Die Hölle, das sind die anderen.

2015-05-17 09.51.35

Angeblich ist Karstadt insolvent. Oder fast. Kann ich gar nicht glauben, wo doch gerade so viele Leute durch die Schwingtüren des Warenhauses ein und aus gehen, an einem ganz normalen Dienstagnachmittag. Seit bestimmt 15 Minuten stehen die Türen nicht still. Ich weiß das so genau, weil ich vom Mittelstreifen der vierspurigen Straße aus einen herrlichen Blick auf den Haupteingang habe. Leider hat der Haupteingang auch einen herrlichen Blick auf mich, was vor allem die Menschen zu schätzen wissen, die dort an der Haltstelle stehen und auf ihren Bus warten. Es ist nämlich so: Ich bin hier gerade die Hauptattraktion. Nicht, weil ich weltberühmt bin, oder wunderschön, oder ein Einhorn. Nein. Das Aufsehenerregende an mir befindet sich zu meinen Füßen, ist keinen Meter lang und brüllt seit einer Viertelstunde, als gäbe es kein Morgen. Es handelt sich nicht um einen pubertierenden Orang-Utan.

Die Karstadt-Bushaltestelle-Steher verfolgen ungeniert das Kammerspiel auf der kleinen Verkehrsinsel zwischen zwei Ampeln. Wahrscheinlich schließen sie Wetten ab, ob wir es mit der nächsten Grünphase über die Straße schaffen. Wahrscheinlich fragen sie sich, warum ich mir den kleinen Brüllaffen nicht einfach unter den Arm klemme und mich vom Acker mache. Wahrscheinlich schütteln sie insgeheim die Köpfe im Angesicht meiner elterlichen Inkompetenz. Also, warum klemme ich mir den Brüllaffen nicht unter den Arm und mache mich vom Acker? Folgendes: Ich habe Rücken. Nicht immer, aber heute schon, und ein durchdrehendes Kleinkind ist ein rückenfeindlich. Kaum zu glauben, dass das Kind wirklich nur zwei Arme und zwei Beine hat – gefühlt sind es acht. Ein Oktopus aus der Hölle.

Außer Rücken habe ich noch Kinderwagen, was bedeutet: Nur eine Hand frei. Zugegeben, ich habe bereits versucht, das Kind mit Schmackes in den Wagen zu schwingen. Ganz schlechte Idee. Fast wäre es mir aus dem Arm geflutscht wie ein Stück Seife und auf der Fahrbahn gelandet. Und weil das noch nicht reicht, bin ich mit zwei vollen Einkaufstüten beladen. Scheiße aber auch. Alles, was mir an Strategien eingefallen ist, habe ich schon durch. Unter anderem auch das sehr spezielle Gefühle spiegeln, welches oft hilft, aber eben nicht immer, und auf jeden Fall eine mutige Angelegenheit ist. Vor allem für introvertierte Menschen wie mich. Grob gesagt geht es bei diesem Ansatz darum, dem Kind dessen heftige Emotionen empathisch wiederzugeben. So fühlt es sich verstanden und aufgefangen und kann sich langsam beruhigen. Das geht aber leider nicht im Flüsterton, sondern soll authentisch in Ton und Mimik zum Ausdruck gebracht werden.

Eine feine Sache – außer, man steht auf dem Mittelstreifen der Hauptverkehrsstraße vor Karstadt und wird von zwei Dutzend Schaulustigen beobachtet. Dann ist das mit dem Spiegeln keine ganz so feine Sache, sondern saumäßig peinlich. Und funktioniert hat es auch nicht, was aber an meiner mangelnden Authentizität im Angesicht des Publikums liegen mag.

Das Kind knallt derweil wütend seinen Hinterkopf auf den Asphalt, das kleine Gesicht nass von Rotz und Tränen. Des Kindes Welt geht unter, und meine gleich mit. Wir sind Schiffbrüchige auf dieser verdammten Verkehrsinsel. Jeder meiner Annäherungsversuche wird mit lauterem Gebrüll und hektischen Tritten beantwortet. Irgendwann fällt mir nichts mehr ein, als einfach zu warten. Den Anlass für diese hübsche Szene habe ich mittlerweile fast vergessen, denn er spielt im Grunde keine Rolle. Gäbe es ein echtes System hinter dem kindlichen Zorn, könnte man ihn womöglich vermeiden, aber es gibt kein System. Die Gefühle kleiner Kinder sind Nitroglyzerin: Eine abgebrochene Banane, das falsche Paar Socken, eine störrische Bettdecke – mehr braucht es nicht, um die Apokalypse heraufzubeschwören.

Spaß machen mir diese Wutanfälle nie, aber in der Öffentlichkeit sind sie besonders schwer zu ertragen. Von jetzt auf gleich verliert man den Anschein der Anonymität. Wo ich mich noch vor wenigen Minuten geborgen in der Menge fühlte, unsichtbar beinahe, alleine mit mir und meiner Tochter, erlebe ich mich jetzt ultimativ entblößt. Hätte ich mal kurz die Hose runtergelassen, um am helllichten Tag auf den Grünstreifen zu kacken, es könnte mir kaum unangenehmer sein (okay, der Vergleich hinkt, denn welcher halbwegs normale Mensch würde das freiwillig machen – und falls es doch einer freiwillig täte, wäre es ihm wohl auch nicht peinlich).

Während ich noch überlege, ob ich lieber hier und jetzt die Hose runterließe, hätte ich denn die Wahl, setzt ein ganz sanfter und sehr kalter Nieselregen ein. Der zornige Oktopus reißt sich die Mütze vom Kopf und reibt sich schluchzend Straßendreck in die Augen. Aus der Ferne nähert sich der nächste Bus, der hoffentlich eine Handvoll Publikum abtransportieren wird. Ich verspüre den unwiderstehlichen Drang, mich vor den gelben Doppeldecker zu werfen: Tschüss Kind, war meistens schön mit Dir, aber jetzt ist auch mal gut.

Das stimmt sogar, es ist wirklich sehr oft schön mit dem Kind. Zwar kann ich mir das jetzt gerade überhaupt nicht vorstellen, aber es gibt diese Momente voller Glitzer und Wärme. Alles ist in Balance, wir verstehen uns in stillem Einvernehmen. Zeit und Ort zählen nicht, nur wir zählen, die Sekunde zählt, und alles ist gut: Auf dem Spielplatz ist keiner außer dem Lieblingskumpel, das Kind lacht und kichert, wirft sich aus vollem Lauf in meine Arme und verteilt federleichte Küsschen. In diesen Augenblicken fühle ich mich maßgeschneidert für dieses unbeschreibliche Kind. Niemand kann uns was, wir sind eine Einheit. Wir schlendern durch die Straßen, im Zickzack wie Stubenfliegen, betrachten Blätter, Steine, Kanaldeckel und Hunde. Vor der Bäckerei hält das Kind an und sagt mit der niedlichsten Stimme: „Kuche, Mama, ja?“ Wir gehen rein und teilen uns ein Stück Sachertorte, mein Herz ist ein Stück Butter in der Pfanne, und ich wünsche mir, dass ich diesen Moment niemals vergesse. So schön ist das manchmal.

Es gibt Tage, die sind bis zur Lächerlichkeit perfekt. An einem fernen Samstag im August habe ich mir einmal das Kind auf den Rücken gepackt und bin einfach Shoppen gegangen. Während ich mir in Ruhe Sommerkleider ansah, plapperte das Kind in zauberhaftem Kauderwelsch mit den anderen Kundinnen, zufrieden im Tragetuch, mit den nackten Füßen wackelnd. Es hagelte förmlich Komplimente, und ich sonnte mich selbstgefällig darin: Oh ja, das ist MEIN Kind. DAS ist mein Kind.

Der kleine Wutbürger, der sich im Nieselregen Rotz in die Haare schmiert, ist leider auch mein Kind. Immerhin, das Gebrüll ebbt ab, geht in ein kraftloses Jaulen über. Ich schöpfe neue Hoffnung. Und dann habe ich die beste Idee meines Lebens, oder fast: Irgendwo in den Tiefen der Einkaufstasche sind ja Kekse! Das Kind liebt Kekse.

„Oh guck mal, da ist ein Keks. Den habe ich in meiner Tasche gefunden. Möchtest Du den vielleicht haben?“

(Kind schaut mich an, als wäre ich eine Karotte. Es hasst Karotten. Ich wende den Keks verlockend hin und her.)

„Es ist ein Schokoladenkeks. Schokolade. Ein Keks. Mit Schokolade drin. Hier, siehst Du die Schokolade?“

(Kind begreift langsam und streckt im Zeitlupentempo die Hand aus.)

„Hier hast Du den Keks. Ich setze Dich jetzt in den Kinderwagen. So kannst Du den Keks besser essen. Den Keks mit SCHOKOLADE.“

(Kind wägt Schokolade gegen Kinderwagen ab. Schokolade gewinnt. Kind widmet sich dem Keks. Es gibt einen Gott.)

Sehr vorsichtig nehme ich meine Tochter hoch und setze sie in den Kinderwagen. Sachte, sachte. Ja nicht den Keksflow unterbrechen. Die verdammte Ampel ist natürlich rot, wir warten, ich sehe mich tief atmend um. Leider müssen wir an der Bushaltestelle des Grauens vorbei. Es ist mir unendlich peinlich, was in der letzten Viertelstunde passiert ist. Schrecklich müde bin ich, frustriert und traurig. Und mehr als nur ein bisschen wütend auf das Kind, das doch für seine ganz normalen Aussetzer nichts kann. Ich möchte verschwinden. Stattdessen zwinge ich mich zu einem geraden Rücken und schaue im Vorbeigehen ruhig in die Gesichter unseres Publikums. Niemand ist schuld, flüstere ich mir ins Ohr. Ich bin keine schlechte Mutter, das Kind ist nicht fehlerhaft, niemand ist schuld. Tatsächlich sagt keiner etwas, und ich bin froh darüber. Hilfreiche Ratschläge verteilen nämlich sehr viele Menschen sehr gern. Es gibt praktisch keine Situation mit Kind, die nicht ein Wildfremder im Handumdrehen verbessern könnte (Ironie aus).

Meine aktuelle Top 3 der Nerv-Situationen:

  1. Die Psychotante: Ich laufe mit dem schreienden Kind in der Rückentrage die Straße entlang. Wir haben es sehr eilig. Das Kind windet sich heftig, das Tragesystem ist absolut sicher. Irgendwann stelle ich fest, dass eine fremde Dame, Typ Verhaltenspsychologin, im Schritttempo auf dem Fahrrad neben mir fährt. Ich schaue sie entgeistert an. Sie sagt mit einer seltsamen Genugtuung:

„Also das sieht aber wackelig aus. Am Ende fällt der raus, und dann schreit der erst richtig!“

 „Danke für den guten Rat, Sie wildfremde Person.“

„Ich sag ja nur!“ (fährt lachend davon)

 

  1. Der Altnazi: Das weinende Töchterchen steht vor mir an der Supermarktkasse. Es hat Angst vor all den Menschen und will auf den Arm. Ich nehme das Kind hoch und tröste es, bezahle einhändig und etwas umständlich. Der alte Herr hinter uns sagt aufgebracht:

„Jetzt lassen sie das Kind doch mal bocken! Wir hätten damals ein paar hinter die Löffel bekommen!“

„Das hat Ihnen sicher gutgetan.“

„Werden Sie nicht frech!“

 

  1. Der Hipster: Das Kind steht verzweifelt vor einer fremden Haustür. Es will da rein! Ich stehe geduldig daneben und erkläre zum x-ten Mal, dass wir zu dieser Tür keinen Schlüssel haben. Eine Gruppe angesagter junger Leute kommt vorbei. Einer sagt:

„Wenn in meinem Bekanntenkreis einer ein Kind bekommt, lösch ich den immer direkt aus meinen Kontakten.“

Die Gruppe lacht, ich knirsche mit den Zähnen.

 

Aber! ABER!!! Es gibt Hoffnung. Meine innere Buchhalterin verzeichnet mehr tolle als doofe Kommentare. Alle Eltern kennen diese ohnmächtigen Momente, in denen man wahlweise sich selbst oder das Kind pulverisieren möchte. Dann tut eine freundliche Geste, ein Wort oder ein Lächeln so unendlich gut. Mittlerweile habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, den Schicksalsgenoss*innen, die in der Öffentlichkeit von ihren Kindern zerfleischt werden, irgendeine Nettigkeit zu übermitteln. Ich bin mir nicht sicher, ob es einen Unterschied macht – aber ich will dran glauben.

 

Meine aktuelle Top 3 der Elternsolidarität:

  1. Die Dea Ex Machina: Mitten in einem Wutanfall, der kein Ende zu nehmen scheint und direkt vor der Eingangstür eines Hipster-Cafés stattfindet, taucht plötzlich eine ältere Frau aus dem Nichts auf und spricht das tobende Kind freundlich an. Es ist davon so irritiert, dass es auf der Stelle den Mund hält und in seinen Kinderwagen klettert.

„Denken Sie sich nichts dabei, diese Zeit geht vorbei. Das verspreche ich ihnen. Ich hab drei Kinder.“

Sie lächelt mich sehr herzlich an und winkt dem Kind zum Abschied. Ich heule vor Erleichterung, so nötig hatte ich ein bisschen Zuspruch.

 

  1. Die Bioladen-Begegnung: Das Kind hilft mir gern beim Einkaufen und geht am liebsten in den Bioladen, weil es dort kleine hölzerne Wägelchen gibt. Das ist toll. Nicht toll ist, dass die Tochter ihr Wägelchen nach dem Bezahlen nicht mehr hergeben will. Also großes Theater im sehr engen Bioladen. Eine Frau geht an uns vorbei und sagt:

„Ach, das macht meine Tochter auch immer. Ich weiß nie, ob ich diese Einkaufswagen super oder scheiße finden soll. Ich glaube, scheiße. “

Wir müssen beide lachen. Auf einmal ist alles ganz normal und deshalb weniger ätzend.

 

  1. Der Pragmatiker: Die Tochter erspäht in der Bahn ein anderes Kind, das gerade eine Brezel isst. Wir haben leider keine Brezeln dabei. Unheil zieht auf. Der Vater des Brezelkindes zaubert wortlos eine zweite Brezel aus der Tasche und reicht sie über den Gang hinweg meiner Tochter. Bevor ich mich für die Spontanrettung bedanken kann, greift er noch einmal in die Tasche und drückt mir ebenfalls etwas in die Hand. Es ist ein Kinderriegel.

 

Ich frage mich wirklich, warum kindliche Wut den meisten von uns so extrem peinlich ist. Alle Menschen, die jemals Kinder in die Welt gesetzt haben, kennen das doch auch. Es hat wohl damit zu tun, dass fast jeder dieses Bedürfnis nach gesellschaftlichem Wohlwollen verspürt. Ein vermeintlich gut erzogenes Kind ist wie ein Symbol des Nicht-Scheiterns. Es beweist, dass wir irgendetwas richtig gemacht haben. Wir funktionieren. Wir ziehen da ein wertvolles und effizientes Mitglied der Gesellschaft heran. Es kann Regeln einhalten, es kennt Disziplin. Hurra!

Und genau andersrum fühlt es sich an, wenn uns als Eltern vor aller Augen alles entgleitet: Shit hits the fan! Das Kind funktioniert mitnichten, es zeigt sich von seiner scheußlichsten Seite, es macht einen irren Lärm und Sachen kaputt. Und warum? Weil wir pädagogische Versager sein müssen, zwangsläufig. Das könnte uns am Ende zu schlechten Menschen machen, die nichts im Leben auf die Reihe kriegen.

In Wirklichkeit ist gar nichts davon wahr. Elterliche Kompetenz misst sich nicht an der durchschnittlichen Anzahl der Wutanfälle eines Kleinkindes. Das muss ich mir an schlechten Tagen immer wieder vorsagen wie eine kaputte Schallplatte. Heute war so ein schlechter Tag, denke ich gerade, als meine Tochter sich im Kinderwagen umdreht und mich mit einem strahlenden Lächeln anschaut. „Mama!“ sagt sie voll Inbrunst und Besitzerstolz. Den Rest des Heimwegs singt sie ausgelassen vor sich hin und bringt mich mit ihren schiefen Tönen zum Lachen. Ich komme mir bescheuert vor, weil ich vor zehn Minuten noch tief verzweifelt gewesen bin, mich jetzt aber auf einmal ganz ruhig und leichtherzig fühle. Alles wegen diesem kleinen Mädchen da. Selbst die heftigsten Liebesgeschichten meines Lebens haben mich nicht dermaßen aus der Bahn geworfen. Es wird langsam dunkel draußen. Die Lampe über unserer Haustür brennt schon. Jetzt einen Schnaps.

 

 

 

 

 

73 Gedanken zu “Die Hölle, das sind die anderen.

  1. Angela schreibt:

    Wieder mal: Wow! Diese Gabe zur nüchternen (Selbst-)Reflexion hätte ich auch manchmal gerne. Das mit der kindlichen Wut, und was dabei in die Eltern (!) reininterpretiert wird, ist wirklich so eine Sache. Jedenfalls werde ich mir deine Top 3 der Elternsolidarität zu Herzen nehmen – man weiß nie, wann man’s selbst braucht! 🙂

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      • Sabine schreibt:

        Da ist es, das Stichwort: Arschlocheltern. Eigentlich sind mir nur wegen denen die Wutanfälle meiner Tochter so unangenehm. Und das stimmt mich wütend und traurig zugleich. Das letzte, was man als Mutter während eines hysterischen das-falsche-Stück-der-Breze-wurde-abgebrochen-Anfall braucht, sind andere Eltern, deren Blicke Bände sprechen. Ok, und diese Kindereinkaufswägen, mit denen das Kind wie ein Tsunami durch den DM prescht.

        Danke für diesen grandiosen Text! Wenn ich’s nicht besser wüsste, würde ich denken, du warst die letzten Wochen mein heimlicher Schatten…

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  2. Melanie schreibt:

    Wieder ein toller Text! Der alle Ambivalenzen perfekt einfängt. Du schreibst wirklich den besten (oder das beste) Blog überhaupt und gibst mir soviel Mut und Energie als Mama. Vielen Dank dafür und weiter so!

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  3. anna schreibt:

    Ich würde gern so kommentieren, dass es dem Artikel (diesem hier beispielhaft für viele andere) und anderen Kommentator*genderneutrale Endung nach Belieben einfügen* gerecht wird, aber mir fällt nur ein „JAWOLLO!“ und ich mach hier am Rechner so Daumen hoch.

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  4. Kathrin schreibt:

    So wahr. Man weiß ja eigentlich, dass die Anzahl und das Ausmaß der Wutbesuche nicht mit den Elternqualitäten korrelieren, aber an schlechten Tagen tut es sehr sehr gut, sich dies nochmal zu verdeutlichen – und da hilft dein schöner, ehrlicher, authentischer Text sehr. Danke dafür. Und: Eltern Solidarität olé! Immer! Wichtig! Lebensehrhaltend!

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  5. Was für ein toller Text! Erst letzte Woche war ich mit einem Kind auf dem Weg vom Kindergarten nach Hause. Besagtes Kind war müde und wollte nicht Laufen, also habe ich es immer mal ein Stück getragen. Da auch ich Rücken habe, war irgendwann Schluss. Selber laufen offenbar auch keine Option, also setzte auch hier lautstarkes Gebrüll samt auf-den-Boden-schmeißen ein. Da gleichzeitig ein anderes Kind schon 100 Meter weiter war, ging ich auch ein Stück weiter. Dies nahm ein Autofahrer zum Anlass, anzuhalten, um nach dem Kind zu sehen. Das war mir ziemlich peinlich, fand ich aber auch okay. Ich hab mich also bedankt, woraufhin er mir erzählte, dass es aber nich okay wär, dass das Kind bei dem Wetter auf dem Boden sitzt. Sah ich genau so, das Kind aber nicht…

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  6. Es tut mir wirklich Leid, aber ich habe zwischendurch herzhaft gelacht! Unter anderem wohl auch, weil das der ganz normale Wahnsinn mit pubertierenden Kleinkindern ist. Und.Ich.Kenne.Das.Zu.Gut.
    Ich habe hier auch so einen kleinen Wutbürger. Schön zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Danke für den tollen Text! Liebe Grüße, Nadine

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  7. Und das erstaunlichste ist: Egal, wie oft ich mir vornehme, dass mir das ab jetzt alles wirklich mal total egal sein wird (wie sehr das Kind ausrastet, wie blöd die anderen gucken usw.), weil ich es ja eh nicht verhindern oder beeinflussen kann – wenn es dann passiert, habe ich garantiert wieder einen roten Kopf und werde selbst total wütend auf dieses wütende Kind. Aber immerhin ist 10 Minuten nach dem Wutanfall alles wieder in Ordnung, genau wie du schreibst. Immerhin.

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  8. Urban Sqirrel schreibt:

    Grandioser Text!
    Und ich glaube auch fest daran das diverse freundliche Aufmerksamkeiten helfen. Ich verteile die auch.
    Ich finde ja grundsätzlich wenn wir alle mehr lächeln würden wäre die ganze Welt freundlicher.

    Jetzt beim dritten Kind bin ich übrigens nicht mehr peinlich berührt wenn die 19 Monate alte Tochter publikumswirksam wütet. Vielleicht bin ich auch einfach zu müde *lach*

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    • Wollte sagen: Habe ich auch alles erlebt. Macht einen bescheiden, dankbar für die schöneren Zeiten und motiviert zur Elternsolidarität. Oft genug bin ich von freundlichen Mitmenschen mit einem freundlichen Wort, einem nothelfenden Tempotuch/Keks/Pflaster o.ä. gerettet worden. Sowas versuche ich selbst auch nach Möglichkeit zu machen.

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  9. Sue schreibt:

    OMG!
    Danke für diesen wundervollen Post! Als 3 fach Mama habe ich glaube ich schon so einiges an Peinlichkeiten erlebt, aber du hast mich gerade über jede dieser Situationen schmunzeln lassen 🙂

    Herzlichste Grüße!
    Sue

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  10. Christina schreibt:

    Superguter Text. Jetzt weine ich.
    Mit unserer Tochter ist es immernoch so, sie ist 4 und im Kindergarten täglich so würend. Auslöser sind Kleinigkeiten.
    Ich wünsche mir im Kindergarten mehr Verständnis, mehr Pragmatiker und mehr Geduld.
    Und Dir wünsch ich auch nur Geduld und Liebe. Das ist die wichtigste Grundlage.
    Liebe Grüße, Christina

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  11. So wunderbar leicht und fluffig und lustig geschrieben, und gleichzeitig gut beobachtet und geht unter die Haut und alles. Toll! (Thematisch kann ich das ja alles noch nicht beurteilen mit meinem putzigen 9 Monats-Baby, außer den Alt-Nazi, den kenn ich auch schon :))

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  12. Ach du Scheiße. Sowas sagen die in Deutschland???!! SCHEISSE!!! Ich flipp aus vor Kummer.

    Hier in den USA haben die zwar eine MENGE Meisen, aber mit Kindern in der Öffentlichkeit sind sie super. Alle sind saunett und reden mit dem Kind und das Kind quatscht alle freundlich an und die reden zurück. Und halten Türen auf und halten den Fahrstuhl und verteilen Kekse. Auch die Teenager! Das Kind macht High Five mit jedem und bekommt alle paar Meter einen Hund zum Streicheln angeboten.

    Und als das Kind am Flughafen mal sehr sehr sauer auf mich war und weggerannt ist, hat eine Bodenpersonal-Tante zu mir gesagt, why don´t you go backwards in front of her and have your arms open so she can come into your arms when she is ready. Und ihre Kollegin so, she MAD! That´s ok, honey, she´ll be fine. Ich war so dankbar. Und das mit dem vor ihr rückwärts gehen und die Arme einladend schwenken hat auch funktioniert.

    Ansonsten blende ich die Umgebung einfach aus, wenn es einen Wutanfall gibt. Ich kann sie eigentlich immer verstehen und sie hat absolut das Recht, sauer zu sein, hier und jetzt. Ist ein Menschenrecht! Freie Entfaltung der Persönlichkeit, bruuuuaaahhh!
    Ich guck gar nicht umher, ich fokussier mich nur auf sie. Das hilft. Bis auf das eine Mal, wo sie sich mitten auf einer Kreuzung hingeworfen hat und mir dann fast aus dem Arm gefallen ist und dann nicht in den Wagen wollte und ich sie so unter den Achseln einarmig auf die andere Straßenseite geschleppt habe, so mit allen Klamotten unterm Hals… du kennst das. Da hat mir aber jemand den Wagen abgenommen. So nett.

    Wie kann man Kinder und Eltern immer nur so dissen? Was ist das für ein merkwürdiger Konsens, dass Eltern und Kinder nerven und wegsollen? Ist das nur ein Berlin-Ding? Ich verstehe das einfach nicht. Meh.

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  13. Ach so hihi. Ich war mal am Flughafen und ne andere Mama hinter uns mit brüllendem Kind, völlig fertig schon beide. Und ich so schon an der Security und reiche ihr eine Box mit Rosinen und sage, das hilft vielleicht. Sie voll dankbar. Kind schnappt sich Rosinen. Kind flitzt damit durch die Security-Sperre und löst kurzzeitig Chaos aus. Erst dann fällt mir ein, dass ich ihr auch eine Box mit Crack hätte geben können. So schön am Flughafen Drogen abgeben. Ups. Naja. Ups.

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  14. Ich danke dir für diesen großartigen Beitrag! Ich habe Tränen gelacht und gleichzeitig wurde es mir ganz warm ums Herz. Wir kennen sie alle, diese anderen, die die Hölle sind. Ich versuche so oft es geht zu den solidarischen Eltern zu gehören :-).

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  15. Malinchen schreibt:

    Haha, ich hab so gelacht!
    Text ausdrucken, an die Kühlschranktür pinnen und für die Zukunft aufbewahren.
    Danke!
    Ich schau hier jetzt wohl mal öfter vorbei.

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  16. Britta schreibt:

    *kicher* Just heute morgen passierte ich eine Frau, die einen laut schreienden Fahrradanhänger mit sich führte.
    Ich kam nicht unhin, sie über den Umdtand aufzuklären, dass ich auch mal so einen Defekt an meinem Hänger hatte und dass sich das aber dann gegeben habe.
    Sie musste sehr grinsen. Ich auch, weil ich noch genau wusste, warum mein Hänger seinerzeit so gekreischt hat 🙂
    LG, Lärm stresst nun mal, ob öffentlich oder nicht,
    Britta

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  17. Ilaina schreibt:

    Herrlich geschrieben und so schön ehrlich!
    Ich sehe bei meiner grad mal 8 1/2 Monate alten Madam schon erste Ansätze des starken Charakters, den sie mal entwickeln wird. Da wird dann auch mal wütend zurück gebrabbelt (wenn man nicht gleich in Wutgeheul ausbricht). Das ist aber auch OK so. Kinder haben Gefühle und dürfen diese auch Ausleben. Auch wenn sie noch ein Baby ist, tröste ich sie, zeige ihr, dass ich sie ernst nehme, denn ich finde, das ist ganz wichtig – von Anfang an. Und das ist gleichzeitig etwas, was in unserer Gesellschaft irgendwie total verpönt ist. Gefühle zeigen generell und Kinder diese ausleben lassen und sie mit diesen ernst zu nehmen. Da hat dann ein Kleinkind, schnell den Ruf eines Wildfangs weg, dabei versucht es einfach nur mit dem klar zu kommen, was es gerade erlebt. Anstatt es aufzufangen, wird es gemaßregelt, es wird daraufhin laut, dann wird es ausgeschimpft und ins Zimmer geschickt, allein gelassen mit allem. DAS finde ich persönlich Hölle (mir blutet dabei jedes Mal das Herz).
    Und Kinder sind ja generell nicht leise, egal ob sie nun wütend sind oder fröhlich spielen. Und auch das ist gut so.

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  18. Krissi schreibt:

    Aus der Seele vieler Mütter gesprochen. Ich stimme dir zu 100% zu. Hingerissen zwischen lachen und heulen. Sehr bewegend! Auf den Punkt getroffen und sehr toll geschrieben. Schreib ein Buch über Erziehung, ICH KAUF ES.

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  19. Simone schreibt:

    Ich bin ehrlich gesagt nicht traurig, dass meine beiden Kinder auf publikumswirksame Wutanfälle verzichtet haben. Trotzdem glaube ich nicht, dass ich irgendwas richtig gemacht habe, was andere Eltern falsch machen. Ich hatte vielleicht in der Hinsicht einfach Glück!? Mal ehrlich: Kinder sind verschieden, Eltern sind verschieden und dann ist auch noch kein Tag wie der andere. Und manchmal hat man doch selber auch so Tage, wo man sich gerne ein bisschen schreiend auf dem Boden wälzen würde; nur so, zum Stressabbau. Und wenn man dann nicht schon so schrecklich erwachsen und vernünftig wäre, wer weiß…
    Kopf hoch, es ist nur ne Phase – ruckzuck sind die kleinen Pupser groß, dann lauern neue Probleme 😉
    Viele Grüße, Simone
    (Ich lese gerne mal wieder rein und erfreue mich an deiner erfrischenden Schreibe…)

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  20. Ich danke dir für diesen Beitrag der mich wirklich zum Lachen brachte.
    Unser Zwerg fängt jetzt auch an teilweise rumzubocken z.b. wenn die Hand nicht schnell genug durch den Ärmel wieder rausschaut, wenn man gerade Sweatshirt oder Schlafanzug anzieht. Ich bin gespannt wo das noch hinführt und werde wohl ähnliche Wünsche nach offenen Löchern im Boden verspüren, wenn Publikum anwesend ist. 😀 #shithappens

    Ich lese auf jeden Fall auch in die anderen Einträge rein und werde wohl Stammleserin werden 🙂

    liebe grüße

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  21. Ich wollte grad ins Bett, aber als ich den Anfang las, blieb ich hängen, wie immer. Ich liebe Deine Art zu Schreiben, die Wortspiele, es ist das reinste Vergnügen. Das Happening auf dem Mittelstreifen hat sich besser gelesen, als jeder Krimi. Ich freu mich jetzt schon auf den nächsten Beitrag! 🙂

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  22. Whooha! Wutanfall spiegeln vor Publikum? Ich bin noch zutiefster beeindruckt als sowieso schon (weil die Texte so treffend sind und so schön und lustig und überhaupt)!
    Und sonst das Mutter-Mantra für alle Lebenslagen: Das ist eine Phase, das geht vorbei!

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  23. falo313 schreibt:

    Wenn der oder die Kleene, wobei es meist der Kleene ist, die Kleene ist aus dem gröbsten raus, mal wieder lauter wird im Supermarkt, fühle ich mich wie Tom Cruise in dem Film “Minority Report” wo nach einem Husten von ihm diese Drohnendinger in der Bewegung einfrieren und sich alle in seine Richtung umdrehen und die roten Augen aufleuchten. Tadaaa ! Wir sind Mittelpunkt !

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  24. Mäg schreibt:

    Servus Kiddothekid, ein traumhaft ehrlicher Text, so true! Eines aber: The shit hits normalerweise the vent, which bedeutet, die Scheiße wird übern Deckenventilator dann gründlich verteilt, oder?! Oder war der fan Absicht und ich hab da bedeutungstechnisch was nicht mitgeschnitten?

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  25. Hab auch noch nie irgendwas geliked oder kommentiert, aber hier kann ich nicht anders. Ein so geiler Text, leider im Büro gelesen und Kommentare wie „kireg dich wieder ein“ hören müssen. Und dann die letzten Sätze – Gänsehaut pur. Ich wusste gar nicht, dass die Lampe an unserer Haustür so eine Wirkung haben kann:)

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  26. @ alle anderen: Ich würde zu gern jeden einzelnen Kommentar beantworten, mir rennt halt halt die Zeit davon, als wäre ihr das Kiddo auf den Fersen. Aber seid Euch sicher, jedes Eurer Worte wird hier mit Freude gelesen.

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  27. Was für ein wunderwundervoller Bericht. Wundervoll, weil er mich so zum Lachen und auch etwas zum Weinen gebracht hat. Wundervoll dass er mir mal wieder zeigt wie normal es in unserer Familie zugeht und wundervoll weil es einfach schön ist derartige Berichte aus dem wahren Leben zu lesen wo doch die Bloggerwelt so voll ist von rosarot und überperfekt. Danke Dir!

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  28. Linda schreibt:

    Mach unbedingt weiter damit dich solidarisch zu zeigen- ich bin sicher das hilft.

    Ich war einmal mit beiden Kindern unterwegs um „mal eben schnell“ was zu besorgen. Bahnausfall, kaputtes Kartenlesegerät und fehlendes Bargeld machten „mal eben schnell“ zu einer langwierigen und nervtötenden Angelegnheit.
    Und irgendwo zwischen voll ätzend und ich drehe auf der Stelle durch wollte ich schnell mit den Kindern die Treppe runter flitzen um die nächste U-Bahn zu bekommen. Aber der Sohn wollte für die paar Treppen den Aufzuh nehmen. Meinen absolut logischen und dringlichen Erklärungen zum Trotz. Natürlich.
    Am Fahrstuhl wartete eine andere Mütter mit zwei Kindern und gerade als ich verzweifelt eingesehen habe dass wir im Fahrstuhl und damit NICHT in der nächsten Bahn landen werden drehte die Frau sich um und gestikulierte ihren Finger in Richtung ihres geöffneten Mundes und verzog ihr Gesicht *kotz*.
    (Jaja nicht nett den Kindern gegenüber, hat MIR aber geholfen)

    Später sind wir dann alle zusammen tatsächlich noch im letzten Moment durch die sich schließenden U Bahn Türen gehüpft und haben uns zur guten Vorbildfunktion gratuliert.

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  29. Franziska schreibt:

    Mein aktueller Top 1 der Nerv-Situationen, die gestern passiert ist, ich gleich an Deinen Text denken musste und daher hier schreibe: Ich sitze im Bus, mein zweijähriger Sohn schon ziemlich müde und wahnsinnig unruhig: hoch klettern, runter klettern, auf den Schoß, ach ne, doch selber sitzen, mit den Schuhen auf den Sitz u.s.w. Ich merklich genervt. Da beugt sich eine Frau zwei Sitze weiter rüber in den Gang: „Ich kann Ihnen Bachblüten anbieten, drei Tropfen unter die Zunge, das beruhigt“. Ich lehne dankend ab und murmele, dass er müde ist und das daher normal ist, er sicher gleich schläft. Sie hakt weiter nach: „Kennen Sie Bachblüten?“ Ich lehne glaub ich noch zwei weitere Angebote ab, woraufhin die Dame die restliche Busfahrt leicht vornübergebeugt mit zwei Fingern an der Nase meditiert um nicht auszurasten. Da fällt mir gerade ein, eine gute Antwort wäre vielleicht gewesen „Hab schonmal davon gehört, vielleicht helfen die Ihnen ja auch in dieser Situation?“ 🙂

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  30. Ich finde deine Artikel großartig! Wirklich! So treffend… Ich kenne das gut und vermisse auch hier – im Vergleich zu Berlin leben wir auf dem Dorf – in der Kleinstadt die Solidarität. Erinnere mich zu gut wie ich völlig überfordert eine Hand Baby im Kinderwagen geschoben und unter dem anderen Arm den brüllenden Zweijährigen getragen habe (und alles nur weil ich keine Spielzeugautos gekauft habe) und die Älteren Damen den kleinen Wütenden noch anbrüllen er solle doch ruhig sein…
    Inzwischen bin ich um einiges wutanfallgewöhnter, aber in der Öffentlichkeit zehrt es auch an mir. Wie schlimm muss es dann erst für das Kind sein?
    Danke für deinen Text. Und mehr Solidarität, immer.
    Liebe Grüße
    Sternie

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