snapshots #11

blumenmitkaka

 

Das Kind riecht gut. Nach Erdbeeren. Ständig duftet es nach Erdbeeren. Ich kann mir das überhaupt nicht erklären. Ich drücke es noch fester an mich. Seine professorale Frisur kitzelt meine Nase.

„Kind, Du riechst sehr gut!“

Das Kind freut sich.

„Mama, Du auch gut riechst.“

(Es überlegt einen Moment)

„…nach Blumen! … mit Kacka!“

 

 

snapshots #10

2016-06-04 11.48.58

Auf dem Spielplatz. Auch so eine lustige Einrichtung.

Ein anderes Kind und seine Mutter sind sich nicht einig, ob meine Tochter wohl ein Junge sei. Oder ein Mädchen? Weil, Haare wie ein Junge. Aber die rosa Schuhe! Und was ist mit dem überdimsionierten Laster, den das Kiddo so eifersüchtig bewacht!

Es ist aber auch nicht einfach. Ich lausche dem Dialog und verkneife mir ein bisschen das Lachen.

Das andere Kind verliert die Geduld, es kommt zum Kiddo auf die Rutsche:

„Bist Du ein Mädchen?“

„Nein“, sagt das Kiddo.

„Bist Du ein Junge?“

„Nein“, sagt das Kiddo.

„Aber. Was bist Du denn?“

„Bin eine Kind!“, sagt das Kiddo.

Das andere Kind nickt versonnen. Dann stiefelt es durch den Sand zu seiner Mutter zurück. „Es ist ein Kind!“ berichtet es triumphierend. Die Mutter stutzt. „Ach so, na dann“, sagt sie. Und lacht.

snapshots #9

sarah young

Bild via

Spazieren mit dem Kiddo. Eher ein Analysieren. Forschen. Neu bewerten. Auf jeden Fall irre langsam. Das Ende des Blocks so weit entfernt wie das Ende der Welt.

Plötzlich kommt Bewegung in die kurzen Beinchen. Das Kiddo will dringend die Straße überqueren. Kein Aufschub möglich. Und ich habe ja sonst nichts zu tun (haha), deshalb begleite ich das aufgeregte Kind ans andere Ufer. Es steuert zielstrebig auf einen alten Sexshop zu.

Vor dem verblichenen Plakat von Sarah Young im Schaufenster bleibt das Kiddo stehen, schaut voller Zuneigung zu der Brünetten hoch und legt die Handflächen fest gegen das Glas.

„Mama!“ sagt es zärtlich.

 

snapshots #8

Aber manchmal ist alles einfach sehr lustig.

Dinge, die ich in den letzten 18 Monaten gelernt habe:

Es geht immer noch schlimmer.

Elterngefühle sind wie Pubertät mit Verantwortung.

Menschenkacke ist nicht gleich Menschenkacke.

Die Streitmomente innerhalb der Beziehung wechseln das Thema, nicht jedoch die grundsätzliche Dynamik.

Sobald es schläft, ist alles gut.

Der Spielplatz ist ein Bootcamp, körperlich wie emotional.

Wenn das Kind genau das eine Kind liebt, dessen Eltern man so furchtbar findet: Apokalypse.

Sehr schöne Kinderkleidung ist arschteuer.

Sisyphos hätte große Freude an unserem Küchenboden gehabt.

Dieser Moment, in dem Du merkst: Bei den anderen ist es auch nicht einfacher.

Stille ist so schön.

Darüber reden hilft.

snapshots #6: Die spontane Zwischen-den-Tagen-Ausgabe.

Driving Home From Christmas oder: Die Flucht aus der weißen Hölle.

Driving Home From Christmas oder: Die Flucht aus der weißen Hölle.

Dinge, die ich in der letzten Woche gelernt habe:

#1: Der Mann wird nie krank. Außer, er wird doch krank. Dann aber so richtig. Dann lässt er nur eine Schneise der Verwüstung hinter sich. Wie ein Zwillingstornado aus Viren.

#2: Die Inkubationszeit eines grippalen Infekts ist nicht bei allen Menschen gleich lang. Dies konnte ich hervorragend am Kiddo, an mir selbst sowie sämtlichen Mitgliedern des kiddo-großelterlichen Haushalts beobachten. Einzig unversehrt: Der Beagle.

#3: Vorfreude ist so eine Sache. Wenn dann nämlich das befreute Ereignis dann doch nicht eintritt. Oder abgesagt wird. Wie zum Beispiel Heiligabend und alle familiären Weihnachtsfeiern.

#4: Meine Mutter ist noch härter im Nehmen als unten beschrieben. Hielt ich bis dato nicht für möglich.

#5: Der Mann kann fahren wie ein Stuntman, wenn er nach Hause will. Und hält das bei Bedarf auch ein ganzes Deutschland lang durch.

#6: Der Rücksitz ist dennoch ein Platz, der Todesängsten einen dankbaren Nährboden bietet.

#7: Nächstes Jahr machen wir das alles ganz anders.

Zitat

snapshots #4

Ich erwache, weil das Kiddo gestillt werden möchte. Also wird es gestillt. Irgendwas ist anders…es ist hell draußen! HELL! Das Kiddo hat durchgeschlafen! Wahnsinn. Das ich das noch erleben darf.

Ich schaue beduselt auf die Uhr. 2 Uhr 33. 2 Uhr 33??? Bevor ich das fassen kann, wird es plötzlich wieder dunkel. Und mir endlich klar: Das war kein Tageslicht. Da hat bloß im Hof einer das Licht angemacht.