es schon für meine Eltern).
        Schön wäre es, wenn es keinerlei dieser Benachteiligungen gäbe.

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      • Das ist echt meine große Hoffnung – dass ich zumindest im Kleinstkreis mit meiner Erziehung irgendwas ändern kann. Sowas wie Lohnungleichheit wohl eher nicht. Aber wenn es nur ist, dass das Kiddo später den eigenen Körper mag und seine Grenzen respektiert…das wär schon viel.

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  22. Brilli schreibt:

    Ich „wusste“ immer ich bekomme einen Sohn – und wollte ein Mädchen. Und als es feststand, sagten meine engsten Freundinnen „wenn eine einen Jungen bekommen sollte, dann du. Dann gibt es vielleicht endlich einen Frauen respektierenden und wertschätzenden, sich gegen Rollenmodelle der 50er wehrenden, offenen Mann mehr auf der Welt. “ Ich verspreche daran feste zu arbeiten (Squawehrenwort), mein Vater, mein Bruder, mein Mann sind so. Hoffentlich auch mal mein Sohn, egal ob mit Glitzerschuhen, lackierten Nägeln oder rosa tragend!

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  23. Guter Artikel! Ich wollte immer genau deswegen ein Mädchen haben: Damit ich meiner Tochter beibringen kann, genauso trotzig wie ich gegen die von der Gesellschaft gesetzten Grenzen anzugehen! Nicht umsonst habe ich mit 26 und vor richtigem Berufseinstieg einfach mal ein Kind gekriegt. Denn ich schaffe meine Karriere auch mit Kind, ganz egal ob dieser scheiß Gesellschaft das gefällt oder nicht!!

    Tja, am Ende wurde es ein Sohn (und da trügte mich meine Intuition nicht – ich hatte bis zum Schluss irgendwie gefühlt dass es ein Junge würde. Und ich empfehle: Geschlecht nicht über Ultraschall bestimmen lassen, denn wenn das Baby geboren ist, gibt es keine Enttäuschung, weil man sich im Geheimen doch ein Mädchen/einen Jungen gewünscht hat).

    Jedenfalls werde ich meinen Sohn zu einem Mann erziehen, der Frauen respektiert, sich selbst gegen Geschlechterklischees und Rollenzwänge wendet und genau so ein emanzipierter Mann wird, wie sein Vater!

    P.S. Klar ist mein Sohn ein richtiger kleiner Rabauke (sagen nicht nur die anderen, sage auch ich). Meine Tochter wäre aber sicherlich genauso…

    P.P.S. Ich glaube an der einen Stelle im Text meinst du „empathisch“ und nicht „emphatisch“. Bin gut im Fehlerlesen ;P

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    • Das passt, ich bin nämlich gut im Fehler tippen 🙂

      Meine Tochter ist auch eine Rabaukin. Bin mal gespannt, wie sich das so entwickelt. Mein Bruder war als Kind zum Beispiel total rabaukig, ist dann aber ein sehr entspannter, eher ruhiger Erwachsener geworden.

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    • Lann Hornscheidt, ja – ein interessanter Mensch. Bemerkenswert, wie die Leute in den Kommentarbereichen der Tageszeitungen deshalb ausflippen. Weil es jemand gewagt hat, einen Vorschlag zur Diskussion zu stellen. Denn mehr ist es ja erstmal nicht. Schon aufschlussreich, diese extremen Reaktionen. Ich denk mir immer, wer so heftig auf Menschen reagiert, deren geschlechtliche Identität in keine Schublade passen will, ist sich offenbar der eigenen sexuellen Identität selbst nicht so sicher. Denn ansonsten wäre so viel Angst vor dem Fremden ja nicht nötig.

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  24. Solange Frauen Frausein doof finden, wird Frausein doof bleiben. Wir müssen eben Gas geben und unseren Töchtern vorleben, dass wir unser Frausein genießen. Indem wir unsere Körper pflegen ohne Wenn und Aber. Indem wir unser Leben aktiv gestalten,im Job und privat. Indem wir uns nehmen, was wir brauchen und wollen. Und indem wir uns nicht an Geschlechterrollen orientieren, sondern nur an unserem eigenen Bauchgefühl. Meine Tochter kann mit zur Maniküre, wenn sie möchte. Und wenn sie dann mit den selben lackierten Nägeln die Jungs auf dem Spielplatz vermöbelt, sagen wir zu ihr, der hatte das bestimmt verdient :).

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  25. Tomi schreibt:

    Hm. Dieses Gender-Thema finde ich auch extrem schwierig, weil so vielschichtig. Zum einen weil alles stimmt, was Du aufgeschrieben hast. Und zum anderen, weil mich bei Beiträgen zu „neutraler Erziehung“ auch immer ein bisschen gruseln muss. Ich will ehrlich zu meiner Tochter sein – und dazu gehört die Erkenntnis, das wir eben nicht alle gleich sind. Ich finde es unsinnig, so zu tun als gäbe es dir Unterscheidung Jungs/Mädchen nicht, weil sie eindeutig existiert und von den Kindern auch so wahrgenommen wird. Ich habe schon Artikel gelesen, wo Leute sich schon über die Verwendung der Begrifflichkeit „Junge/Mädchen“ echauffieren, man solle doch einfach „das Kind“ sagen.

    Aber auch ich möchte meiner Tochter mit auf den Weg geben, das mit dieser Erkenntnis nicht die oft bemühten Steretype zwingend verknüpft sind. Sie soll (hoffentlich) denken und sagen “ Ich bin mutig und kann schnell rennen – UND ich bin ein Mädchen.“ Nicht „OBWOHL ich ein Mädchen bin.“ Und genauso: „ich schmuse gern und mag mit meiner Puppe spielen – UND ich bin ein Mädchen.“ Nicht „WEIL ich ein Mädchen bin.“ Und für meinen Sohn wünsche ich mir das Gleiche.
    Hello Kitty, die Parkgarage oder Spielzeugschwert und Glitzernagellack kommen und gehen ohnehin. Ich kämpfe mich nicht an diesen oberflächlichen Windmühlen ab. Das sind Einflüsse denen man sich nie ganz entziehen kann und stürzt Kinder teilweise in fiese emotionale Zwickmühlen, wenn die liebste Kitafreundin den Krempel hat und ganz toll findet, die Mama das alles aber kategorisch ablehnt und auch verbal abwertet. Das Kind möchte sich nämlich mit beiden Seiten identifizieren können und erzählen können, womit es sich gerne beschäftigt, ohne dafür Ablehnung zu erfahren.
    Mir muss die Rosa- Glitzerwelt nicht gefallen und ich bemühe mich auch, ihre Ausdehnung unauffällig im Rahmen zu halten. Aber ich akzeptiere, dass es auch das Recht dieser kleinen Persönlichkeit ist, andere Dinge zu mögen als ich. Vielleicht bin ich da toleranter weil ich mich noch sehr lebhaft an einen Konflikt mit meinem eigenen Vater erinnern kann, der mir etwas das ich mir sehr dringend wünschte mit der Begründung „weil es mir nicht gefällt“ verboten hat und ich das als unfassbar ungerecht und „Macht ausnutzen“ empfunden habe, obwohl seine Beweggründe wahrscheinlich die gleichen waren wie wir sie hier diskutieren. Er hat nach 8 Wochen Diskussion klein beigegeben , was ich ihm heute hoch anrechne, denn im Rückblick hatte er absolut Recht! Im Endeffekt hat aber ein emanzipatorisch eher fragwürdiges Objekt mich etwas ganz Entscheidendes gelehrt: für mich und meine Wünsche eintreten, Überzeugen und Argumentieren – und niemals locker lassen, wenn es mir wirklich wichtig ist!:)

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    • Ja, es ist echt sauschwer. Ich würde allerdings auch nicht auf die Idee kommen, dem Kiddo irgendwelches Zeug vorzuenthalten, nur weil ich das gendermäßig schwierig finde. Sollte sie in zwei Jahren voll auf dem rosa-Einhorn-Trip sein, dann naja…so be it. Zähneknirschend würde ich das eben respektieren, denn dieses Machtgefälle, dass Du in der Situation mit Deinem Vater beschreibst, möchte ich in dieser Hinsicht eben nicht entstehen lassen.

      Es ist und bleibt ein sehr schmaler Grat. Das „Richtige“ gibt’s ja ohnehin nicht (auch wenn einige das sicher anders sehen).

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  26. Ich habe deinen Blog eben erst entdeckt (wie konnte der mir so lange verborgen bleiben?!?) und könnte mich nun den ganzen Vormittag durch deine Texte lesen – dummerweise muss ich (eigentlich) arbeiten. Aber: Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich hatte ganz genau die gleichen Gedanken als ich vor 4,5 Jahren erfuhr, ein Mädchen zu bekommen. Weil ich genau aus diesen Gründen selbst lieber ein Junge geworden wäre und könnte ich es mir aussuchen, beim nächsten Mal auf jeden Fall einer werden möchte. Obwohl ich natürlich auch sehr gerne Frau bin, meine Weiblichkeit und teilweise Uschi-Momente auslebe und -koste. Aber dennoch, all diese Punkte, die du genannt hast, sind so wahr und werden eigentlich eher schlimmer als besser.
    Nun habe ich zwei Kinder, ein Mädchen und einen (kleineren) Jungen und so sehr ich beide genieße (und meine Tochter ist auch von der wilden Sorte und ganz bestimmt kein „typisches“ Mädchen (und was ist das, ein typisches Mädchen, eigentlich?), das finde ich fast noch ungerechter als wenn es zwei Mädchen wären. Denn diese Konstellation kenne ich von zu Hause und meinem kleiner Bruder wurde vieles so einfach gemacht, was ich mir hart erkämpfen musste. Und so sehr ich meinen Bruder liebe und toll finde, er ist in seinem Habitus immer noch ein 20-jähriger kleiner Bruder, der wunderbar durch sein inzwischen 33 jähriges Leben kommt ohne sich um irgendwas wirklich zu kümmern. Und der sogar einen supertollen, gutgezahlten Job hat, weil er darin wohl wirklich gut ist. Als Frau würde das nie so hinhauen.
    Meinen Kindern versuche ich auf jeden Fall so viel Offenheit wie möglich mitzugeben. Sie zu starken, unvoreingenommenen Menschen zu machen, so gut es geht. Die alle Möglichkeiten nutzen sollen, vollkommen geschlechtsunabhängig.
    So, und jetzt muss ich wirklich arbeiten…..

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    • Ich hab auch nen „kleinen“ Bruder. Muss schon sagen, dass unsere Eltern sich bemüht haben, uns in vieler Hinsicht gleich zu behandeln. Jedoch gibt es durchaus Aspekte, in denen sie das nicht hinbekommen haben. Ich sag nur: Ausgehen. Freunde haben. Da wurde ich sehr viel strenger reglementiert. Ob das daher rührt, dass ich das erste Kind oder eben ein Mädchen war, bleibt dahingestellt. Vielleicht von beidem etwas.

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      • Ganz bestimmt ein bisschen was von beidem. Und obwohl ich das immer noch hin und wieder als ungerecht empfinde, muss ich jetzt schon feststellen, dass ich bei meinem Sohn viel weniger konsequent und streng bin als bei meiner Tochter. Weil er der Kleine ist und ach, ist doch egal, ob er jetzt den Obstquetschbeutel (ja! die gibts bei uns natürlich auch!) zu Hause ist und nicht unterwegs wie eigentlich gedacht und wie es für die Große gilt. Dabei hatte ich mir so sehr vorgenommen, das auf keinen Fall zu sein. Mist.

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      • Ich find es auch unheimlich schwer, die eigene Prägung zu überwinden. Muss mich da selbst immer wieder prüfen. Die eigene Bequemlichkeit abschütteln. Konflikte aushalten. Wenn ich nicht glaubte, dass es das wert ist, würde ich es sicher nicht tun.

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  27. Ich habe auch ein Mädchen und ich sehe das alles genauso wie du. Mich beschäftigte schon vor ihrer Geburt der Gedanke „wie kann ich sie schützen, damit sie niemals ihren eigenen Körper (ihren Kopf, sich selbst) in Frage stellt, niemals Leid erfahren muss, weil sie denkt, sie sei nicht schön, dünn, schlau oder gar sexy genug?“ So inder Art, wie man es auch von sich selbst kennt! Danke für deinen Text,m gerade jetzt erfahre ich wieder, was es heißt als Frau Arbeitnehmerin zu sein (mein Chef stellt nur Frauen ein)….no comment!

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  28. Hat dies auf Make Your Mind Move rebloggt und kommentierte:
    Kiddo the Kid hat einen Text geschrieben, der mir aus dem Herzen spricht. Denn wie schützen wir das Mädchen, das Kind, diesen Menschen? Wie kann ich, die selbst in den typischen Rollennormen groß geworden ist, umdenken und meinem Kind ermöglichen ganz es selbst zu sein? Ich möchte nicht einen winzigen Augenblick lang, dass dieses Wesen, was noch so unberührt und völlig frei von Werten und Bewerten anderer ist, an sich zweifelt, so wie ich es manchmal an mir selbst tue.

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